Essen gehen
Gleichzeitig ist Helsinki ein kulinarischer Schmelztiegel: Die französische, italienische, asiatische, nahöstliche und osteuropäische Küche bereichern das Angebot. Auch Fusion-Konzepte wie finnisch-japanisch oder skandinavisch-vietnamesisch finden sich in trendigen Vierteln wie Kallio oder Punavuori. Viele Cafés und Restaurants bieten längst auch kreative vegetarische und vegane Gerichte an.
In der Weihnachtszeit wird in vielen Lokalen das joulupöytäan angeboten – was man in etwa mit Weihnachtstafel übersetzen kann: ein Buffet mit Schinken, eingelegtem Hering, Lachs, Aufläufen, rosolli (Rote-Bete-Salat) und glögi, dem finnischen Glühwein.
In vielen Restaurants findet man Gerichte mit Wildkräutern, Beeren, Pilzen, Fisch und Wild. Es wird fermentiert, eingelegt, getrocknet, weil man im Norden so durch den Winter kam. Die Ostsee und die langen Wintermonate beeinflussen ohnehin Wahl und Verarbeitung der Lebensmittel. Zu den Grundzutaten gehören Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Milchprodukte, Fisch, Wild und Wurzelgemüse. Brot steht fast zu jeder Mahlzeit auf dem Tisch. Besonders beliebt ist das Ruisleipä, das dichte, dunkle Roggenbrot.
Was bei vielen Restaurants auffällt, ist ihr Drang zur Nachhaltigkeit – regionale Produkte, viel Bio und konsequente Müllvermeidung. Hier sticht das Restaurant Nolla in der Fredrikinkatu 22 hervor: kein Müll, weder in der Küche noch im Gastraum. Gemüse kommt in Kisten ins Haus, Flüssigkeiten in Metallbehältern, Fisch und Fleisch in wiederverwendbaren Boxen. Was sich nicht abfallfrei beschaffen lässt, steht nicht auf der Karte. Organische Reste werden kompostiert und an die Produzenten zurückgegeben. Weitere grüne Restaurants mit exquisiter Küche sind Grön, Olo, oder Elm.
In Helsinki isst man früh, das Abendessen startet oft zwischen 17 und 19 Uhr. Viele Lokale nehmen letzte Essensbestellungen 30 Min. bis zu 2 Std. vor der Schließzeit an (fragen Sie beim Reservieren nach). Mittags bieten viele Restaurants bieten werktags von 11 bis 14 Uhr ein Lounas (Mittagsmenü) an, meist preiswert und schnell. Das Frühstück im Hotel gibt es klassisch als Buffet, Cafés starten oft ebenfalls sehr früh morgens, das legendäre Ekberg etwa schon um 7.30 Uhr, am Wochenende ist Brunch beliebt. Sonntags haben einige Restaurants mittags oder ganz geschlossen. Deshalb vorher genau prüfen und reservieren. Das Trinkgeld ist in Finnland im Preis enthalten, Aufrunden wird aber gern gesehen.
Zu Recht beliebt sind die Markthallen, Etwa die von Hakaniemi oder die historische Vanha Kauppahalli (Alte Markthalle) am Hafen. Dort trubelt und quirlt das Leben und es gibt Spezialitäten wie Rentierwurst, Blaubeerkuchen und frittierte Kleine Maränen.
SeaHorse: eine Institution seit 1933. Berühmt für deftige Gerichte (Zwiebelsteak) sowie sein Publikum aus See- und ganz normalen Leuten, Künstlern und Intellektuellen wie Jean-Paul Sartre und Dizzy Gillespie.
Kosmos: Familienbetrieb seit 1924, traditionelle Küche mit Vorschmack, gestärkten Tischdecken und prächtigen Kronleuchtern.
Luovuus kukkii kaaoksesta: Der Name bedeutet in etwa Kreativität erblüht aus dem Chaos. Und so ändert sich sowohl die Speise- als auch die Weinkarte täglich und je nach Stimmung, und in der Küche mischen sich sowieso die Geschmäcker aus aller Welt.
Teller: Der Name ist englisch und meint Erzähler. Denn nach dem Essen bekommt man eine Postkarte und darf nach Hause schreiben, wie gut es einem hier gefallen hat.
Nokka: ein Backsteinbau mit einer Schiffsschraube und einem Anker an der Fassade und dem Motto Forest to table. Also Elchsteak mit Soße, so dunkel wie der Polarwald, Pilze, Beeren und Kräuter. Das Fleisch wird teilweise erst im Restaurant gemetzgert. Frischer geht’s kaum.
