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Wandern im Elsass und in den Vogesen

Wandern im Elsass und in den Vogesen

 Die französische Grenzregion zu Deutschland weist verschiedene Landschaften auf. Alle haben ihren Reiz, doch zum Wandern am schönsten sind sicherlich die zum größten Teil zum Elsass und zu Lothringen gehörenden Vogesen und die ihnen im Westen vorgelagerte Vorbergzone mit der berühmten Elsässer Weinstraße.

Die Vielfältigkeit dieses Wandergebietes macht es so beliebt. Man hat die Wahl zwischen den dicht bewaldeten Nord- und Mittelvogesen mit mittelalterlichen Burgen, geheimnisvollen keltischen Kultplätzen und bizarren Felsformationen, den schon alpin anmutenden, fast wilden Südvogesen mit grünen Hochweiden, klaren Gebirgsseen und atemberaubenden Panoramen und schließlich der lieblichen Weinbauregion mit bezaubernden Fachwerkdörfern, die zudem manches kulturelle Schmankerl zu bieten haben. Wer seinen Standort geschickt wählt, kann von einem Tag zum anderen ganz verschiedene Landschaftsformen erleben, Historisches und Gegenwart verbinden – manchmal sogar auf einer Tour.

Und nicht zuletzt locken auch besondere kulinarische Freuden ganz unterschiedlicher Art. Wer mag, kehrt unterwegs in einem zünftigen Bergbauerngasthof oder einer Winstub ein. Manche Wanderer tauschen am Abend die Outdoor-Kleidung gegen ein elegantes Outfit und lassen es sich in einem der Spezialitätenlokale gut gehen.

Zwar sind die Unterschiede zwischen den Vogesen und der Vorbergzone, was die Reliefformen, das Klima und die Vegetation angeht, erheblich – aber die Übergänge sind natürlich fließend. Auch haben wir beide Naturräume in mehreren Wanderungen miteinander kombiniert (Touren 22, 23, 24, 26, 29 und 34), weil gerade auch das Erleben des landschaftlichen Unterschieds beim Wandern einen besonderen Reiz ausmacht. So wandert man z. B. von einem idyllischen Weinort durch die Reben und dann durch Wald hoch zu einer Burg, die sich auf einem Gipfel der westlichen Vogesenkette erhebt. Wir haben dies bei der Einteilung der Wandergebiete berücksichtigt und den Nord-, Mittel- und Südvogesen (so die gängige Dreiteilung des Gebirges nach geografischer Lage und Höhe der Berge) jeweils die vorgelagerte Vorbergzone zugerechnet. So ergibt sich eine Gliederung der Wanderregionen von Norden nach Süden.

Wanderregionen

 Die Nordvogesen und ihre Vorbergzone: Von der Grenze zwischen dem Elsass bzw. Lothringen und der Pfalz im Norden bis zum Tal der Zorn westlich von Saverne erstrecken sich die dicht mit Mischwald bewachsenen Nordvogesen. In dem nur 300–581 m (Grand Wintersberg) hohen plateauartigen Bergland lässt es sich besonders schön wandern, zumal die Steigungen sich in Grenzen halten. Lohnende Ziele sind neben idyllischen Seen (→ Touren 7 und 10), keltischen oder gallorömischen Hinterlassenschaften (→ Touren 6, 8 und 11) und besonders bizarren Felsformationen (→ Touren 3, 7 und 10) insbesondere zahlreiche mittelalterliche Buntsandsteinburgen, fast alle in spektakulärer Lage (→ Touren 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10 und 11); manchmal ragen sie so nahe beieinander auf, dass man von einer zur anderen nur wenige Minuten zu gehen hat.

In den Tälern bestimmen sumpfige Erlen- und Birkenwälder, aber auch saftige Weiden das Bild. Überall rauscht und plätschert es, an Quellen, Bächen und Fischweihern herrscht kein Mangel. Relativ niedrig ist die Bevölkerungsdichte, der Buntsandsteinboden weist eben nur eine geringe Fruchtbarkeit auf. Die Menschen leben vorwiegend in kleinen Dörfern oder winzigen Weilern. Nur das besonders hübsche Wissembourg (→ Tour 1) und Niederbronn-les-Bains (→ Tour 6) können als Kleinstädte bezeichnet werden.

Nahezu die gesamte Wanderregion hat man 1975 zum „Parc Naturel Regional des Vosges du Nord“ erklärt. Im Gegensatz zu reinen Naturparks oder gar Naturschutzgebieten ist ein Regionaler Naturpark bewohnt und wird bewirtschaftet. Ziel der Parkverwaltung, die ihren Hauptsitz in der Schlossburg von La Petite-Pierre hat (→ Tour 10), ist es, Landbau und wirtschaftliches Wachstum mit dem Schutz der Natur und der Bewahrung alten Kulturguts in Einklang zu bringen. 1998 hat man den Naturpark wegen der Artenvielfalt seiner Flora und Fauna unter der Schirmherrschaft der UNESCO mit dem Pfälzer Wald – mit dem die Nordvogesen sehr viel mehr Gemeinsamkeiten als mit den Südvogesen aufweisen – zum grenzüberschreitenden Biosphärenreservat „Pfälzer Wald - Vosges du Nord“ zusammengefasst.

Deutlich weniger als weiter im Süden ist in dieser Region die Vorbergzone ausgebildet. Felder, Wiesen und Wald prägen ihr Bild (→ Touren 1 und 2), Wein wird nur wenig angebaut.

 Die Mittelvogesen und ihre Vorbergzone: Den Teil des Gebirges zwischen dem Col du Saverne bis hinunter zum Tal der Liepvrette bezeichnet man als die mittleren Vogesen. Nur drei Gipfel übertreffen die 1.000-Meter-Marke, die anderen erreichen im Durchschnitt Höhen von 750 bis 850 m. Das Bruchetal trennt die Mittelvogesen in zwei unterschiedliche Landschaften. Diejenige nördlich davon wird noch vom Buntsandstein mit seinen charakteristischen Felsformationen, die südliche zum größten Teil von den sehr viel härteren Granit- und Gneisgesteinen geprägt. In beiden herrscht dichter Mischwald vor, durchzogen von unzähligen Wanderwegen.

