Orientiert in London

Great, Greater, London …

Londons Ausmaße sind gigantisch. Grea­ter London mit seinen über 8 Mil­lio­nen Einwohnern weist einen Durch­mes­ser von rund 50 Kilometern auf und er­streckt sich vom Bezirk Enfield im Nor­den bis nach Croydon im Süden, in west­östlicher Rich­tung vom Flughafen Heathrow bis zum Vorort Upminster. Ring­för­mig umschlossen wird der Groß­raum London von der stau­träch­tigen 188 Kilometer lan­gen Auto­bahn M25 (London Or­bi­tal). Es gibt Lon­doner, die sich rühmen, die­sen magi­schen Zirkel nie ver­las­sen zu ha­ben.

Jede Ecke Londons hat ihren eige­nen Cha­rak­ter – ge­rade das macht den un­ver­wechselbaren Reiz der eng­li­schen Me­tro­pole aus. Besucher soll­ten sich viel­leicht vom Londoner Autor Hanif Kureishi ins­pi­rie­ren lassen: „Lon­don kam mir vor wie ein Haus mit fünf­tausend ver­schie­de­nen Zimmern; der ganze Reiz lag da­rin, zu entdecken, wie die Zimmer un­ter­ei­nan­der ver­bun­den wa­ren, und sie all­mäh­lich alle zu durch­laufen.“

Ein Fluss, zwei Welten?

Wie ein breites Band schlängelt sich die Them­se durch London und teilt die Stadt in zwei Hälften, in Nordufer (North Bank) und Südufer (South Bank). Bereits die Römer ließen sich am Nordufer der Themse nieder und grün­deten Londinium. Auch den Nor­man­nen und allen englischen Königen dien­te das nördliche Ufer als Macht­zen­trum, hier findet man Tower, West­mins­ter Abbey und Saint Paul’s Ca­the­dral. Und das Herz der Londoner Fi­nanz­welt schlägt hier ebenfalls seit Jahr­hunderten.

Das Südufer der Them­se hat­te lange Zeit ei­nen eher schlech­ten Ruf. Hier stan­den die zur Zeit des Pu­ri­ta­nis­mus als las­ter­haft gel­ten­den The­a­ter, an die heu­te noch der Nach­bau des Glo­be-The­a­ters er­in­nert. Städ­te­bau­lich lan­ge ver­nach­läs­sigt, er­fuhr das Südufer­ durch die Er­öff­nung der Tate Gal­lery of Mo­dern Art oder den Bau des Shard-Wol­ken­krat­zers zu Be­ginn des 21. Jahr­hun­derts eine Aufwertung. Auch das London-Eye-Rie­sen­rad mit seinem ein­drucks­vollen Aus­blick auf die Them­se ist hier zu finden.

Bis ins Industriezeitalter führte mit der Lon­don Bridge nur eine einzige Brücke über den Fluss, erst danach ka­men wei­te­re wie etwa Waterloo Bridge oder Tower Bridge und zuletzt die filigrane Mil­lennium Bridge hinzu. Und im Os­ten der Docklands führt seit 2012 mit der Emirates Air Line sogar eine Seil­bahn über den Fluss. Die vie­len Brü­cken und andere am Wasser ge­le­gene Wahr­zeichen der Stadt be­trach­tet man am besten während einer Boots­tour, bei­spielsweise von West­mins­ter bis hi­nun­ter nach Greenwich.

City, Boroughs und Stadtteile

Das historische, wirtschaftliche und geo­gra­fische Zentrum der Stadt ist der Be­zirk City of London. Er besitzt aus his­torischen Gründen noch heute einen po­li­tischen und ver­wal­tungs­tech­ni­schen Sonderstatus. Um ihn herum grup­pieren sich die übrigen 32 Stadt­be­zir­ke, die sogenannten Boroughs, die man in Inner und Outer London un­ter­teilt. Sie setzen sich jeweils aus meh­re­ren Stadtteilen zu­sammen. Touristisch re­le­vant sind lediglich einige Stadtteile aus den Inner London Boroughs.

Wer noch nie da war, für den sind die City und der Bezirk Westminster mit Stadt­teilen wie Soho und Covent Gar­den natürlich Pflicht. Aber auch das ehe­dem berüchtigte East End wird im­mer attraktiver, und das ver­hält­nis­mä­ßig unbekannte Viertel Primrose Hill lohnt ebenfalls einen Besuch. In der City of London sind die St Paul’s Ca­the­dral und der Tower die touristischen High­lights, Kensington lockt mit dem Hyde Park und seiner Museumsvielfalt, und im alternativ-bunten Stadtteil Cam­den Town muss man sich einmal durch den Camden Market treiben las­sen.

Natur pur

Aufgrund von rund 1700 Parks im Groß­raum London herrscht kein Man­gel an Natur in der Haupt­stadt. Mehr als 80 Qua­drat­kilo­me­ter von Grea­ter Lon­don sind als Grün­flä­chen aus­ge­wie­sen. Die beein­dru­ckende Aus­dehnung man­cher Parks wie etwa Hyde Park oder Rich­mond Park rührt daher, dass sie aus königlichen Jagd­grün­den her­vor­gin­gen. Es finden sich aber auch zahl­rei­che klei­nere lau­schi­ge Plät­ze wie der Ber­ke­ley Squa­re oder der Chel­sea Phy­sic Gar­den mit sei­nen Heil­pflan­zen. Auch die gestalterische Viel­falt ist ver­blüf­fend: Un­weit der ak­ku­rat ge­stutz­ten Mus­ter­gül­tigkeit des Re­gent’s Park kann man sich in der nor­d­um­bri­schen Wild­nis von Hamp­stead Heath ver­gnü­gen.

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