Ausgehen

Glockenbach und Gärtnerplatz

Noch immer zehrt die Isarvorstadt vom Ruf des Schwu­len- und Lesbendorados, aber in die rich­tig harten Läden wie den Och­sen­gar­ten, immerhin Deutsch­lands erster Dark­room, trauen sich dann doch die wenigsten. Ein stim­mungs­voller Beginn ist die Dach­ter­rasse des an­sonsten eher bürgerli­chen Hotels Deut­sche Eiche, oder, wer nicht mit ganz leerem Magen in die Sause starten möch­te, bei ein paar Tapas in der Loretta Bar. Dann wird aus­ge­schwärmt: Einige bleiben ein paar Häuser weiter im ewigen Ksar hän­gen, wem dann schon das Geld aus­ge­gan­gen ist, holt sich ein paar Bier am Reichenbachkiosk und setzt sich an schö­nen Abenden zu den 500 anderen auf den Gärtnerplatz und är­gert die An­wohner. Mit ordentlich Gel im Haar und dem Cabrio auf dem nicht vor­hande­nen Park­platz landet man dann im Robin­son Kuhlmann oder ei­ner der anderen Dutzend Bars, die ge­nauso aussehen. Deutlich abgerockter ist das Holy Home an der nächsten Stra­ßen­ein­mündung, deutlich schräger die im­mer noch schwer kultige Tanzbar Pa­ra­diso. Später, auch ganz viel später, wird dann noch im Pim­pernel heftig getanzt.

Maxvorstadt

Auch hier arbeitet man sich am besten von oben nach unten und star­tet auf ei­ner Dach­terrasse – leider ist das Café Vorhoelzer im sechsten Stock der TU schon lange kein Ge­heim­tipp mehr, aber der Sonnen­untergang über den Dä­chern der Altstadt ist großartig. Da­nach, beim Flanieren durch die Türken- und Amalienstraße, stellt man fest, dass das ehe­malige Stu­den­ten­vier­tel doch ganz schön schnöselig ge­worden ist, ei­nen Hauch von Anar­chie ver­mitteln noch die BHs, die in der Bar Sehn­sucht von der Decke baumeln. Die einen Zug nach Hau­se bekommen müs­sen, lassen sich noch im Kosmos kurz vor dem Bahn­hof ein paar schnel­le Astra die Kehle hin­un­ter­laufen, die an­de­ren tanzen dann schon im Bob Bea­man, und wenn die Kon­dition reicht und überall sonst das Putzlicht strahlt, feiern sich die letzten Nacht­schwärmer auf der längsten After­hour-Party der Stadt im Palais.

Altstadt

Sicher kein Zentrum des schil­lernden Undergrounds, aber hier fal­len auch nicht nur betrunkene Aus­tra­lier auf dem Weg ins Hofbräuhaus übereinan­der (allerdings schon oft). Die Archäologen unter den Barflys müssen auf jeden Fall zu Schumann’s, schon weil da alle hingehen. Die Drinks im Tobacco sind mindestens genauso gut, und so plü­schig, rot und schumm­rig wie die Bar im Hotel Lux ist, sieht man auch über die etwas heftige Grund­süße der Cocktails hinweg. Deut­lich weniger förmlich drängt es sich in der Favorit-Bar im Hackenviertel, am Wochenende ist es aber arg voll in dem kleinen La­denlokal. Die jüngeren Se­mester ma­chen dann noch ein paar Schritte zur „Feierbanane“ (vulgo: Sonnenstraße) mit ihren mehr als 30 Clubs. Eine Son­der­stellung genießt dort sicher das Harry Klein, dauerhaft ei­ner besten Elec­tro-Clubs Deutsch­lands. Zu­mindest in derselben Liga spielt der BLITZ-Club auf der Museumsinsel im Osten der Altstadt.

Anderswo

Getanzt und gefeiert wird natürlich auch weiterhin in Schwabing, aber das Ri­siko, in einem der doch sehr aus­tausch­baren Läden an der Ludwig­straße oder in Altschwabing neben ei­nem zu später Stunde leicht komatösen Junggesellenabschied zu landen, ist doch verhältnismäßig groß. Dann doch lieber auf die Schwanthalerhöhe (da ist die Wohnbevölkerung noch weitge­hend unter sich) und im Kilombo noch ein paar schnelle Ayinger herunterstür­zen oder mit den sehr jungen Hipstern im Schwarzen Dackel das Craft Beer der Woche ze­le­brieren.

Tanzen mit den Reichen und Schönen

Das haben wir uns verdient mit der ewi­gen Angeberei – den Ruf als Schicki­micki-Hauptstadt hat München weg, und wenn also unbedingt zu mä­ßi­ger Musik neben ephemeren Hel­den aus TV und Bundesliga am zu teu­ren Drink genippt werden muss, dann stellt man sich in die lange Schlange vor dem ergrauten P1 oder der derzeit här­testen Tür der Stadt, dem Heart.

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