Besonders viele hat man um den legendärenMont-Ste-Odile, Heimat der elsässischen Schutzpatronin Odilia, angelegt (→ Tour 20). Beliebte Wanderziele sind zudem der geheimnisumwitterte Berg Donon mit keltischen und gallorömischen Kultstätten (→ Tour 16), der gewaltige Dabofelsen (→ Tour 13) sowie die sagenumwobenen Burgen Nideck (→ Tour 15), die Haut-Barr nahe dem bezaubernden Städtchen Saverne (→ Tour 12) und das Château du Guirbaden (→ Tour 18). Fast lieblich präsentiert sich die abgelegene Region um das Schneebergmassiv, die „Schweiz des Elsass“ (→ Tour 14), wilder und herber gibt sich dagegen die Landschaft rund um Schirmeck (→ Tour 17), und in der Umgebung von Le Hohwald mit Hochalmen und Ferme-Auberges (Bergbauerngasthöfe) fühlt man sich fast bereits in die Südvogesen versetzt (→ Tour 22).

In der Vorbergzone der mittleren Vogesen reiht sich von Marlenheim bis Dambach-la-Ville zwischen den rebenbestandenen Hängen ein hübscher Winzerort an den anderen (→ Touren 19, 21 und 23). Nach einer Wanderung kann man in ihnen noch wunderbar das einmalige Weinstraßenflair genießen. 

 Die Südvogesen und ihre Vorbergzone: Die südlichen Vogesen, auch Hochvogesen genannt, erreichen im Hohneck eine Höhe von 1.363 m (→ Tour 31), im Storkenkopf von 1.366 m und schließlich im Grand Ballon von 1.424 m (→ Tour 35). Es handelt sich um eine faszinierende, raue, steile Landschaft mit alpinem Charakter, die dem Wanderer immer wieder großartige Ausblicke bietet.

Während der Eiszeit waren die Südvogesen in höheren Lagen von Gletschern bedeckt. Deren Eis schliff bzw. rundete die harten Gneis- und Granitgipfel zu Kuppen ab, den Belchen (franz. ballons). Beispiele sind der Ballon d’Alsace (→ Tour 38 und 39), der Hohneck (→ Tour 31), der Grand Ventron (→ Tour 36), der Petit Ballon (→ Tour 32) oder eben der Grand Ballon (→ Tour 35). Auch die zahlreichen Seen, neben den Gipfeln sehr beliebte Wanderziele, haben ihren Ursprung in der Arbeit des Eises. Gletscher hobelten aufgrund ihres von oben wirkenden Gewichts in Felsnischen Kare aus, d. h. sie modellierten steilwandige, halbkreisförmige Kessel in den Hang. Die Kesselböden weisen, weil der Druck des Eises talwärts abnahm, rückläufiges Gefälle auf. Deshalb staute sich nach dem Abschmelzen des Eises in dieser runden Hohlform das Wasser zu sog. Karseen (→ Touren 28, 30, 31, 35 und 38). Man findet sie besonders häufig östlich des Vogesenkamms. Einige sind zu Stauseen ausgebaut worden und dienen als Wasserreservoir für die Weinorte in der niederschlagsarmen Vorbergzone. Außerdem hinterließen größere Gletscher nach ihrem Abschmelzen wallartige Moränen. Da durch dieses Gemenge von Erde, Lehm und Gesteinsbrocken z. T. Täler aufgestaut wurden, bildeten sich längliche Seen (→ Tour 30).

Auf den Hochweiden, den Hautes Chaumes, wiederkäuen von Frühsommer bis in den Herbst hinein die Stars des Gebirges, die robusten, schwarz-weiß gefleckten oder braunen Vogesenkühe. Sie trotzen gelassen Sonne, Regen, böigem Wind und Nebelschwaden. Ganz oben, am zentralen Kamm der Vogesen, hat man einige dieser jahrhundertelang genutzten, z. T. torfigen Hautes Chaumes wegen ihrer vielfältigen subalpinen und alpinen Wiesenflora unter Naturschutz gestellt, z. B. am Gazon du Faing (→ Tour 28). Viele der Almbauernhöfe, der traditionellen Melkereien und Käsereien, haben sich aus wirtschaftlichen Gründen dem Tourismus geöffnet, nennen sich Ferme-Auberges oder einfach nur Auberges und bieten einfache, preiswerte und schmackhafte Mahlzeiten an. Auf einer Südvogesenwanderung sollte man sich das Erlebnis, in einem dieser Berggasthöfe einzukehren, nicht entgehen lassen (→ Touren 26, 27, 28, 31, 32, 33, 35, 37, 38 und 39). Bei blauem Himmel kann man auf der Terrasse meist einen traumhaften Blick genießen, dem Glockengebimmel der in der Nähe grasenden Kühe zuhören und sich dabei die „abgewanderten“ Kalorien mit einer Melkermahlzeit, einem selbstgemachten Käse oder einem Stück Heidelbeerkuchen wieder zurückholen; und wenn es draußen ungemütlich wird, verlagert sich das Ganze nach innen in den schlichten Gastraum.

Die wichtigsten Täler der elsässischen Südvogesen werden von den Flüssen Weiss, Fecht, Lauch, Thur und Doller gebildet. In ihnen lebt nahezu die gesamte Bevölkerung dieser Region. Nur das alte Bergbaustädtchen Ste-Marie-aux-Mines, Masevaux und v. a. Munster haben kleinstädtischen Charakter. Diese Täler öffnen sich auf die landschaftlich besonders abwechslungsreiche Vorbergzone (→ Tour 34), in der v. a. die „Perlen der Weinstraße“, die unbedingt sehenswerten mittelalterlichen Fachwerk-Weinorte Ribeauvillé (→ Tour 24), Riquewihr (→ Tour 25), Kaysersberg (→ Tour 26) und Eguisheim (→ Tour 29) zu einem Besuch einladen.

Wetter und Wandersaison

 Klima und Wetter: Die Unterschiede sind beträchtlich. „Sonnenbank des Elsass“ wird die klimatisch begünstigte Vorbergzone auch genannt – neben den fruchtbaren Böden und der Hangexposition einer der Gründe für das besonders gute Gedeihen der Reben. Da die Vogesen für die in der Regel aus Westen vom Atlantik heranziehenden Luftmassen ein natürliches Hindernis bilden, das sie zum Aufsteigen zwingt, was Abkühlung und Kondensation zur Folge hat, geben diese einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit in Form von Steigungsregen bereits im lothringischen Luv und im Zentrum des Gebirges ab. Östlich davon, im Lee, sinken die Luftmassen wieder ab, erwärmen sich dadurch, und die Wolken lösen sich auf. Durch diesen Föhn-Effekt, der aufgrund der unterschiedlichen Höhe der Vogesen im Süden natürlich stärker ausgeprägt ist als im Norden, bleibt es in der Vorbergzone vergleichsweise trocken. Mit 550–600 mm Jahresniederschlag ist der südliche Teil um Colmar sogar eines der regenärmsten Gebiete Frankreichs; weiter nördlich sind es 750–800 mm. Der meiste Niederschlag fällt, vorwiegend in Form von Gewitterregen, im Sommer (→ Grafik Niederschläge). In dieser Jahreszeit ist es in der Regel warm bis heiß, oftmals auch schwül, die Tageshöchsttemperaturen erreichen durchschnittliche Werte von mehr als 24° C, nicht selten von über 30° C. Nur mäßig kalt sind die Winter. Und durch die Burgundische Pforte, eine nur etwa 350 m hohe und etwa 20–30 km breite Senke zwischen dem südlichen Ende der Vogesen und dem nördlichen Jura, strömen regelmäßig warme Mittelmeerluftmassen in die Rheinebene und die Vorbergzone ein. Sie sorgen für angenehme milde Temperaturen im Frühling und im Herbst (→ Grafik Temperaturen).

