Unterwegs mit Annette Krus-Bonazza

Wenn ich bei mei­nen Re­cherchen im Melk­weg vorbeischaue, denke ich dar­an, dass ich dort vor gefühlt 100 Jahren die Band Great­ful Dead live gesehen habe. Dank Google weiß ich, dass das am 16. Oktober 1981 war. Ich erlebte das Konzert zu­sam­men mit einem Freund aus Ita­lien, der bei mir im Ruhr­gebiet zu Be­such war und bei der Ge­le­gen­heit unbe­dingt nach Ams­ter­dam­ woll­te, das auch bei „Freaks“ jen­seits der Al­pen Kult war. Un­sere ge­mein­same Reise war na­tür­lich nicht meine erste ins Mekka von Hip­pies, Haus­be­set­zern und star­ken Frauen wie Anja Meulenbelt, deren Buch „Die Scham ist vorbei“ (1976) für uns junge Stu­dentinnen Pflicht­lektüre war. Auch wenn mich manchmal nostalgische Gefühle überkommen, be­geistert mich aber auch das neue Amsterdam, die kul­turelle Umnutzung historischer Spei­cherhäuser und die ersten Ar­chi­tek­turdenkmäler des 21. Jh. am IJ-Ufer, die ich seit der Recherche für die erste Auf­lage dieses Buches im Jahre 2001 „wach­sen“ sah. Jüngst verfolge ich ge­spannt die dynamische Stadt­teil­ent­wick­lung von Amsterdam-Noord, Oud- und Nieuw-West, die damals noch gar kein reisejournalistisches Thema wa­ren. Mein Fei­er­abend­bier trin­ke ich je­doch nach wie vor in ei­ner der „ge­zel­li­gen“ al­ten Knei­pen im Grach­ten­gür­tel, weil die im Un­terschied zu den auf der gan­zen Welt sich ähn­eln­den kühl ge­styl­ten Cock­tail­loun­ges ty­pisch für Ams­ter­dam sind.

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