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Kalabrien und Basilika
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Kalabrien und Basilika

Wohin in der Basilikata?

Der Nordwesten

Der Nordwesten der Basilikata war historische Wahlheimat und politische Wirkungsstätte des Staufers Friedrich II., der sich u. a. in Melfi und Lagopesole machtstrotzende Burgen erbauen ließ. Ganz in der Nähe stand in Venosa die Wiege des römischen Dichters Horaz und locken die Wein- und Olivenhochburgen Rapolla, Barile und Rionero in Vulture. Aus Rionero stammt der mediterrane Robin Hood Carmine Crocco, in dessen Fußstapfen man durch die Wälder rund um die Kraterseen Laghi di Monticchio am Fuße des erloschenen Vulkans Monte Vulture streifen kann.

Südlich des Vulture-Gebiets erhebt sich mit Potenza die höchstgelegene Regionalhauptstadt Italiens und ragen die bizarren Felsformationen der Piccole Dolomiti Lucane auf. An deren natürliche Skulpturen lehnen sich die Dörfer Castelmezzano und Pietrapertosa, die von einer Schlucht getrennt und mit einem Stahlseil verbunden sind, an dem man in schwindelnder Höhe von einem Ort zum anderen fliegen kann. Auch eine Fahrt auf der Bergachterbahn und so manche wandersportliche Herausforderung können hier absolviert werden. Darunter liegt das eigentlich liebliche Tal des Flüsschens Agri, in dem die Ruinen des römischen Grumentum ruhen, aber auch Erdölpumpen das Landschaftsbild und ökologische Gleichgewicht stören.

Der Südwesten

Südlich des Agri imponieren Monte Sirino (1907 m) und Monte Papa (2005 m) sowie unterhalb Marateas Traumküste am Golf von Policastro. Weil sie der Industrielle Gianni Agnelli in den 1960er-Jahren als Sommerfrische entdeckte, ist die touristische Infrastruktur hier bis heute vergleichsweise mondän.

Etwas rustikaler ist die Atmosphäre im nahen Pollino-Nationalpark, der bis ins südlich benachbarte Kalabrien reicht. Dessen Namenspatron, der Monte Pollino (2248 m), erhebt sich allerdings noch auf lukanischem Boden, wo die Gemeinden Viggianello und Rotonda, San Severino Lucano und Terranova di Pollino für deftige Kost und Logis sorgen. Der Nationalpark selbst ist der größte Italiens und beeindruckt mit dichten Wäldern, grünen Wiesen, tiefen Schluchten und kargen Felsformationen und lädt zu Wanderungen und Raftingabenteuern ein.

Der Nordosten

Im Nordosten der Region glänzt ihr kulturtouristischer Leuchtturm Matera, dessen berühmt-berüchtigte Sassi sich vom Elendsquartier zum gentrifizierten Place-to-go gemausert und der lukanischen Provinzhauptstadt die europäische Kulturhauptstadtwürde 2019 beschert haben. Matera imponiert aber nicht nur mit dem architektonisch einzigartigen Monument der Armut, sondern auch zahlreichen farbenfroh freskierten frühchristlichen Grottenkirchen und bietet seinen Gästen stimmungsvolle Domizile in einem ungewöhnlichen städtebaulichen Setting an.

In Materas Nachbarschaft liegt das vornehmlich weiß getünchte Miglionico, das neben einem mächtigen Kastell einen schönen Seeblick auf den Lago di San Giuliano bietet. Und über die Altstadt von Montescaglioso wiederum wacht eine geschichtsträchtige, einst überregional bedeutende Benediktinerabtei, die in ein spannendes Museum umgewandelt worden ist.

Der Südosten

Der Südosten der Basilikata bleibt mit außergewöhnlichen Orts- und Landschaftsbildern in Reiseerinnerung. Er öffnet sich mit einem etwa 30 km langen Band weitläufiger Sandstrände zum Golf von Taranto. Vor diesen reihen sich die nur mäßig attraktiven modernen Küstenquartiere Metaponto Lido, Marina di Pisticci, Scanzano, Policoro und Nova Siri und mehr oder minder gut erhaltene und gepflegte steinerne Relikte aus ihrer blühenden großgriechischen Vergangenheit auf.

Weiter landeinwärts bestimmen großflächige Obst- und Gemüseplantagen das Bild. Darüber eröffnet sich die faszinierende Tristesse der sonnenverbrannten lukanischen Calanchi (Faltengebirge), eine nahezu menschenleere Gegend, in der die verlassene und verfallene Geisterstadt Craco einen bizarren Akzent setzt.

Drum herum leuchten die weiß getünchten Städtchen Pisticci und Ferrandina mit sehenswerten historischen Reihenhaussiedlungen, gefallen Bernalda mit viel quirlig-lebendigem Kleinstadtflair und Tursi mit der schlicht-schönen Wallfahrtskirche Santuario Madonna di Anglona und seiner archaischen Altstadt Rabatana, die meist einsam und verlassen und nur in der Hochsaison dezent revitalisiert ist.

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