Ganz anders ist die klimatische Situation in den Vogesen. Nehmen die vergleichsweise geringe Höhen erreichenden Nord- und die randlichen Gebirgsketten der Mittelvogesen sowie die Täler der Südvogesen noch eine Übergangsstellung ein, so herrschen in den höheren Lagen der Südvogesen fast schon subpolare Klimaverhältnisse. Die Temperaturwerte sind sehr niedrig, im Jahresdurchschnitt erreichen sie an der zentralen Kammkette gerade mal 4° C, in den langen Wintern sinken sie deutlich in den Minusbereich (→ Grafik Temperaturen). Es regnet viel und häufig, im Durchschnitt weit mehr als 2.000 mm pro Jahr. Aufgrund der zahlreichen Tiefdruckgebiete wird das Niederschlagsmaximum im Winterhalbjahr erreicht (→ Grafik Niederschläge). Ein großer Teil dieses Niederschlags fällt dann als Schnee, der oft bis März/April, in den höchsten Hochlagen manchmal sogar bis in den Mai oder Juni hinein liegen bleibt. Außerdem weht dort oben meist ein frischer, von Oktober bis Mai auch rauer Wind. Der Sommer beginnt spät und endet früh, nur im Juli und August übersteigen die Temperaturdurchschnittswerte auf den höchsten Gipfeln wie dem Grand Ballon oder dem Hohneck die 10-Grad-Marke, in Höhen von 1.000 m ist dies von Juni bis September der Fall. Entsprechend kurz ist die Vegetationsperiode. 

 Wandersaison: Bedingt durch die klimatischen Verhältnissen beginnt die Wandersaison in der Vorbergzone früh im Jahr, oft schon Ende Februar/Anfang März, nur wenig später in den Nord- und in den Randlagen der Mittelvogesen. In der Zeit um Ostern kann man häufig wunderschöne sonnige Tage erleben, überall grünt, sprießt und blüht es. Besonders reizvoll ist es auch im Herbst, zur Zeit der Weinlese im Oktober, wenn das golden gefärbte Laub der Reben den Hängen einen fast märchenhaften Schimmer verleiht. Der Altweibersommer mit seiner Schönwetterlage dauert oftmals bis in den November hinein an. Wenn es in der Vorbergzone im Sommer zu heiß ist, wandert man besser oben in den Vogesen. Dort erlebt man dann bei strahlender Sonne und blauem Himmel, oft mit Schönwetterwolken, angenehme Temperaturen und eine klare Sicht. Aber Vorsicht: Im Gebirge schlägt das Wetter schnell um. Schon allein deshalb empfiehlt es sich, vor Antritt einer Wanderung eine Wetterprognose einzuholen. 

Als vor etwa 45 Mio. Jahren der Rheingraben einzubrechen begann, hoben sich parallel dazu die Flanken (u. a. Vogesen und Schwarzwald) – allerdings nicht einheitlich, sondern in mehrere Einzelschollen zerstückelt und nicht gleichmäßig hoch. Bis zu 5 km wurden die einzelnen Teile der Erdkruste gegeneinander verschoben. Die Gebirge waren schließlich deutlich höher als heute, durch Verwitterung und Abtragung wurden sie allmählich niedriger.

Stein- und Felskunde für Wanderer

Was die geologische Situation und die daraus resultierenden Oberflächenformen betrifft, so lassen sich die Vogesen nicht in drei, sondern nur in zwei Teilräume untergliedern. Denn fast genau im Zentrum der Mittelvogesen verläuft eine wichtige Gesteinsgrenze.

 Buntsandsteinvogesen (Touren 1–17): Nördlich dieser Gesteinsgrenze, die sich am Tal der Bruche entlangzieht, waren die Vogesen immer weniger hoch als im Süden, waren Verwitterung und Erosion bzw. Abtragung mangels Angriffsmaterial schon immer geringer ausgeprägt gewesen. Deswegen hat sich über dem v. a. aus Granit bestehenden kristallinen Grundgebirge eine bis zu 300 m mächtige Buntsandsteinschicht erhalten können. Der meist rötliche Buntsandstein, ein Sedimentgestein, ist je nach Entstehungsbedingungen sehr feinkörnig, grobkörnig oder z. T. auch mit größeren Kieseln durchsetzt. Wasser, Frost und Wind haben im Laufe der Zeit seine oberflächennahen Bereiche zu schroffen, teils bizarren Formen modelliert. Es entstanden u. a. Plateaus, Vorsprünge, ja regelrechte Türme – hervorragende Gegebenheiten für die Errichtung einer kaum einnehmbaren Burg. Da sich Buntsandstein auch leicht bearbeiten lässt, hat man gelegentlich Räume einer Burg einfach nur in den Fels gehauen bzw. diesen ausgehöhlt. 

 Grundgebirgsvogesen (Touren 18–39): Südlich des Bruchetals waren die Vogesen dagegen immer deutlich höher. Die Verwitterungs- und Erosionsprozesse wirkten deshalb viel stärker, sodass die auch hier einst vorhandene Buntsandsteindecke bis auf ganz wenige Reste abgetragen und das vorwiegend aus Granit und Gneis bestehende Grundgebirge freigelegt wurde. Granit, ein in der Erdkruste erstarrtes Glutfluss- bzw. Tiefengestein, und auch Gneis, ein metamorphes Gestein, sind in ihren Bestandteilen viel homogener und leisten der Verwitterung mehr Widerstand als Buntsandstein. Daher entstanden dabei abgerundete, glatte Formen – die bekanntesten Beispiele sind die Gipfelkuppen des Hohneck, des Grand und des Petit Ballon sowie des Ballon d’Alsace.

