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München

Orientiert in München

Ganz München

Die groben Fakten sind schnell hingehauen: 25 Stadtbezirke verteilen sich recht ungleichmäßig auf 310 km², auf denen ganz schön viele der knapp 1,6 Mio. Einwohner händeringend eine Wohnung suchen. Gar nicht so einfach, da München weder in der Fläche noch – nach einer schon auch lustigen Posse um die maximal zulässige Bauhöhe – in die Höhe wächst. Es wird folglich also immer dicker. Und ja: auch teurer.

Die Altstadt

Für die meiste Zeit seiner Geschichte war München eben nur das, der dicht bebaute Siedlungsraum innerhalb der Stadtmauern, gerade einmal poplige 93 ha. Die Mauern sind zwar weg, aber der Verlauf des Altstadtrings gibt immer noch eine ganz gute Vorstellung von der überschaubaren Größe des alten Münchens. Zumindest tagsüber ist hier auch mit Abstand am meisten los, für viele der hektisch durchreisenden Touristen bleibt der Trampelpfad zwischen Stachus und Isartor der einzige, wenngleich ungemein pittoreske Eindruck der bayrischen Hauptstadt.

Die Vorstädte: Isar-, Max- und Ludwigsvorstadt

So um 1800, nicht völlig zufällig zur Zeit der Erhebung Bayerns zum Königreich, war es mit der kleinstädtischen Gemütlichkeit dann schnell vorbei, aus den Massen zuziehender Provinzler wurden stolze Städter, wenngleich in zumeist weniger stolzen Verhältnissen. Am ehesten sieht man das heute noch in der international bunten Ludwigsvorstadt, also der Gegend um den Hauptbahnhof. Um Gärtnerplatz, Glockenbach und Schlachthof – in der Isarvorstadt – ist das mittlerweile ferne Folklore: Münchner Neubürger mit Geld und Lust am fetten Leben wollen genau hierher, die Gentrifizierung hat den Turbo zugeschaltet. Ein Sonderfall ist die Maxvorstadt: Hier ehrte der bauwütige Ludwig I. seinen Vater mit einem Stadtteil vom Reißbrett, Kunst, Kultur und Bildung gewidmet.

Rechts der Isar

Auf der anderen Seite des putzigen Gebirgsbachs fühlt sich das anders an: Bogenhausen, Haidhausen und die Au waren bis weit ins 19. Jh. eigenständige Dörfer, und das merkt man noch heute. Die alten Dorfkerne mit Kirche und Friedhof sind noch gut auszumachen, besonders im kuschligen Haidhausen, das sich von seiner Zeit als Szeneviertel in den 1980er-Jahren erholt hat. Die Au hat ihr eigenes Stadtteilfest, und in Untergiesing sind die Tage als Arbeiterviertel gezählt.

Schwabing

Lange Zeit war Schwabing auch bloß ein Dorf vor den Toren Münchens. Bald aber rankten sich die ersten Mythen um den Stadtteil: Die laszive Schwabinger Bohème und später die langhaarigen Anarchostudenten gaben Schwabing sein bis heute spürbares ganz eigenes „Gefühl“. Zwischendrin war es entweder schon wieder total out oder vielleicht bald wieder in, aber ganz weg war es nie, und wie auch? Mit Englischem Garten und Leopoldstraße ist man nie so richtig weg vom Fenster.

Der Westen: Schwanthalerhöhe und Westend

Die ganz alteingesessenen Münchner glauben immer noch, dass hinter dem Hochhaustrumm auf der Theresienhöhe die Kinder mit rußgeschwärzten Gesichtern auf der Straße betteln. Ist natürlich Unsinn, die ehemalige Kommunistenhochburg Schwanthalerhöhe hat sich in den letzten Jahren mächtig herausgeputzt. Zum Sightseeing kommt man zwar eher nicht her, aber ganz bestimmt zum Essen, Feiern und, sowieso, zum Trinken. Jetzt auch verschärft zur Wohnungssuche.

Sonst noch

Unter touristischen Prämissen mehr als randständig interessant sind Neuhausen und das angrenzende noble Nymphenburg, und das nicht nur wegen der Hotspots Schloss und Olympiapark. Und das in manchen Teilen noch heimelig dörflich wirkende Sendling ist auch ohne die ganz großen Highlights nett anzusehen. Nach Neuperlach oder das Hasenbergl verirrt sich jedoch kaum ein Besucher Münchens; ganz ähnlich verhält es sich mit den Schlafstädten im Osten und Südosten der Stadt. Und wer will schon nach Grünwald?

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