Essen gehen

(Kein) Glück in der Altstadt

Richtig gutes Essen ist in der Altstadt schwerer zu finden, als man angesichts der Fülle von Restaurants glauben möch­te. Vieles richtet sich an Touris­ten, die schnell bedient und bei modera­tem Preis satt werden möchten. Klar, dass man da gerne zu halb-fertigen Convenience-Produkten, zu Ge­schmacks­verstärkern und reichlich Sahne greift. Wer auf Nummer sicher ge­hen will, kehrt in einem der gehobe­nen Hotelrestaurants ein oder richtet sich nach unseren Adressen (Touren 1 bis 3).

Vegetarier und Veganer

Gesund und fleischlos isst man auch in Dresden am besten dort, wo die meis­ten Vegetarier leben, arbeiten, lernen oder ausgehen: zum Beispiel im Bereich von Musikhochschule und Neuer Mitte (Tour 7) sowie Äußerer Neustadt und Hechtviertel (Tour 5).

Loup de mer mit Musik

Leben Sie damit: Ob der gerade ge­nann­te Wolfsbarsch auf gratiniertem Fen­chel oder Currywurst, an der Tafel mit gestärkter Leinenserviette oder am Tresen mit Zewa – in Dresden wird offen­sichtlich in jedem Lokal laut und er­barmungslos Musik gespielt. Selbst in noblen Restaurants dröhnt wenig Ge­schmackvolles aus den Lautspre­chern. Zurückhaltendes Bitten verhallt (häufig), sorgt aber immer für Unver­ständnis.

Dresdner Stollen, Eierschecke & Co.

Wie man es dreht und wendet, echte Dresdner Spezialitäten sind eigentlich nur die süßen aus der Backstube. Der Dresdner Stollen ist ein bekanntes Weihnachtsge­bäck aus schwerem He­feteig mit Mandeln, Rosinen, Orangeat und Zitronat und darf niemals frisch geges­sen wer­den. Sie kau­fen ihn am besten bei Kreutz­kamm in Tour 3 oder bei Hüb­ler in Blase­witz (Tour 9). Die Ei­er­sche­cke da­ge­gen bril­liert mit ihrem lo­cke­ren Hefe­teig, ei­ner Schicht aus Quark und einer aus Sahne, Eiern und Zu­cker. Das Pro­bie­ren lohnt sich u. a. im Dresdner Kaf­fee­stüb­chen (Tour 2).

Und wussten Sie, dass die be­lieb­ten Do­mi­no­steine ebenfalls aus Dres­den stam­men? Der Dresd­ner Pralinen­her­stel­ler Her­bert Wendler erfand die heu­te über­aus be­liebte Weihnachts­süßig­keit 1936 als „Notpraline“, weil die Zu­taten für echte Pralinen schlicht nicht zu be­kom­men waren.

5 Tipps für 5 Abende

Bean & Beluga: Wenn wir genug für ein Essen im Sternerestaurant gespart haben, dann für Stefan Hermanns Lo­kal am Weißen Hirsch. Die Gerichte er­öffnen neue Geschmackswelten, die Weinkarte ist kongenial, das Personal un­snobistisch und eine echte Hilfe (die man spätestens für die Weine braucht), der Raum weder zu cool noch zu groß und das Publikum erfreulich gemischt. → Tour 8

Brennnessel: Eines der ersten ve­ge­ta­ri­schen Lokale Dresden, sehr ge­müt­lich in einem jahrhundertealten Bau­ern­haus – direkt bei der Musikhoch­schule, nur wenige Minuten vom Zwin­ger entfernt. Gekocht wird al­les frisch (das dauert schon mal) und mittler­weile auch richtig gut. Ange­nehme Atmosphäre, alle Altersstufen, abends bes­ser reservieren. → Tour 7

Dampfschwein: Unterwegs in der Neu­stadt und noch schnell eine leckere Grundlage schaffen? Da empfehlen sich die Burger auf Basis von Pulled Pork (zartfasriges geräuchertes Schwei­ne­fleisch, aber vegetarisch gibt’s auch) – ein echtes lokales Fast-Food-Highlight. Palettenmöbel und aus­gehfreundliche Öffnungszeiten. → Tour 5

Schmidt’s Restaurant: Außerhalb, di­rekt am Hof der Deutschen Werkstätten in Hellerau. So viel Geschmackskultur in der Nachbarschaft verpflichtet: In der ehemaligen Remise kommt ganz be­sonders gutes Essen auf den Tisch, kre­ativ wird dabei mit Blüten und Aro­men gespielt. Nicht billig, aber noch nicht Sterneniveau. Ein guter Tipp auch für mittags. → Tour 5

Kleinert’s Spezialitäten: In Loschwitz auf dem Weg vom Körnerplatz zur Elbe. Der Hausherr kommt aus Schwa­ben, kocht oft international, immer saiso­nal und lässt sich dabei in die Töpfe schau­en. Erinnert stark an ein sommerliches Bistrot und lässt sich gut mit einem Spa­ziergang über das abends an­ge­strahl­te Blaue Wunder ver­binden. → Tour 8

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