Pflanzenwelt

Im Wandergebiet dominiert die Farbe Grün: In der Vorbergzone ziehen sich ab Marlenheim Weinberge wie ein breites grünes, im Herbst auch golden gefärbtes Band nach Süden, und die Wälder in den darüber aufragenden Vogesen leuchten aufgrund der verschiedenen Baumarten in ganz unterschiedlichen Grüntönen.

 Vorbergzonen: Die Römer brachten die Weinrebe mit in diesen Gunstraum, der sich dann im Mittelalter zu einer der bedeutendsten Weißweinregionen Europas entwickelte, bis es als Folge des Dreißigjährigen Krieges zu einem lang anhaltenden Einbruch kam. Erst im 20. Jh. blühte der Weinanbau wieder richtig auf, und in den letzten Jahrzehnten hat man die Rebflächen auf ein nie da gewesenes Ausmaß erweitert.

Deswegen und auch wegen des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmitteln wurde die natürliche Vegetation weitgehend verdrängt. Darunter auch einige im Laufe der Zeit aus dem Mittelmeerraum aufgrund des milden Klimas eingewanderten Pflanzen, z. B. die zur Gattung der Liliengewächse zählende blaue Traubenhyazinthe oder die gelb blühende Wilde Tulpe. Inzwischen sind die Winzer, was den Einsatz von chemischen Mitteln angeht, zwar deutlich zurückhaltender geworden, und immer mehr gehen dazu über, zwischen den Rebstöcken einen Unterwuchs aus Gräsern, Blumen und Kräutern stehen zu lassen, doch reicht das nicht aus, um die Verarmung der natürlichen Pflanzenwelt zu stoppen.

Dort, wo ein Hang aufgrund ungünstiger Exposition, Bodenverhältnisse etc. nicht so gut für den Weinbau geeignet ist, ragen zungenförmig v. a. aus Flaumeichen, z. T. auch aus Kastanien, Feldahorn u. a. Bäumen bestehende Wälder von oben in das Band der Reben hinein. Daneben gibt es einige Streuobstwiesen mit unzähligen bunten Blumen und nur noch ganz gelegentlich und an besonders trockenen, nährstoffarmen Standorten, die landwirtschaftlich nicht oder nur extensiv genutzt werden, Trockenrasen (auch Magerrasen genannt) mit niedrigen Rasen-, Kraut- und Halbstrauchpflanzen. In diesen Trockenraseninseln sind neben dem roten Storchschnabel, der blauen Kugelblume, dem gelben Sonnenröschen und der violetten Küchenschelle u. a. mehrere Orchideenarten heimisch.

In der nördlichen Vorbergzone, in der kaum Wein angebaut wird, finden sich neben Wäldern insbesondere Wiesen, Weiden und auch Ackerflächen. 

 Vogesen: Trotz deutlich sichtbarer Schäden, die saurer Regen und Starkstürme angerichtet haben (am verheerendsten hat 1999 der Orkan Lothar gewütet), sind die Vogesen noch dicht bewaldet. Grob gesagt herrscht Mischwald vor, der sich entsprechend der jeweiligen Höhenlage in verschiedene Zonen dominierender Waldtypen einteilen lässt. Die Grenzen zwischen diesen Zonen sind fließend, hängen sie doch auch von lokalen Boden- und v. a. Witterungs- bzw. Klimaverhältnissen ab. Allgemein gilt, dass diese Baumzonen auf der elsässischen trockeneren Leeseite der Vogesen um mehr als 100 m höher hinaufreichen als auf der lothringischen feuchteren Luvseite.

Bis in eine Höhenlage von ca. 400 bis 650 m finden sich sehr artenreiche Eichen-Buchen-Wälder, v. a. aus Flaumeichen, Traubeneichen, Hainbuchen (weiter unten), Rotbuchen (weiter oben) bestehend. Lokal finden sich auch Linden, Ulmen, Haseln und die einst von den Römern eingeführten Esskastanien. Gerade die Esskastanie war dann bis in jüngere Zeit für die Winzer der Vorbergzone sehr wichtig, sie verwendeten deren junge Stämme zum Anbinden der Reben. Auf die vielen und ertragreichen Kastanienbäume geht z. B. der Name des zwischen Dambach-la-Ville und Ribeauvillé gelegenen Weinorts Châtenois (Kestenholz) zurück. In der bodennahen Schicht dieser Zone blüht und grünt es intensiv. Je nach Jahreszeit erfreuen den Wanderer Maiglöckchen, Walderdbeeren, Buschwindröschen, Schlüsselblumen, Ginster und vieles mehr.

Von etwa 650 bis 1.000 m dominiert der Rotbuchen-Weißtannen-Wald, der wichtigste Waldtyp der Vogesen. Die darunterliegenden Bereiche sind der vergleichsweise anspruchsvollen Tanne im Sommer zu heiß und auch zu trocken. Daneben wachsen in dieser Zone u. a. Berg- und Spitzahorn, Eiche, Bergulme und Sommerlinde. Je nach dem Nährstoffgehalt des Bodens entwickelt sich zwischen den Bäumen eine mehr oder weniger üppige Strauch- und Krautschicht, in der u. a. der Rote Fingerhut mit seinen bis zu 6 cm langen Blüten hübsche Farbakzente setzt. Er ist giftig, seine Glykoside liefern aber sehr wirksame Herzmedikamente. Moose, Farne, verschiedene Rispengräser, Waldmeister, Buschwindröschen, Primeln, Himbeeren, Brombeeren und vieles andere Interessante aus dem Reich der Blumen und Sträucher findet sich in dieser Zone. Dazu kommen noch zahlreiche Pilze.

Ab etwa 1.000 m Höhe sind die Temperaturen für die Tanne zu niedrig und die Böden zu felsig und karg, während die viel wetterfestere und robustere Rotbuche damit noch zurechtkommt. Weil sie im Herbst ihr Laub verliert, kann ihr der Schnee im Winter wenig anhaben. Der nun vorherrschende Rotbuchenwald reicht bis in eine Höhe von über 1.200 m. Darüber werden die Rotbuchen mehr und mehr vom Wind gebeugt und zerzaust, kleiner, verkrüppelter und buschähnlicher. Die Baumgrenze liegt dann bei etwa 1.300–1.350 m Höhe. Neben Bergrispengras, anderen Gräsern und Kräutern gedeiht hier auch noch die Heidelbeere, die man aber auch weiter unten finden kann.

