Essen gehen

Holländisch

Holländische Hausmannskost, z. B. der aus Kartoffeln, Gemüse und Wurst ge­stampf­te Ein­topf namens stamppot, gibt’s in Ams­ter­dam eher selten, zumal ihr in Gour­met­kreisen kein besonders gu­ter Ruf vorauseilt. Die meisten Res­tau­rants ser­vieren zeitgemäße Ab­wand­lungen der deftigen heimischen Ge­richte, die dann leichter und ka­lo­rien­ärmer, asia­tisch oder mediterran ins­piriert da­her­kommen. Viele ver­wen­den regional und biologisch produzierte Zu­taten, und einige sind sogar mit Mi­che­lin-Sternen dekoriert.

Weil das Meer nirgends weit ist, ver­edeln Fisch und Meeresfrüchte, z. B. Mies­muscheln (mosseln) und Austern (oes­ter), die niederländische Na­tio­nal­kü­che, die von den kulinarischen Vor­lie­ben der ehemaligen Kolonie Indo­ne­sien infiltriert ist, sodass z. B. saté (ge­grill­tes Fleisch mit Erdnusssoße) oder die (gebratenen) Reis- und Nudel­ge­rich­te nasi und bami goreng im all­täg­li­chen kulinarischen Repertoire sind. Un­ter den frischen Nordseefischen, in ih­rer frittierten Schnellimbissvariante kib­beling genannt, dominieren Scholle (schol), Seezunge (sliptong) und ma­ri­nier­te junge Heringe. Der matjes(-ha­ring) wird gern direkt von der Hand in den Mund befördert.

Das Land der saftigen Wiesen und glück­lichen Kühe profiliert sich mit Milch­produkten und ganz besonders Kä­se (kaas) in großer Vielfalt und guter Qua­lität. Es überzeugt mit dem quasi om­ni­präsenten apel­gebak, am le­ckers­ten met slagroom (mit Sahne), und na­tür­lich panne­koeken, der süß oder herz­haft belegt wird und zu kleinen Kugeln ge­formt unter poffertjes firmiert.

International

Alternativ zu den Spe­zia­litäten der ehe­ma­li­gen Kolonien (z. B. in­do­nesi­sche Reis­tafeln und ge­füllte su­ri­na­mi­sche Teig­fla­den na­mens ro­ti) gibt’s be­reits seit den späten 1920er-Jah­ren chi­ne­si­sche und quasi stadt­weit ita­lie­ni­sche, vie­ler­orts tür­ki­sche, ma­gh­re­bi­nische, spa­ni­sche und grie­chi­sche Lo­kale. Eben­falls recht groß ist die Aus­wahl an in­di­schen, thai­län­di­schen und ja­pa­ni­schen, et­was ein­ge­schränk­ter die an fran­zö­si­schen, viet­na­me­si­schen, süd­ame­ri­ka­ni­schen und afri­ka­ni­schen Res­tau­rants. Dazu kom­men zahl­reiche mul­ti­ku­li­na­rische Adres­sen, wo ver­schie­de­ne na­tio­nale Kü­chen fusio­nie­ren.

Fast Food

Auf der typisch niederländischen Fast-Food-Karte stehen friets, fri­kan­deln, bit­ter­ballen, (belegte) brood­jes und fri­kan­deln aus ge­hack­tem Rind-, Schweine- oder Ge­flü­gel­fleisch. Bitter­bal­len sind klei­ne Kugeln aus Kalb­fleisch­masse, die, wenn sie mit ande­ren frittierten Häpp­chen wie Früh­lings­rollen (loem­pia) oder kaas­soufflé kom­biniert wer­den, unter bor­relgar­nitur firmieren. Ge­sün­der sind frei­lich orientalische Al­ter­na­tiven wie fa­la­feln und hummus, bei­de aus Ki­cher­erb­sen­mehl. Zum schnel­len Ver­zehr vor Ort oder Mitnehmen gibt’s auch Pizza, al­ler­lei Asiatisches und edle Burger vom An­gus-Rind, mit de­nen die Ams­ter­da­mer Miniimbiss­ket­te The Butcher de­nen von McDo­nald’s Kon­kurrenz macht.

5 Tipps für 5 Abende

∎ Foodhallen: Um eine zentrale Bar grup­pieren sich meh­rere „Kochstellen“, an de­nen ty­pisch holländische, in­di­sche, ja­pa­ni­sche und vietnamesische, ita­lie­ni­sche oder spanische Spe­zia­li­tä­ten, Sü­ßes und Herzhaftes, Fleischiges und Ve­ga­nes ge­kocht, gebraten, ge­ba­cken, ge­grillt und gedämpft werden. → Tour 9

∎ De Reiger: ei­nes der kulinarisch bes­ten und at­mo­sphä­risch angenehmsten Lo­kale für zeit­gemäß verfeinerte hol­län­dische Küche. → Tour 6

∎ Krua Thai Classic: Das winzige Res­tau­rant verteidigt seit vie­len Jahren sei­nen Ruf als erste Adresse für au­then­ti­sche thailändische Küche. → Tour 2

∎ La Perla: Pizza wie in Italien frisch aus dem Steinofen, mit Büf­fel­moz­za­rel­la und anderen aus dem Belpaese im­por­tier­ten (biologischen) Produkten be­legt, genossen direkt am Ofen oder im Lokal direkt vis-à-vis, wo noch an­de­re ita­lie­nische Klassiker auf der Karte ste­hen. → Tour 6

Semhar: In dem freundlich-infor­mel­len äthiopischen Restaurant kom­men im Original pikante und auf Wunsch ent­schärfte Speisen fleisch­li­cher oder ve­getarischer Natur auf den Tisch, auf dem kein Besteck liegt, weil sie lecker ein­gepackt in eine Art Pfann­kuchen na­mens Enjera direkt von der Hand in den Mund befördert werden. → Tour 6

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