Essen gehen

Katalanische Küche

Die traditionsreiche und vielfältige ka­ta­la­nische Küche profitiert von der Nä­he zum Meer, doch hat auch die def­tige Berg­küche ihren festen Platz auf dem Speisezettel. Mitt­ler­wei­le ist eine ganze Generation jun­ger Chefs angetreten, die Re­zepte modern und zeitgemäß leicht zu in­ter­pre­tieren. Einige sind Schüler des le­gen­dären Ferran Adrià, alle aber eint die Lust an kulinarischen Ex­pe­ri­men­ten. Einer dieser Könner ist der mi­che­lin­besternte Chef Jordi Vilà vom Al­kimia, das 2016 ins Gebäude der Kult­brauerei Moritz umgezogen ist. Tra­ditioneller speist man, ganz dem Namen gemäß, im Freixa tradició, das lei­der etwas abseits liegt. Aber auch mitten im zentralen Barri Gòtic finden sich Lokale mit klassisch-katalanischer Küche, da­run­ter so altehrwürdige Ad­res­sen wie das Pitarra (eröffnet 1890) und, ein we­nig mehr in Richtung ka­ta­la­nischer Haus­mannskost, das sehr be­lieb­te Can Culleretes, gegründet 1786 und damit das älteste Lokal der Stadt. Der regio­na­len Küche ver­schrieben hat sich auch Senyor Parel­lada im Born-Vier­tel, ein Lokal mit hübscher Innen­de­koration und prima Preis-Leistungs-Verhältnis.

Tapas

Barcelona hat die Tapas, die berühmten Appetit­häpp­chen der spa­nischen Kü­che und eigentlich keine kata­la­ni­sche Spe­zialität, neu ent­deckt. Das Frem­den­verkehrsamt spricht in diesem Zu­sam­menhang sogar von der „viel­leicht ein­zigen Kulturrevolution, die die Stadt in den letzten hun­dert Jahren er­lebt hat“. Dabei existieren manche Tapa-Klas­siker schon viele Jahrzehnte, zum Bei­spiel ganz unten im Barri Gòtic die win­zige Bar La Plata, die seit 1945 ge­nau vier Tapa-Sorten serviert: Toma­ten­salat, Anchovis, Butifarra-Wurst und vor allem die frittierten Fisch­chen „Pesca­di­to frito”. Jün­ge­ren Da­tums sind die avant­gar­dis­ti­schen Tapa-Tem­pel wie das Tapaç 24 des Star­kochs Car­les Abel­lán in Ei­xamp­le, das asi­a­tisch in­s­pi­rier­te Dos Pali­llos in El Ra­val und das be­rühmte Ti­ckets von Albert Adrià. Doch nicht nur De­si­gner-Ta­pas sind im Trend, auch die in den vielen bas­kischen Bars an­ge­botenen „Pint­xos“ (Tapas auf Weiß­brot) ha­ben ihren Reiz, aus­zu­pro­bie­ren etwa im Bil­bao Berria gleich bei der Kathe­drale.

5 Tipps für 5 Abende

La Palmera“ – Degustationsmenüs: Das aus einem Delikatessen­geschäft her­vor­gegangene Res­taurant in Ei­xam­p­le bie­tet zeitgemäße Inter­pre­ta­tio­nen der re­gi­o­nalen Küche. Ein Tipp sind ins­be­son­dere die Menüs aus sechs un­ter­schied­lichen klei­nen Gerichten.

El Nacional“ – Halle voller Lo­kale: Nicht die Küchenkunst steht hier im Vor­dergrund, sondern das Am­bien­te. El Nacional, untergebracht in einem spek­ta­kulär dekorierten ehe­maligen Thea­ter- und Industrie­ge­bäu­de von 1889, birgt eine ganze Reihe von Bars und Res­taurants, deren Spezia­litäten von Tapas über Fleisch­gerichte bis zu Fisch und Meeres­früch­ten rei­chen. „Multi-Espacio“ nennt sich die­ses Kon­zept in Bar­ce­lona.

Sésamo“ – vegetarisch: Ein wenig an­d­ers (und ein wenig teurer) als der üb­liche Vegetarier um die Ecke ist die­ses kleine Restaurant am Rand des Ra­val-Viertels. Sein Chef zaubert aus Bio-Pro­dukten ungewöhn­lich kreative Spei­sen, die auch Nicht-Vegetarier sehr po­sitiv über­raschen. Besonders emp­feh­lens­wert ist das sieben­gängige Me­nü. Auch vegane Optionen.

Euskal Etxea“ – baskische Pintxos: Kein Lokal, in dem man den ganzen Abend verbringen würde, aber perfekt als Ausgangspunkt einer Bar-Hopping-Tour durch das Born-Viertel. Lassen Sie sich einen Teller geben und wählen Sie einige der appetitlichen Pintxos von der The­ke. Dazu einen Sidra (Apfelwein), ein Glas frischen Txakolí-Wein oder ein klei­nes Bier, hier Zurito genannt. Ab­ge­rech­net wird nach Anzahl der Zahn­stocher, die die Pintxos zusam­men­hal­ten. Und weiter geht’s in die nächste Bar gleich um die Ecke, zum Beispiel ins Xampanyet.

Jai-Ca“ – Fisch-Tapas: Barceloneta ist die Adresse für maritime Genüsse und das rustikale Jai-Ca eine der besten Tapa-Bars im Viertel. Ein wenig Durch­setz­ungsvermögen benötigt man unter den vielen Einheimischen schon, und man sollte früh da sein, um überhaupt einen Stehplatz zu bekom­men. Der fantas­tische Fisch und die exquisiten Meeresfrüchte zu be­zahl­baren Preisen be­lohnen jedoch jede Mühe.

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