Natürliche Fichtenvorkommen findet man nur an ganz felsigen Hängen, an Rändern von Mooren, wo die Böden besonders sauer sind, etc. Dass die Fichten heute aber dennoch etwa 15 % des Vogesenwaldes einnehmen, in allen Waldzonen vorkommen, insbesondere aber größere Bereiche des Rotbuchen-Weißtannen-Waldes verdrängt bzw. sich mit diesem vermischt haben, liegt daran, wie man lange Zeit Forstwirtschaft betrieben hat und z. T. immer noch betreibt. Da nämlich Fichten anspruchslos sind, schneller wachsen als Laubbäume, einen viel höheren Holzertrag bringen, einen langen, geraden Stamm entwickeln, dessen Holz tragfest, leicht zu verarbeiten und vielseitig verwertbar ist, pflanzte man sie dort, wo man Tannen und Buchen abgeholzt hatte. Wie auch im Schwarzwald, wo mittlerweile sogar 50 % des Waldes aus Fichten bestehen, bedachte man bei dieser Aufforstung zu wenig die Nachteile: In Fichtenmonokulturen verarmt die Krautschicht bzw. der Unterwuchs, die Bäume werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten, und schließlich drohen sie wegen ihrer flachen Wurzeln bei Orkanen besonders leicht zu entwurzeln.

Die höchsten Lagen der Südvogesen oberhalb der Baumgrenze sind durch die Hautes Chaumes geprägt. Das sind Wiesen mit den verschiedensten alpinen Gräsern und Wildblumen sowie Heidevegetation. In den Gipfelbereichen waren diese Chaumes von Natur aus waldfrei, die etwas tiefer gelegenen bewaldet. Die Bäume hat man aber schon im Mittelalter gerodet, als unten die Gebirgstäler mehr und mehr zum Siedlungsraum wurden. Denn wie noch heute brauchte man damals die Chaumes als Sommerweiden für das Vieh. Wegen ihrer Einzigartigkeit hat man inzwischen einen Teil von ihnen unter Naturschutz gestellt (→ Touren 28, 31, 32, 33). Man findet dort Flechten, Moose, Gräser wie das Borstgras, Heidekrautgewächse (z. B. Heidelbeere und Preiselbeere) sowie Besonderheiten wie die Kleine Alpenküchenschelle und das Vogesen-Stiefmütterchen.

Tierwelt

Die Fauna des Wandergebietes ist artenreich. Dennoch leidet sie an immer schlechteren Lebensbedingungen, hervorgerufen durch Umweltzerstörung, Klimawandel etc. Gestört werden die Tiere auch vom Menschen, der z. B. Weinbau oder Holzwirtschaft betreibt und auch als Tourist keine Rücksicht auf sie nimmt. Auch wenn Vieles unternommen wird, um bereits ausgestorbene Tiere (etwa den Luchs) in den Vogesen wieder anzusiedeln und andere (z. B. die faszinierenden Auerhühner) vor dem Aussterben zu bewahren, ist die Situation kritisch.

 Vorbergzonen: Insbesondere Vögel, Reptilien und Insekten leben hier, auf größere Tiere trifft man kaum. Am dichtesten bevölkert sind natürlich die Streuobstwiesen- und Trockenraseninseln. Wie einige Pflanzen sind auch ein paar Tiere aus dem mediterranen Raum zugewandert, etwa die Smaragdeidechse oder die bis zu 8 cm lange Europäische Gottesanbeterin, eine räuberische Fangheuschrecke, deren taschenmesserartig einklappbaren Fangarme zum Gebet erhobenen Armen ähneln. Groß ist die Zahl der Käfer und Schmetterlinge, unter Letzteren ganz besonders schöne Arten wie der Schwalbenschwanz und das Kleine Nachtpfauenauge. Unter den zahlreichen Vögeln sind solche mit so klingenden Namen wie Mönchsgrasmücke, Wiedehopf, Wendehals, Rotkopfwürger, Girlitz, Zaunkönig etc. 

 Vogesen: Als Wanderer sieht man immer wieder Erdkröten, Grasfrösche, in Mooren auch Moorfrösche, bei denen die Männchen während der Paarungszeit oft ganz blau gefärbt sind, farbenprächtige Libellen, Zaun- und Bergeidechsen, Blindschleichen, Ringelnattern, Eichhörnchen, auch Rehe; von den meisten größeren Säugetieren (Fuchs, Dachs, Wildschwein und Rothirsch) in der Regel allerdings nur die Spuren. Verbiss an Bäumen und abgeschabte bzw. geschälte Rinde weisen auf den Rothirsch hin, das größte Wildtier der Vogesen. Vom Dachs und vom Fuchs sieht man ab und zu ihren in die Erde gegrabenen Bau. Luchse, wie Bären und Wölfe in den Vogesen seit langer Zeit ausgerottet, hat man mittlerweile ausgewildert, in der Mitte des 20. Jh. auch Gämsen, obwohl gar nicht sicher ist, dass sie einstmals hier heimisch waren. Sie gewöhnten sich jedenfalls schnell ein. Besonders im Gebiet des Hohneck, ansonsten an den Wänden der Karseen, an Steilabhängen und auch auf den Hautes Chaumes sieht man immer wieder ein paar der gegenwärtig insgesamt knapp 1.000 Tiere herumklettern. Häufig zu beobachten sind Vögel wie Buchfinken, Rotkehlchen, Spechte, Meisen, Kleiber, Eichelhäher, Drosseln etc. Der größte Hühnervogel Europas ist das Auerhuhn. Die Hähne vollführen im Frühjahr im Morgengrauen einen faszinierenden Balztanz. Obwohl man Schutzgebiete eingerichtet hat, ist die Zahl der Auerhühner in den Vogesen drastisch zurückgegangen, denn sie reagieren ganz besonders empfindlich auf Störungen und auch auf Umweltbelastungen wie Stickstoffemissionen. Die Population soll inzwischen auf unter 100 Tiere gesunken sein.

Ausrüstung und Verpflegung

 Ausrüstung: Auf fast allen der in diesem Führer beschriebenen Touren sind knöchelhohe, rutschfeste Wanderschuhe unerlässlich, bei schwierigen Abstiegen können Wanderstöcke sehr hilfreich sein. Sonnen- bzw. Regenschutz gehören ebenso in den Tagesrucksack wie ein Pulli oder eine Jacke – in der Höhe beginnt man insbesondere nach einem schweißtreibenden Anstieg oft schneller zu frieren als gedacht. Zudem ist es oft recht windig. Auch ein Mückenschutz kann von Vorteil sein. 

