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Gardasee

Erlebnis Kultur

Im Mittelalter waren es die Venezianer, die Skaliger (aus Verona), die Visconti (aus Mailand) und die Gonzaga (aus Mantua), die um die Herrschaft am See rangen, zahlreiche Burgen zeugen von den Kämpfen dieser Adelsgeschlechter.

Jahrhunderte später erhoben sich die Italiener gegen die Besatzung durch das österreichisch-ungarische Kaiserreich. Eine der größten Schlachten des Risorgimento („Wiederauferstehung“) fand 1859 nur wenige Kilometer südlich vom See statt und war die Geburtsstunde des Roten Kreuzes. Die düsteren Betonfestungen der k.u.k. Monarchie sind heute beliebte Ausflugsziele für Mountainbiker und Wanderer.

Doch auch die frühe Geschichte ist bis heute präsent – so hat man aus prähistorischen Zeiten zahlreiche Pfahlbausiedlungen entdeckt, und die Römer errichteten an den Seeufern ganze Siedlungen, großzügige Villen und Thermalbäder.

Was ansehen?

Prähistorische Pfahlsiedlungen und Felsritzzeichnungen: 1929 wurde im Lago di Ledro oberhalb von Riva eine Pfahlbausiedlung entdeckt, 10.000 Pfähle und zahlreiche weitere Überreste konnten geborgen werden. Ein zweiter Schwerpunkt der Pfahlbauten ist Desenzano am Südufer, das dortige Archäologische Museum gibt umfassend Auskunft. Bis zu 3000 Jahre alt sind die Ritzzeichnungen auf den Felsen zwischen Torri del Benaco und Garda.

Die Römer am See: Die monumentalen „Grotten des Catull“ bei Sirmione und die prächtige Villa von Desenzano sind ihre bekanntesten Relikte.

Skaligerherrschaft: Im 13. Jh. unterwarfen die Skaliger aus Verona alle umliegenden Landstriche. Ihre Burgen beherrschen heute den Osten und Süden des Sees: Malcesine, Torri del Benaco, Lazise, Sirmione und Valeggio sul Mincio.

Venezianische Expansion: Im Kampf mit den Mailänder Visconti transportierten die Venezianer 1439 eine ganze Schiffsflotte über die Berge ins heutige Torbole, 2000 Ochsen wurden dafür eingesetzt.

Gonzaga und Visconti: Ihre Auseinandersetzungen am See kulminierten im Bau eines gewaltigen Flussdamms im Mincio, mit dem die Visconti die Gonzaga-Stadt Mantua buchstäblich austrocknen wollten.

Kirchen und Klöster: Die romanischen Kirchen Sant’Andrea in Maderno und San Severo in Bardolino, die wunderbaren Fresken in der Chiesa di San Rocco bei Arco, der prächtige Dom von Salò, die Wallfahrtskirche Madonna della Corona hoch über dem Etschtal, das Kamaldulenser-Kloster bei Garda und natürlich die imposanten Kirchen in Verona und das zum Museum umgewandelte Monastero di Santa Giulia im nahen Brescia – Kulturinteressierte kommen am und um den See auf ihre Kosten.

Das 19. Jahrhundert: Es war geprägt von den Kämpfen der italienischen Nationalstaatsbewegung gegen die österreichischen Besatzer. Die Altstadt von Peschiera del Garda liegt inmitten einer mächtigen Festung der k.u.k. Monarchi​e. An den Schauplatz einer der größten Schlachten erinnert der Turm „Monumento della Battaglia“.

Das 20. Jahrhundert: Das pompöse Anwesen des Dichters Gabriele d’Annunzio in Gardone Riviera versinnbildlicht den übersteigerten Nationalismus nach dem Ersten Weltkrieg. 1943 wurde der entmachtete Mussolini als Marionette Hitlers in der faschistischen Republik von Salò eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg explodierte der Tourismus am See, das Museo del Turismo in Limone bereitet diese Zeiten liebevoll auf.

Kulinarische Kultur

Nein, mal keine Pizza oder Pasta – am Nordufer Forellen aus der „Troticultura“ Armanini kosten und im nahen Limone die Zitronen aus den örtlichen Gewächshäusern. Bei den letzten Seefischern in Gargnano schmeckt der frisch gefangene Fisch und in Salò die süßen „Bacetti“ (Küsschen) von Vassalli. „Knoten der Liebe“ werden die Tortellini von Valeggio genannt, sehenswert ist das Olivenölmuseum von Cisano, frisch gerösteten Kaffee gibt es bei „Omkafè“ in Arco, und natürlich lohnt immer eine Weinprobe in den Kellereien Masi Tenuta Canova und Guerrieri Rizzardi.

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