Sightseeing-Alternativen

Und noch mal ins Museum

BMW: Nun ja, Museum – vor allen Din­gen ist der Markentempel im Zei­chen des Propellers erst einmal eine große Ver­kaufsschau des Hauses BMW – aller­dings eine ziemlich gut ge­mach­te und immens populäre. Auf der an­deren Straßenseite aber zeigt der Ober­klas­sen­hersteller, zu welchen Groß­taten man früher fähig war, die Pre­tio­sen des BMW-Museums sind schlicht zum Niederknien.

Ägyptische Staatssammlung: Kaum zu fassen, was da jahrzehntelang in einem Seitenflügel der Residenz fast un­beach­tet eingestaubt ist! Erst seit der Eröff­nung des spektakulären Neubaus in der Maxvorstadt werden die über Jahr­hun­derte zusammengekauften (und auch -geklauten) Schätze vom Nil adä­quat in Szene gesetzt. Und da nicht jeder prob­lemlos Hatschepsut von Mentu­hotep un­terscheiden kann (oder war’s doch Neferhotep?), ist die Samm­lung vor­bild­lich museumspädagogisch aufbe­reitet.

Sammlung Brandhorst: Nicht nur Kö­nige sind Mäzene! Einer der pro­fi­lier­tes­ten Sammler und Förderer der Bun­des­republik ist sicherlich Udo Brand­horst, und der wollte seine Picas­sos, War­hols und Richters dann doch nicht nur im Gästebadezimmer aufhän­gen und gab den überwiegenden Teil sei­ner ko­los­salen Sammlung moderner und Ge­gen­wartskunst als Dauerleih­ga­be nach München – mit der Auflage, dass man ihm dort ein schickes Mu­seum um sei­ne Sammlung bauen möge.

Mehr München

Radeln: München ist so viel mehr als seine – zugegeben hübsche – Altstadt. Auch wenn das Nahverkehrssystem durchaus brauch­bar ist – am Abend nach einem langen Tag zu Fuß tun ei­nem doch die Füße weh. Des­halb macht man es am besten so, wie es zu­mindest die schlau­en Mün­ch­ner tun: Man steigt aufs Rad und gleitet von der Maxvorstadt an den Glocken­bach, von Haid­hau­sen nach Schwa­bing und ver­sackt am Abend bei einer – klar – Rad­ler­maß in der Wald­wirt­schaft. Fast al­les flach, fast alles auf Rad­wegen gut er­schlossen und ne­ben­bei eine gute Ein­füh­rung in die Münch­ner Le­bens­art: Gran­teln auf dem Radl macht im­mer noch am meisten Spaß. Fahr zua!

Isarauen: Nicht alles in die­ser zu­ge­ge­ben teuren Stadt muss notwendig einen Hau­fen Geld kos­ten. Ganz um­sonst sind die Ufer­bän­ke der Isar, und wer nach einem Abend am Flaucher oder an der Wit­tels­bacher Brücke im­mer noch kei­ne Mün­chner ken­nen­ge­lernt hat, soll­te sich ernsthaft Sorgen um seine soziale Kom­patibilität ma­chen. → Tour 8

Finsteres und Abgründiges

Die Hauptstadt der Bewegung: Lange Jahre nach dem Krieg war den Münch­nern die Sonderrolle ihrer Stadt in der NS-Geschichte ziemlich egal. Ignorie­ren war zwar gar nicht so einfach – kein anderer Ort in Deutschland hat ein auch nur vergleichbar großes Ensemble von intakten Nazi-Bauten im inneren Stadtgebiet –, aber, ja mei. Gerade ein­mal 70 Jahre nach dem Tod des Dikta­tors öffnete dann das NS-Dokumentati­onszentrum, interessanter ist dennoch die Erkundung vor Ort. Die Stationen auf dem Weg zur Macht sind auch heu­te noch sehr offensichtlich mitten im Stadtbild zu sehen. → Tour 5

KZ-Gedenkstätte Dachau: Diktatoren und kriminelle Regime hatten viele Na­ti­o­nen, eine Strategie zur Beseiti­gung von Gegnern und vorgeblichen Fein­den auf industriellem Niveau war dann aber doch ein deutsches Privileg. Ge­ra­de ein­mal 15 km entfernt vom pit­to­res­ken Ma­rienplatz begann auf ei­nem still­ge­leg­ten Industriegelände in dem (an­sons­ten nicht minder pittores­ken) Vor­ort Dachau der Untergang der deut­schen Tra­ditionen von Humanität und An­stand.

Noch mehr Bier

Nockherberg: Das andere Bierfest mit dem anderen Bier. Zur Fastenzeit strö­men die katholischen Münchner die An­höhen Giesings hinauf, um nur ja nicht zu verhungern. Der starke Sud, ehe­dem gebraut von listigen Mönchen, ist nämlich ungemein nahrhaft, vor al­len Dingen macht er aber entsetzlich be­trun­ken. Rättätä, Schädelweh.

Fußball: Skandale, Tradition und keine Tore – das ist der ruhmreiche TSV 1860 München. Wer mit Miss­erfolg so gar nicht umgehen kann, geht halt zum FC Bayern, inklusive Mu­seum, Megashop und Massen­auftrieb beim öffentlichen Training.

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