Ausgehen

Party-Mekka an der Spree

Die zum Mythos erhobene Berliner Clubszene hat in den letzten Jahren dank Ryanair & Co zu einem wahren Partytourismus geführt. Bis zu 15.000 junge Leute aus ganz Europa strömen jedes Wochenende nur zum Clubbing nach Berlin – manche brauchen nicht einmal ein Hotel. Kein Wunder: Das Berliner Nachtleben ist hitzig, frivol und dank ausbleibender Sperrstunde und fairer Preise unbändig-exzessiv. Es steigt in fantasievollen Clubs, die u. a. in stillgelegten Heizkraftwerken, ehe­ma­ligen Autowerkstätten oder alten Ball­sälen residieren. Im Sommer ver­la­gern sich die Partys auf die Straße, an die Spree und in die Parks, wo zuweilen DJs ihre Turntables aufbauen. Zur The­ke wird dann der nahe Spätkauf, der bis in die Puppen geöffnete Alles-was-man-nachts-braucht-Kiosk (übrigens einst eingeführt in Ostberlin, damit die Fabrikarbeiter nach Schichtende noch zu ihrem Feier­abend­bier kamen). Das Berliner Nachtleben hat aber auch für ruhigere Naturen Ver­ständ­nis – stil­vol­le Cocktailbars und kusche­li­ge Cafés gibt es wie Sand am Wannsee.

Mitte

In Mitte, insbesondere in der Span­dau­er Vorstadt, gibt es für jeden Ge­schmack etwas: Clubs von edel bis ab­ge­fahren, noch ein paar alternative Knei­pen aus alten Zeiten, stilvolle Cock­tailbars und auf elitär getrimmte, bla­sierte Bars mit strenger Türpolitik. Schick­schönreich, Schick­schönkreativ und Ich-tu-so-als-gehöre-ich-dazu ist dort unterwegs und zahlt die über­zo­ge­nen Getränkepreise, ohne mit der Wim­per zu zucken. Bars mit allzu strenger Tür­politik finden übrigens im Buch keine Erwähnung.

Kreuzberg und Friedrichshain

Zwei schwer angesagte Ausgehbezirke mit enorm vielen krakeelenden Easy­jet­tern, auf die sich die Dealer­sze­ne im Gör­lit­zer Park und auf dem RAW-Ge­lände ein­ge­stellt hat. Doch die bei­den Stadt­teile un­ter­schei­den sich. In Kreuz­berg kann man je­der­zeit auch noch mit 40 oder 50 auf den Putz hauen, für jeden Geschmack fin­det sich etwas. Epi­zen­tren des Night­lifes sind in Kreuzberg die Ge­gend um das Schlesische Tor, die Ora­nien­straße und die Wiener Straße. In Frie­drichs­hain ist das Treiben da­ge­gen sehr jung, alter­nativ-schräge Lo­ca­tions über­wie­gen. Gleichzeitig trumpft Frie­drichshain mit zwei der schil­lern­ds­ten Berliner Clubs auf, dem Berghain und dem Kater Blau. Gediegenere Bars aber sind nahe­zu Fehlanzeige.

Neukölln

In Neukölln treiben sich neben Stu­denten aus aller Herren Länder zu­nehmend auch Touristen auf der Suche nach dem hippen Berlin herum. Eng­lisch und Spanisch sind die Ver­kehrs­sprachen. Kaum ein Monat ohne neue Locations. Die provisorisch wir­ken­den Altmöbel-Bars ähneln sich alle irgend­wie, als gäbe es ein Fran­chise Concept, ha­ben aber auf ihre simple, schrab­belig-­charmante Art den­noch ihren Reiz. Hinzu kom­men immer mehr ge­ho­bene Cock­tailbars und Craft-Beer-Pubs mit Preisen fast wie in Mitte, die die bärtigen Spar­gel­tarzans lässig be­zah­len können. Die Aus­gehmeilen schlecht­hin sind die Weser- und die Weich­selstraße, wo man von Kneipe zu Kneipe ziehen kann. Aber Achtung: Clubs gibt es in Neu­kölln kaum welche, Neukölln ist zum Vorglühen da!

Prenzlauer Berg

Wer hier vor 15 Jahren wohnte und wild feierte, regt sich heute über den Lärm auf – Anwohnerbeschwerden sorg­ten in den letzten Jahren für den Um­zug oder die Schließung vieler Kneipen und Clubs. An die Stelle schräger Lo­ca­tions rückten kuschelige Mutti-Cafés und nett-originelle, aber für Berliner Ver­hältnisse doch „ge­setz­tere“ Bars. Am besten schaut man sich in den Straßen um den Helmholtzplatz, den Koll­witz­platz und die Gethsemane­kirche um.

Schöneberg und City West

Rund um den Nollendorfplatz von Schö­ne­berg liegt das Zentrum des schwul-lesbischen Nachtlebens, in der Motzstraße und der Fuggerstraße fin­det man Locations zwischen Plüsch und Leder. An Sommerabenden sind die Terrassencafés an der Maaßen­stra­ße nette Adressen, um das Schaulaufen zu beobachten. Auch für Heteros gibt es etliche nette Kneipen und Cafés, das Publikum ist meist zwischen 30 und 50. Deutlich gediegener und meist auch an ältere Semester gerichtet (von un­ter­ir­dischen Teenager-Discos und der Pa­nora­mabar Monkey Bar einmal abgesehen) präsentiert sich das Nacht­le­ben der benachbarten City West, sprich in Charlottenburg und Wil­mers­dorf. Jazzfans sollten sich die Gegend aller­dings vormerken.

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