 Verpflegung: Mitten in der Natur Brotzeit zu halten, gehört für viele Wanderer einfach dazu. Zahllose mit Tischen und Bänken gut ausgestattete Picknickplätze, sog. „aires de picnic“, wurden dafür eingerichtet. Sie befinden sich oft mitten im schattigen Wald, an Wanderparkplätzen, Seeufern, Burgen, in den Weinbergen usw. Wir haben diese, z. T. aber auch Plätze, wo man ohne derartige Vorrichtungen angenehm rasten kann, für jede Tour angegeben. Art und Menge der Verpflegung sind natürlich Geschmackssache, ausreichend Trinkwasser sollte jedoch immer mitgeführt werden.

Auf den meisten Wanderungen besteht aber auch die Möglichkeit einzukehren. In manchen Regionen der Mittel-, v. a. aber in den Südvogesen locken die Ferme-Auberges, urige Berggasthöfe in idyllischer Lage, die an einen Bauernhof angeschlossen sind. 70 % dessen, was dem Gast serviert wird, soll im eigenen Betrieb erwirtschaftet worden sein – eine Auflage, die dazu führt, dass in den letzten Jahren einige Betriebe das „Ferme“ gestrichen und sich in „Auberge“ umbenannt haben. In der Regel bieten sie dennoch fast alle dasselbe an, die sog. Melkermahlzeit (→ Kasten) und außerhalb der Essenszeiten von 12 bis 15 Uhr das „casse-croute“, einen Brotzeitteller mit Käse und/oder Speck, manchmal auch Wurst. Und dennoch können die Gasthöfe, je nach Lage und Besucherfrequenz, in ihrem Charakter ganz unterschiedlich sein.

In den meisten Dörfern, die man auf unseren Touren passiert, kann man in gutbürgerlichen Gasthäusern und Winstubs einkehren. Hier bekommt man deftige elsässische Küche wie „choucroute“ (Sauerkraut mit üppigen Beilagen), das leckere Schmorgericht „baeckeoffa“ und vieles andere mehr. Der legendäre Flammkuchen, mit einer Mischung aus Quark und Crème fraîche bestrichen und mit Speckwürfeln und Zwiebelringen belegt, wird neuerdings manchmal sogar schon mittags serviert. Ob einfacheres oder edleres Haus, meist gilt zur Mittagszeit die etwas starre Regel, dass sich Schlag zwölf Uhr die Lokale füllen und zwei Stunden später die Küche zugemacht wird, um erst am Abend wieder zu öffnen. Wo es möglich war, haben wir deshalb Lokale genannt, in denen durchgängig kaltes oder warmes Essen serviert wird. 

Notfall und Notfallnummern

 Die europaweit eingeführte Notrufnummer Tel. 112 gilt auch in Frankreich. Die Polizei (Gendamerie) kann aber darüber hinaus auch unter der Nummer Tel. 17, der Rettungsdienst (SAMU) unter der Nummer Tel. 15 informiert werden. Ein Handy mit voll geladenem Akku ist außerdem hilfreich, das Funknetz im Elsass ist gut ausgebaut. 

 Krankenhäuser: Centre hospitalier Hôpitaux Civils de Colmar, 39, avenue de la Liberté, 68024 Colmar, Tel. 0389124000.

Centre hospitalier de Gérardmer, 22, boulevard Kelsch, 88407 Gérardmer, Tel. 0329602960.

Centre hospitalier de Haguenau, 64, avenue Prof. René Leriche, 67500 Haguenau, Tel. 0388063333.

Centre hospitalier de Mulhouse, 87, avenue d’Altkirch, 68051 Mulhouse, Tel. 0389 647474.

Hôpital civil d’Obernai, 1, Rempart Monseigneur Caspar, 67211 Obernai, Tel. 0388951400.

Centre hospitalier Sainte Catherine, 19, côte de Saverne67703 Saverne, Tel. 0388716767.

Centre hospitalier de Sélestat, 23, avenue Pasteur, 67606 Sélestat, Tel. 0388575555.

Centre hospitalier Universitaire Hôpitaux Universitaires de Strasbourg, 1, place de l’Hôpital, 67091 Strasbourg, Tel. 0388116768.

Centre hospitalier intercommunal de la Lauter de Wissembourg, 24, route de Weiler, 67166 Wissembourg, Tel. 0388541111. 

Tourplanung und -durchführung

 Alle in diesem Führer beschriebenen Touren sind Rundwanderungen. Wenn die Möglichkeit bestand, haben wir Varianten aufgezeigt, durch die sie z. T. erheblich verkürzt werden können. Die Angaben zur Dauer beziehen sich auf die reine Wanderzeit und sind natürlich nur als Richtwerte zu verstehen. 

 Standorte: Ganz bewusst haben wir unsere Touren so gewählt, dass von einem Standort aus mehrere Wanderungen durchführbar sind. Denn wenn die Region auch über ein recht gutes Straßennetz verfügt, so können doch insbesondere im Gebirge die Anfahrten ziemlich zeitraubend sein. In den verschiedenen Wandergebieten können wir folgende Städtchen bzw. Dörfer als Standorte empfehlen.

In den Nordvogesen und ihrer Vorbergzone: Das lebhafte Grenzstädtchen Wissembourg hat einige Sehenswürdigkeiten, ein besonderes Flair und eine gute Infrastruktur anzubieten. Regelmäßiger Busverkehr ins Steinbachtal (Touren 1, 2, 3, 4 und 5).

Wer gerne auf dem Land wohnt und doch nicht jeden Abend in demselben Lokal essen gehen möchte, wird sich in dem kleinen Dorf Obersteinbach wohlfühlen. Hier und im Nachbarort Lembach gibt es einige Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants jeder Couleur. Regelmäßiger Busverkehr nach Wissembourg (Touren 1, 2, 3, 4, 5, und 6).

Auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so elsässisch anheimelnd wirkt Niederbronn-les-Bains, das aber immerhin ein Casino, ein öffentliches Thermalbad, ein Museum und mehrere Hotels und Restaurants zu bieten hat. Regelmäßige Busverbindungen (Touren 4, 5, 6, 7, 8 und 9).

In den Mittelvogesen und ihrer Vorbergzone: Das geschichtsträchtige Städtchen Saverne an der Zorn und am Rhein-Marne-Kanal mit einem schönen Schloss am Wasser lädt zum Bummeln ein. An Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten herrscht kein Mangel; zahlreiche Busverbindungen (Touren 10, 11, 12, 13 und 14).

Niederhaslach bietet zwar deutlich weniger touristische Infrastruktur, doch wer keine allzu hohen Ansprüche stellt, kann sich in dem hübschen Dorf sicher wohlfühlen (Touren 13, 14, 15, 16, 17 und 18).

