Orientiert in Krakau

Wie ist Krakau?

Wenn an manchen Tagen im Frühling und im Herbst Nebelschwaden die archi­tektonischen Meisterwerke ver­hül­len, wirkt Krakau fast mystisch. Viel­leicht sind diese Dunstschleier mit da­für ver­antwortlich, dass sich die Stadt mit dem Attribut „die Magische“ schmückt. Doch der Zauber geht über die Pracht ihrer Bauwerke weit hin­aus. Der Kra­kauer Schriftsteller und Sa­ti­ri­ker Ta­deusz Boy-Żeleński be­zeichnete sei­ne Heimatstadt tref­fend als Heimat der Ein­bildungskraft. Und dieses im­ma­te­ri­el­le Krakau lebt von den Le­gen­den und Liedern, den Ge­dich­ten, Ro­ma­nen und Kunst­werken, die hier ent­stan­den sind und immer noch ent­ste­hen. Keine Frage, Krakau trägt den Ti­tel „die Ma­gische“ zu Recht: Hier geht es sinn­lich und über­sinn­lich zu statt nüch­tern und ra­tio­nal. Die in­zwischen rund 10 Mil­lio­nen Gäste pro Jahr er­le­ben Kra­kau als ei­nen ma­gischen Ort – und zu­gleich als einen Ort, der aus dem Dorn­rös­chen­schlaf auf­ge­wacht ist. Also keine Stadt, in der man sich schnell zu­recht­findet? Keines­wegs …

Wie ist Krakau aufgebaut?

Der Wunsch liegt nahe, es dem Helden in „Ich schwebe über Krakau” gleich­zu­tun. Wie in Adam Zagajewskis lite­ra­ri­scher Liebeserklärung an Krakau könn­te der geradezu klassische Stadt­aufbau so von oben bewundert wer­den: Alles dreht sich in Krakau um die tropfen­för­mige Altstadt mit dem gro­ßen Haupt­markt und den schach­brett­artig an­ge­ord­neten Straßen. Hier lie­gen die Se­hens­würdigkeiten nah bei­ein­ander. Um­geben ist das historische Zentrum von einem Grüngürtel. An seinem süd­li­chen Zipfel thront der Königshügel Wa­wel – von wenigen Aus­nahmen ab­ge­sehen ist das Stadt­gebiet insgesamt eher flach als hüge­lig. Unterhalb des Wa­wels schlängelt sich die Weichsel durch die Stadt. Alle Touren in un­se­rem Buch berück­sich­tigen die­sen Stadt­aufbau. Mit stei­gen­der Num­me­rie­rung füh­ren sie, einem Schne­cken­haus gleich, im­mer wei­ter vom zen­tralen Markt­platz weg zu tou­ristisch weniger be­kann­ten Or­ten. Dabei wird man be­mer­ken, dass sich vie­le Touren schnei­den, kreu­zen oder gar den­sel­ben Aus­gangs­punkt ha­ben. Für die Durch­füh­rung sollte man je ei­nen Vor- oder Nach­mittag ein­planen.

Touren im historischen Zentrum

Tour 1 führt rund um den 16.000 m2 gro­ßen Hauptmarkt mit den Renais­sance-Tuchhallen, der gotischen Ma­rien­kirche und viel Trubel, Tour 2 ver­schafft ei­nen Ein­blick in die At­trak­ti­o­nen der Altstadt, wie die 650 Jahre alte Universität und die vielen Kirchen, wäh­rend Tour 3 am ehe­ma­ligen Kö­nigs­weg ent­lang ein­mal quer durch das historische Zentrum führt, vorbei an vielen Geschäften. Tour 5 kon­zen­triert sich auf das Areal des über der Stadt thro­nenden Königshügels Wa­wel mit Schloss und Kathedrale. Tour 9 führt in das aus „Schind­lers Lis­te“ be­kann­te jü­di­sche Vier­tel Kazimierz mit Syna­go­gen, blau glänzendem Kopfsteinpflaster und vielen schönen Cafés.

Wer beispiels­weise nur für ein Wo­chen­en­de in Kra­kau ist, kann die ersten fünf Touren mit­einander kombinieren, wo­für et­wa eineinhalb Tage zu kal­ku­lie­ren sind. Von Vorteil ist, dass man da­bei nicht auf Ver­kehrsmittel an­ge­wie­sen ist. Und den rest­li­chen halben Tag ver­bringt man dann damit, Kazimierz ken­nen und lie­ben zu ler­nen.

Touren rund ums Zentrum

Weniger bekannt, doch kaum weni­ger in­teressant sind die Sehenswürdig­kei­ten der Touren 4, 6, 7, 8 und 10. Tour 4 ver­mittelt nicht zuletzt eine Vor­stel­lung von der Größe der Alt­stadt: Der Rund­gang führt durch den Park na­mens Planty um den his­to­ri­schen Stadt­kern herum. Tour 6 in Piasek dürf­te der Fa­vo­rit unter Freun­den des Krakauer Ju­gend­stils sein. Eine ähn­li­che Ar­chi­tektur ist auf Tour 7 in Kle­parz zu ent­decken, die zu­dem mit ei­nem gut be­suchten Markt lockt. Die Hö­he­punk­te von Tour 8 in Wesoła sind der Bo­ta­nische Gar­ten und der Ra­ko­wicki-​Fried­hof. Tour 10 führt schließ­lich durch das ehemalige Ghetto in Pod­górze, heute ein Boom-Stadtteil mit vielen Startup-Unternehmen.

Touren außerhalb des Zentrums

Die Touren 11, 12, 13 und 14 bieten ein Kon­trastprogramm zum typi­schen Stadt­bild: Tour 11 führt ent­lang der Weich­sel zum Aussichtshü­gel Kopiec Koś­ciuszki, Tour 12 entführt in den Stadt­wald Las Wolski und zum Zoo, Tour 13 wie­der­um zeigt das als so­zia­lis­ti­sche Vor­zei­ge­sied­lung ge­plan­te No­wa Huta und Tour 14 bietet nicht nur katholischen Pil­gern Ein­bli­cke in das in­te­res­sante Sank­tuarium Bo­żego Miło­sierdzia und das dem pol­ni­schen Papst gewidmete Cen­trum Jana Pawła II.

Zurück
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen