Essen gehen

Von der Gourmet-Küche bis zum Street Food

Das enorme Angebot allein spricht Bän­de: Die Zahl der Restaurants auf 161 m² Stadtfläche schwankt zwischen 1800 und 2000, da kann und will nie­mand mehr wirklich mitzählen. Die High­lights der kulinarischen Metro­po­le, berühmt für fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte auf mehrstöckigen Eis­plat­ten, sind Institu­tio­nen. Adressen, wo die moules et fri­tes am besten schme­cken oder wo man her­vorragende Weine bekommt, wer­den per Mund­pro­paganda weitergege­ben. Immer mehr Brasserien und Restau­rants, ins­be­son­dere in der Rue de Flandre, bie­ten in zwang­losem Wohl­fühl­ambi­en­te geho­be­ne und manchmal auch er­fin­derische menus gas­tro­no­miques.

Und wie überall eröffnen stets neue tren­dige Adressen, z. B. für Gourmet-Bur­ger, in Concept Stores integrierte Ca­fés oder Bar-Restaurants, Kon­zept­kü­chen für traditionelle belgi­sche Pro­duk­te, wo man zugleich auch ku­li­na­rische Souvenirs einkaufen kann. Foo­dies, Menschen, die gern gut es­sen, kom­men in allen Preiskategorien auf ihre Kosten. Meeres­früchte im Stehen von der Theke sind da nur eine Va­rian­te des Street Food und Food Trucks ver­kau­fen längst mehr als belgische Frit­ten.

Was, wann und wo?

Mittags bieten fast alle Res­tau­rants ihre Gerichte preiswerter an. Als süßer Snack für zwischendurch am Nachmit­tag schme­cken die bel­gischen Waffeln (Gau­f­res) mit Sah­ne, Scho­ko­lade, Erd­beeren … Die Tortenstücke und Quiches in vielen Cafés lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. In vielen beliebten Res­tau­rants emp­fiehlt es sich, abends einen Tisch zu re­ser­vieren. Stilecht nimmt man vor­her ei­nen Aperitif, z. B. den Half en half aus Weißwein und Sekt. Die Es­sens­zeiten am Abend sind im Grunde wie in Deutschland, ab 19 Uhr, Hoch­pha­se um 20 Uhr, und um 23.30 Uhr schlie­ßen die meisten Res­taurants. Be­die­nung und Steuer sind auf der Rech­nung mit aufgeführt, ein kleines Trinkgeld von 5 bis 10 % ist üblich. In Night-Shops be­kommt man noch zu später Stunde Scho­koriegel, in­di­sche Sa­mo­sas und Ge­trän­ke.

Bar oder Estaminet?

Bars servieren oft kleine Ge­rich­te und ha­ben am längsten geöffnet. Bras­se­rien, nach französischem Vorbild ge­führt, sind volks­nah oder schick, je nach Wirt und Ge­gend. Hier kann man sich in le­ge­rem Ambiente durch All­tags­kost und Bier­sor­ten probieren und darf auch kom­men, um nur zu trinken. Brasserien sind nor­ma­ler­wei­se größer als Bistros, haben eine aus­führ­li­che­re Speisekarte und sind etwas for­mel­ler als Cafés oder Bars. Wo Petite Res­tau­ra­tion ange­schla­gen steht, gibt es nur Sand­wiches und Häpp­chen. Die uri­gen alten Brüs­se­ler Ta­vernen mit meist def­ti­ger Tra­di­ti­ons­küche, groß­zü­gi­gem Bier­aus­schank und häufig Öff­nungs­zei­ten, bis der letz­te Gast ge­gan­gen ist, hei­ßen Esta­mi­nets. Dort be­kommt man dann Gueuze et tar­tine (Gueuze-Bier und ei­ne Scheibe Brot mit Frisch­käse) oder ka­ni­baal (ei­ne Schei­be Brot mit ge­würz­tem Tar­tar) oder Kä­se­wür­fel mit Senf. Das La­bel Brusselicious wird von Food-Jour­nalisten an die besten Adres­sen der Brüsseler Küche verliehen, darunter auch fritkots (Frittenbuden).

5 Tipps für 5 Abende

∎ Ancienne Poissonnerie – Art-Nou­veau-Flair: Bis 1926 war hier ein Fischge­schäft. Heute wird gehobene italienische Küche serviert, mit einem Schwerpunkt auf Fisch- und Meeres­früchten. → Tour 1

∎ Le Cercle des Voyageurs – kulinari­sche Reise nahe der Grand Place: An der Wand wecken die gestapelten his­to­ri­schen Koffer Reiselust. Diens­tags gibt es Live-Musik. → Tour 1

∎ Le Selecto für Foodies: geho­bene Küche zu erschwinglichen Preisen und ungezwungenes Ambi­ente wie in einem Bistro. → Tour 2

∎ Quincaillerie – in einer ehemaligen Ei­s­en­wa­renfabrik: Hunder­te von Schub­laden und eine Treppe mit schmie­de­eisernem Geländer, die Ein­richtung dieses Restaurants in St-Gilles ist un­gewöhnlich und für Erstbesucher spektakulär. → Tour 7

∎ Au Vieux Spijtigen Duivel alt­ein­ge­ses­sen und urig: Dieses Estami­net liegt abseits der beschriebenen tou­ristischen Routen im Stadt­teil Uccle. Das Am­bien­te und die Preise stim­men, zu den bel­gischen Spezialitäten zählen auch Kaninchen in Kriek (Kirch­bier) bzw. Kalbsnieren mit zwei Senfsorten oder nach Lütticher Art, und Biere verkosten kann man hier auch.

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