Viel Charme und Flair machen Obernai zu einem der angenehmsten, aber auch meistbesuchten Orte der elsässischen Weinstraße. Großes Angebot an Hotels und Restaurants, edle Patisserien, gut sortierte Souvenirläden, etliche Sehenswürdigkeiten – hier wird es Ihnen mit Sicherheit nicht langweilig. Zu den anderen Orten der Weinstraße und zum Mont-Ste-Odile gute Busverbindungen (Touren 18, 19, 20, 21, 22 und 23).

In den Südvogesen und ihrer Vorbergzone: Eine weitere Perle der Weinstraße, die viel von ihrem mittelalterlichen Reiz bewahrt hat, ist das quirlige Kaysersberg. An touristischen Einrichtungen herrscht kein Mangel, gute Busverbindungen zum Pass Col du Bonhomme und zu anderen Weinstraßenorten (Touren 24, 25, 26, 27 und 28).

Nur im Sommer drängen sich die Besucher in dem Kleinstädtchen Munster, ansonsten wirkt es fast ein wenig verschlafen. Doch auch hier variieren die Hotels und Restaurants stark in der Anzahl der Sterne, und sicherlich kann jeder das Geeignete für sich finden. Mit dem Bus kommt man nach Mittlach, zur Route des Crêtes jedoch nur mit dem eigenen Fahrzeug (Touren 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 35 und 36).

Das liebliche Tal der Doller bietet sich als Standort für die südlichsten Touren an. Hier haben Sie z. B. die Wahl zwischen dem kleinen Städtchen Masevaux oder dem hübschen Straßendorf Sewen mit kleinen, aber freundlichen Hotels direkt am Bach (Touren 37, 38 und 39). 

 Wege und ihre Markierungen: Im Gebirge ist man meist auf Pfaden, also schmalen, manchmal recht steinigen oder wurzligen Fußwegen unterwegs, die hin und wieder Trittsicherheit und sogar Schwindelfreiheit erfordern. In der Vorbergzone wandert man dagegen häufig auch auf Pisten, also breiten, mit Allradfahrzeugen befahrbaren Feld- oder Waldwegen ohne Asphaltdecke. Insbesondere in den Weinbergen benutzt man daneben auch die z. T. betonierten Wirtschaftswege der Winzer.

Für die zum größten Teil vorbildlichen Markierungen ist der Club Vosgien(→ Kasten) verantwortlich. Dabei werden die Symbole Balken bzw. Rechteck, Dreieck, Raute, Kreuz, Scheibe, Schrägkreuz, senkrechter Balken und Ring in den Farben rot, blau, gelb und grün, z. T. auch zweifarbig, verwendet. Die mit einfarbigen Balken gekennzeichneten Strecken sind sog. GR-Wanderwege (Sentiers de Grande Randonnée), die u. a. Ostfrankreich von Nord nach Süd durchqueren. So führt z. B. der mit blauem Balken gekennzeichnete GR 531 von Wissembourg zum Ballon d’Alsace. Ringe bezeichnen in der Regel Rundstrecken um einen Ort, die von den jeweiligen Gemeinden gepflegt werden.

Immer wieder kommt es zu Markierungsänderungen („itineraire modifié“). Wir haben uns in diesen Fällen an die aktuell gültigen Wanderzeichen gehalten, weshalb unsere Angaben nicht immer mit den im Handel vertriebenen Karten übereinstimmen. 

 Straßen-, Land- und Wanderkarten: Viele Verlage bieten Straßenkarten für die Region an. Empfehlenswert sind z. B.:

Michelin Local Nr. 315 – Elsass, Oberrheinische Tiefebene, ISBN 2-06-713419-1, 1:150.000.

Michelin Local Nr. 314 – Vogesen, ISBN 2-06-713418-3, 1:150.000.

MairDumont: Die Generalkarte Vogesen/Elsass/Schwarzwald, ISBN 9783829740418, 1:200.000.

Die von uns mit Hilfe des GPS-Systems (Global Positioning System) erstellten Wanderkarten sollten für die Durchführung der Touren ausreichen. Im Handel erhältlich sind zudem die detaillierten Blätter des Institut Géographique National (IGN), das in Zusammenarbeit mit dem Club Vosgien die Reihe TOP 25 (Série Bleue) herausbringt. Seit Anfang 2013 werden diese Kartenblätter nach und nach in der Version “Top 25 Resistante” (leichteres, wasserfestes Papier, doppelseitiger Druck) herausgegeben. Ebenfalls vor Ort erhältlich sind die grünen Karten des Club Vosgien mit einem Maßstab von 1:50.000.

IGN-Reihe TOP 25/Club Vosgien Série Bleue: Nr. 3814 ET, 3713–3714 ET, 3715 OT, 3716–3717 ET, 3718–3719 OT, 3616 OT, 3618–3619 OT, 3620 ET, 1:25.000. Amtliche Karten des Institut Géographique National.

IGN-Reihe Club Vosgien: Nr. 1/8, Nr. 2/8, N°4/8, Nr. 6/8, Nr. 7/8, 1:50.000. Grüne Karten des Club Vosgien bzw. amtliche Karten des Institut Géographique National. 

 Touristeninformation von zu Hause aus: Auf den Internetseiten der Tourismusbüros der beiden Departements des Elsass (Bas-Rhin und Haut-Rhin) finden Sie jeweils eine Übersicht aller elsässischen Fremdenverkehrsämter, die man dann direkt kontaktieren kann. Geboten wird meist ein freundlicher und umfassender Service, oft spricht das Personal Deutsch. Man erhält umfangreiches, kostenloses Prospektmaterial zu Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten sowie Stadtpläne, z. T. auch Broschüren mit ausgearbeiteten Wandertouren etc.

Bas-Rhin: Agence de Développement Touristique du Bas-Rhin, 9, rue du Dôme, 67061 Strasbourg, Tel. 0388154588, Fax. 0388756764, www.tourisme67.com.Haut-Rhin: Association Départementale du Tourisme en Haut-Alsace, 1, rue Schlumberger, 68006 Colmar, Tel. 0389201068, Fax. 0389233391, www.tourisme68.com

 Touristeninformation vor Ort: In allen wichtigen Orten finden Sie ein Office de Tourisme (O.T.) bzw. ein Syndicat d’Initiative (S.I.), die kleinere Version. Der Weg dorthin ist meist hervorragend ausgeschildert. Wir geben hier die Adressen und Öffnungszeiten der beiden relevanten lothringischen Fremdenverkehrsämter sowie die der Informationsbüros in den von uns angegebenen Standortempfehlungen im Elsass an. Wenn nicht anders vermerkt, sind die Büros an den genannten Tagen in der Regel von 9 bzw. 10 bis 12 und von 14 bis 17 bzw. 18 Uhr geöffnet.

