Essen gehen

Multikulti auf dem Teller

In Berlin kann man sich rund um den Globus futtern, vom georgischen Störschaschlik über chinesische Seegurken bis hin zum afrikanischen Springbocksteak ist alles drin. Berlins Beiträge zur Weltcuisine sind hingegen der Döner und die Currywurst – beide wurden (angeblich) in der Stadt erfunden. Unseren Lieblingsdöner gibt’s im Doyum Grillhaus, unser Currywurst-Tipp ist Curry 36. Übrigens: Die Berliner Kultwurst bestellt man entweder mit (d. h. mit Darm) oder ohne – Letztere ist das Original.

28 Michelin-Sterne leuchten über der Metropole, verteilt auf 22 Lokale. Junge Wilde aus aller Welt sorgen für kulinarische Verrücktheiten, zudem zelebrieren immer mehr Spitzenköche die neudeutsche Küche, die Wert auf regionale und saisonale Produkte legt. Mit seiner Brutal-regional-Küche hat sich z. B. Nobelhart & Schmutzig internationale Aufmerksamkeit erköchelt.

Streetfood-Märkte

Kleine Köstlichkeiten aus aller Welt an zig Ständen, nette Musik, entspannte Atmosphäre, drinnen oder draußen – Berlin gilt als europäische Königin in Sachen Streetfood-Märkte. Unser Favorit ist der Streetfood Thursday, ein Event, das jeden Donnerstag in der Kreuzberger Markthalle Neun () stattfindet. Asiatisches Streetfood samt frittierten Heuschrecken gibt’s zudem an Sommerwochenenden auf der Streetfoodmeile Thaipark in Wilmersdorf.

Altberliner Klassiker

Original Berliner Küche ist nur noch in wenigen Lokalen zu bekommen, in Berlin ist sie out. Zu den Klassikern der fleischlastigen Altberliner Küche gehört Eisbein, eine rosafarbene, gesottene Haxe – Schnaps hinterher vonnöten! Aus deren Knochen wurden früher Kufen für Schlittschuhe gefertigt, daher der Name. Nicht weniger deftig sind Königsberger Klopse (gekochte Hackfleischbällchen mit Kapernsoße), Bulette (Frikadelle) oder gebratene Leber mit Apfelringen. An Fisch kennt die Altberliner Küche v. a. den Havelzander, die Schleie und den Aal (am besten grün, also gekocht).

Molle & Co

1905 soll es noch rund 13.000 Eckkneipen gegeben haben, an jeder Straßenkreuzung fünf. Die typischen holzgetäfelten rustikalen Pinten werden leider nach und nach verdrängt. Wer noch eine sehen will, trinkt ein Bier bei Wilhelm Hoeck 1892.

Über die Qualität der Berliner Biere – egal ob Schultheiss, Berliner Pilsner oder Berliner Kindl, die allesamt zur Radeberger Gruppe gehören – kann man sich streiten. Zum Glück aber gibt es ja auch alle anderen gängigen Marken und außerdem kleinere Hausbrauereien, die süffige Molle (berlinerisch für Bier) produzieren. Empfehlen können wir die Biere der Brauerei Heidenpeters (braut in der Kreuzberger Markthalle Neun) und die der Neuköllner Privatbrauerei am Rollberg (insbesondere das Rote Rollberg). Rollberg-Bier haben viele Berliner Kneipen im Ausschank.

Unter Touristen recht beliebt ist die in breiten Kelchen servierte Berliner Weiße. In seiner Urform wird das obergärige, leichte, säuerliche Bier je nach Wahl mit einem Schuss Waldmeister-, Himbeer- oder Johannisbeersirup serviert. In den meisten Touristenlokalen wird jedoch eine Fertigmischung ausgeschenkt – und die schmeckt, so der Bierhändler unseres Vertrauens, nach Scheiße hoch sieben.

Ein Tipp für Anti-Alkoholiker ist die Fassbrause, eine Berliner Erfindung. Die mit Süßholzwurzel versetzte Kräuterlimonade ähnelt geschmacklich leicht dem Almdudler.

Noch ein Wörtchen zu den Preisen

Paris ist mittlerweile günstiger als Berlin, sagte uns neulich eine französische Freundin. In Berlin haben in den letzten Jahren die Preise vieler Restaurants so angezogen, dass mancherorts die Kundschaft ausbleibt. Wir haben uns daher vermehrt nach Lokalen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis umgesehen, auch empfehlen wir in vielen Kapiteln Kantinen. Die im Buch angegebenen Kategorien richten sich nach den Preisen für ein Hauptgericht ohne Getränk bzw. – wo es keine klassischen Hauptgerichte, sondern Tellerchen zum Teilen gibt – für ein Essen pro Person ohne Getränk: = bis 15 €; €€ = 15–30 €, €€€ = 30–45 €, €€€€ = über 45 €.

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