Essen gehen

Multikulti auf dem Teller

In Berlin kann man sich rund um den Globus futtern, vom georgi­schen Stör­schaschlik über chinesische See­gur­ken bis hin zum afrikanischen Spring­bock­steak ist alles drin. Berlins Bei­träge zur Welt­cuisine sind hingegen der Döner und die Curry­wurst – beide wurden (an­geblich) in der Stadt erfunden. Un­seren Lieblingsdöner gibt’s im Doyum Grillhaus, unser Cur­ry­wurst-Tipp ist Curry 36. Übrigens: Die Berliner Kult­wurst bestellt man entweder „mit“ (d. h. mit Darm) oder „ohne“ – Letztere ist das Original.

Die Zeiten, da Berlin noch als kulinari­sche Wüste verspottet wurde, sind längs­tens vorbei. 26 Michelin-Sterne leuch­ten über der Metropole, ver­teilt auf 20 Lokale. Junge Wilde aus aller Welt sor­gen für kulinarische Ver­rückt­heiten, zudem ze­le­brie­ren im­mer mehr Spitzen­kö­che die neu­deutsche Küche, die Wert auf regionale und saisonale Pro­dukte legt. Mit seiner „Brutal-regio­nal-Küche“ hat sich z. B. Nobelhart & Schmutzig internationale Auf­merksamkeit erköchelt. Täglich öff­nen neue Lokale. Nur die dun­kel ge­tä­fel­ten Altberliner Gaststätten wer­den im­mer weni­ger – v. a. in den Sze­ne­kie­zen, wo das Essen so leicht sein muss wie das Leben.

Streetfood-Märkte

Kleine Köstlich­kei­ten aus aller Herren Län­der an zig Ständen, nette Musik, ent­spannte At­mo­sphäre, drin­nen oder drau­ßen – Berlin gilt mittler­wei­le als eu­ro­päische Kö­ni­gin in Sachen Street­food-Märkte. Unser Favorit ist der Stree­t­food Thurs­day, ein Event, das je­den Donnerstag in der Kreuzberger Markt­halle Neun ( www.​markt​halleneun.de) statt­findet. Street­food zum Fingerab­lecken gibt’s zudem nahe dem Bade­schiff am Trep­tower Spree­ufer ­an man­chen Som­mer­aben­den im sog. Bite Club (Termine auf www.​​bite​club.​de).

Supper Clubs und Pop-up-Dinner

Hier wird in pri­vaten Woh­nun­gen oder an wit­zi­gen an­ge­mie­te­ten Orten für Sie ge­kocht – und zwar in jeder Genuss- und Preis­liga. Anmel­dung von­nöten! Schau­en Sie sich z. B. auf folgenden Sei­ten um: www.​thyme-supper​club.​com, www.​purgal​und​​​kelm.de, www.​daniel​seatery.​com, www.​​tabula​rasa.​berta.​​me oder www.​phoebe-berlin.de.

Altberliner Klassiker

Zu den Klas­si­kern der fleischlastigen Alt­berliner Küche gehört Eisbein, eine rosa­farbene, ge­sottene Haxe – Schnaps hin­terher vonnö­ten! Aus deren Kno­chen wurden früher Kufen für Schlitt­schu­he gefertigt, daher der Name. Nicht weniger deftig sind Bol­lenfleisch (ge­kochte Lammkeule mit Zwiebel-Küm­mel-Soße), Königsberger Klopse (ge­kochte Hackfleischbällchen mit Ka­pern­soße), Bulette (Fri­kadelle), ge­bra­tene Leber mit Apfelringen oder Wild­schwein­braten (geschossen in den Berli­ner Wäldern). In Kneipen gibt es zu­wei­len Soleier (in Sole mari­nierte Eier, die mit Senf und einem Sprit­zer Es­sig ge­gessen werden). An Fisch kennt die Alt­berliner Küche v. a. den Ha­vel­zan­der, die Schleie und den Aal (am besten „grün“, also ge­kocht).

Molle & Co

1905 soll es noch rund 13.000 Eck­knei­pen gegeben haben, „an jeder Stra­ßen­kreu­zung fünf“. Wie die Altberliner Gast­stät­ten werden aber auch die noch ver­blie­benen rustikalen Pinten nach und nach ver­drängt. Ein Traum von ei­ner Knei­pe ist z. B. Wilhelm Hoeck.

Über die Quali­tät der Berliner Biere –egal ob Schultheiss, Berliner Pilsner, Ber­liner Kindl oder Ber­liner Bür­ger­bräu, die allesamt zur Radeberger Grup­pe ge­hö­ren – kann man sich strei­ten. Zum Glück aber gibt es ja auch alle an­de­ren gän­gi­gen Marken und außer­dem immer mehr klei­ne Haus­brau­e­reien, die süf­fige Molle (ber­li­nerisch für „Bier“, Molle mit Strip­pe = Bier mit Korn) pro­du­zie­ren. Schwer an­gesagt sind sog. Craft-​Beer-Kneipen, die hand­ge­mach­ten Gers­ten­saft von klei­nen Bier­ma­nu­fak­turen zu meist ge­sal­ze­nen Prei­sen aus­schenken.

Unter Touristen recht beliebt ist die in brei­ten Kelchen servierte Ber­liner Wei­ße. In seiner Urform wird das obergä­ri­ge, leichte, säu­erliche Bier je nach Wahl mit ei­nem Schuss Waldmeister-, Him­beer- oder Johannisbeersirup ser­viert. In den meis­ten Loka­len wird je­doch eine Fertig­mi­schung ausge­schenkt – und die schmeckt, so der Bierhändler un­seres Vertrauens, nach „Scheiße hoch sie­ben“.

Ein Tipp für Anti-Alkoholiker ist die Fass­brause, eine Berliner Erfindung. Die mit Süßholz­wurzel versetzte Kräu­ter­limo­nade äh­nelt geschmacklich leicht dem Almdud­ler. Leider kommt sie nur noch in weni­gen Lokalen di­rekt vom Fass.

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