In den lothringischen Vogesen

Bitche: O.T., 31, rue Maréchal Foch, 57230 Bitche, Mo–Fr, Sa bis 16.30 Uhr, 1.5–30.9. auch So, Tel. 03​87061616, Fax. 0387061617, www.ot-paysdebitche.com.

Gérardmer: O.T., 4, Place des Déportés, 88400 Gérardmer, ganzjährig Mo–Sa, im Juli/Aug. durchgehend 9–19 Uhr, So 10–13 Uhr, Tel. 0329272727, Fax. 0329272325, www.gerardmer.net.

In den Nordvogesen und ihrer Vorbergzone

Wissembourg: O.T., 11, pl. de la République, 67163 Wissembourg, Tel. 03​88941011, Fax. 0388941882, www.ot-wissembourg.fr, ganzjährig Mo–Sa, Mai bis Okt. auch sonntagnachmittags.

Lembach: S.I., 23, rte de Bitche, 67510 Lembach, Tel. 0388944316, Fax. 0388942004, www.ot-lembach.com, Jan. bis Mitte Okt. Mo–Fr und Samstagvormittag, ab Mai auch samstagnachmittags.

Niederbronn-les-Bains: O.T., 6, pl. de l’Hôtel de Ville, 67110 Niederbronn-les-Bains, Tel. 0388808970, Fax. 0388803701, www.ot-niederbronn.com, ganzjährig Mo–Fr, Mai bis Sept. auch Sa und sonntagnachmittags.

In den Mittelvogesen und ihrer Vorbergzone

Saverne: O.T., 37, Grand’ rue, 67700 Saverne, Tel. 0388918047, Fax. 0388710290, www.ot-saverne.fr, ganzjährig Di–Sa, Mai bis Sept. auch So/Fei und montagnachmittags.

Niederhaslach: Das Dorf gehört zur Region „Suisse d’Alsace“. Sein Fremdenverkehrsamt befindet sich in dem ca. 15 km entfernten Wangenbourg: O.T., 32 a, rue du Général de Gaulle, 67710 Wangenbourg, Tel. 0388873350, Fax. 0388873223, www.​suisse-alsace.com, ganzjährig Mo–Fr und samstagvormittags, Mai bis Sept. auch sonntagnachmittags, Juli/Aug. tägl.

Obernai: O.T., Pl. du Beffroi, 67210 Obernai, Tel. 0388956413, Fax. 0388499084, www.obernai.fr, April bis Okt. sowie im Dez. tägl., in den übrigen Monaten So geschl.

In den Südvogesen und ihrer Vorbergzone

Kaysersberg: O.T., 39, rue du Général de Gaulle, 68240 Kaysersberg, Tel. 0389782278, Fax. 0389782744, www.kaysersberg.com, ganzjährig Mo–Sa, Mitte Juni bis Mitte Sept. auch sonntagvormittags.

Munster: O.T., 1, rue du Couvent, 68140 Munster, Tel. 0389773180, Fax. 0389770717, www.vallee-munster.eu, ganzjährig Mo–Sa, Juli/Aug. auch sonntagvormittags.

Masevaux: O.T., 1, pl. Gayardon, 68290 Masevaux, Tel. 0389824199, Fax. 0389824944, www.ot-masevaux-doller.fr, ganzjährig Mo–Fr und samstagvormittags, Mai–Okt. auch samstagnachmittags. 

 Bahn und Bus: Durch das Eisenbahnnetz der SNCF-Tochter „Ter Alsace“ sind die wichtigsten Orte der Rheinebene und der Weinstraße gut miteinander verbunden; genaue Fahrplanauskünfte erhalten Sie auf www.ter-sncf.com.

www.bahn.de

Die Verbindungen zwischen den Dörfern werden von privaten Busgesellschaften unterhalten. Dabei gelten die Regeln der profitorientierten Privatwirtschaft, das bedeutet im Klartext, dass für viele Dorfbewohner nur über Schulbusse die nächste Kleinstadt erreichbar ist; an Sonntagen wird der Busverkehr quasi eingestellt. Die Fahrpläne erhalten Sie kostenlos in den jeweiligen Tourismusbüros bzw. auf den französischsprachigen Internetseiten www.bas.rhin.fr und www.cg68.fr (Haut-Rhin). 

 Spezielle Internetseiten für Elsass- und Vogesenwanderer: www.tourisme-alsace.com: Website, auf der man u. a. Informationen über Pferdewanderungen, Wandern ohne Gepäck, Wanderreisen etc. findet. Auch auf Deutsch.

home.arcor.de: private Seite eines leidenschaftlichen Wanderers in deutscher Sprache.

www.baladapied.com: Jean Louis Keller, der Autor des gleichnamigen Wanderbüchleins, beschreibt alte und neu entdeckte Touren in französischer Sprache und dokumentiert sie mit zahlreichen Fotos.

www.parc-ballons-vosges.fr: Homepage des Parc Naturel Regional des Ballons des Vosges in französischer Sprache.

www.parc-vosges-nord.fr: Homepage des Naturparks Nordvogesen, ebenfalls auf Französisch. 

 Literaturtipps: Egen, Jean: Die Linden von Lautenbach. Rowohlt Taschenbuch 2002. Aus der Perspektive eines Kindes erzählt der Autor seine Lebensgeschichte und damit auch die Geschichte des ewig zerrissenen Elsass auf spannende und humorvolle Weise.

Kaiser, Thomas/Stieghorst, Martin: Die Vogesen. Naturvielfalt in einer alten Kulturlandschaft. G. Braun Buchverlag 2003. Die Landschaften der Vogesen in wunderbaren Bildern und anschaulichen Texten – empfehlenswert. Leider vergriffen und nur noch antiquarisch zu erwerben.

Schwab, Antje und Gunther: Elsass. Michael Müller Verlag, 4. Auflage 2012. Das Reisehandbuch aus dem Michael Müller Verlag liefert alle Informationen, die man für einem erlebnisreichen Urlaub braucht.

Turenne, Henri de/Ducker, François: Die Elsässer. Wunderlich-Verlag 2000. Die packende Geschichte einer elsässischen Familie zwischen den Fronten. Leider vergriffen und nur noch antiquarisch zu erwerben.

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