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Bornholm

Mehr als Räucherfisch

Regional Madkultur

Selbstversorger unter den Urlaubern dürfen sich freuen. Denn die ausgezeichneten Küchenzutaten „Made in Bornholm“ landen nicht nur in hochwertigen Restaurants auf dem Teller, sondern sind auch in örtlichen Lebensmittelgeschäften präsent. Die Bandbreite ist riesig: Pasta, Rapsöl in verschiedenen Varianten, Blauschimmelkäse aus Klemensker (er gewann unter anderem den World Cheese Award), Senf oder Fleisch vom Bauernhof. Die Fischkonserven mit dem knallblauen Design stammen aus der Konservenfabrik in Nexø, die sogar den dänischen Königshof beliefert! Die Markthalle in Rønne bietet den besten Überblick über Lebensmittel aus Bornholm.

Auch bei den Getränken lohnt ein näheres Hinsehen: Bier aus Svaneke, Apfel- und Rhabarbersaft sowie Wein, Schnaps und Whisky in vielerlei Varianten bereichern die Getränketafel. Das Label „Regional Madkultur“ kennzeichnet Ausgehadressen, die sich auf die Verwendung einheimischer Produkte spezialisiert haben. Hochburg kulinarischer Erzeugnisse – von Speiseeis über Lakritz bis hin zu Hochprozentigem – ist Svaneke, Zentrum landwirtschaftlicher Produktion ist Åkirkeby.

Bornholm für Feinschmecker

Unbestrittener Fixstern für Gourmets ist das Restaurant Kadeau mit hinreißender Lage an der Südküste. Die Eigner pflegen die Neue Nordische Küche (Nye Nordiske Køkken), ein kulinarisches Label, welches einst das Noma in Kopenhagen zu Ruhm und Ehren brachte. Seit 2016 schmückt sich das Kadeau mit einem Michelinstern. Empfehlenswerte Ausgehadressen mit ambitionierter Küche sind ferner das Molen in Nexø, die Christianshøj Kroen in Almindingen, das Restaurant Stammershalle oder das Green Solution House in Rønne. Bei Letzterem handelt es sich, wie der Name bereits andeutet, um ein Bio-Restaurant.

Im Zeichen des Herings

Fischräuchereien genießen Wahrzeichencharakter. In Svaneke ragen die Kamine wie Soldaten in die Höhe und bewachen die Küste. Häufig liegen die Räuchereien zauberhaft am Wasser, gespeist wird auf rustikalen Bänken. Mittags schmeckt es in der Regel am besten, dann kommen Makrelen, Heringe und Lachse frisch aus der Rauchkammer. Allerdings stammt nicht jeder Fisch in den Vitrinen aus der Ostsee. Weil sie fast leergefischt ist, werden Meeresfrüchte aus dem Nordseeraum importiert. Populäre Fischräuchereien befinden sich in Hasle, Allinge, Gudhjem, Svaneke, Arnager und in den Østre Sømarken. Zahlreiche Räuchereien auf der Insel bieten mittags – in der Saison häufig auch abends – ein lukullisches Fischbüffet an. Zum Einheitspreis heißt es dann all you can eat ... Einige Räuchereien bieten Gästen in der Feriensaison sogar am Abend Livemusik!

Sonne über Gudhjem

Sol over Gudhjem heißt Bornholms bekanntestes Fischgericht – zu Deutsch Sonne über Gudhjem. Frisch geräucherter Hering wird mit Eigelb, Radieschen, Zwiebeln, Salz und einer Scheibe Schwarzbrot serviert. Mit den Fingern trennt man Kopf und Schwanz des Herings ab, danach öffnet man ihn und trennt die Mittelgräte heraus.

Tipps zum Essengehen

Viele Restaurants bieten unter der Überschrift „Frokost“ preiswerte Mittagsspeisen an. Klassiker hier ist Smørrebrød – zu Deutsch Butterbrot. Oft gibt es die Brote auch zum Mitnehmen auf die Hand. Typische Abendessenszeit ist 18–19.30 Uhr. Um 21 Uhr hat in den meisten Fällen die Küche bereits geschlossen. Bessere und teurere Restaurants führen meist mehrsprachige Speisekarten, was die Auswahl für Urlauber erheblich vereinfacht. In Cafés, einfachen Restaurants und in den meisten Fischräuchereien herrscht das Prinzip Selbstbedienung.

Von hyggelig bis funktional-modern

„Hyggelig“ ist die skandinavische Antwort auf urdeutsche Gemütlichkeit. Hyggelig geht es in der Tat in so mancher Kneipe zu, z. B. in Sørens Værtshus in Snogebæk oder bei Ella in Sandvig. In den gehobenen Restaurants überwiegt hingegen modernes dänisches Design – mit luftigem Ambiente, klarer Funktionalität und einer Prise Nüchternheit.

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