Orientiert in Madrid

Mittelpunkt Spaniens

Madrid empfinden viele als Paradox, als eine Weltstadt, die nicht wirklich weltoffen ist. Die Ein­heimischen sind in der Regel äußerst gesellig und gleich­zeitig verschlossen, fast arrogant bis­weilen – sehr kasti­lisch eben. Das hat mö­gli­cher­weise mit der Lage zu tun: hoch oben und mitten in Spanien. Madrid ist die höchst­gelegene Haupt­stadt der Euro­päischen Union und nicht nur ein politisches, wirt­schaft­liches und kul­tu­relles Zent­rum, son­dern auch ein Zentrum im buch­stäb­li­chen Sinn. Denn Madrid liegt ziemlich genau im geografischen Mittelpunkt Spaniens. An der Puerta del Sol im Her­zen der Altstadt befindet sich mit dem Null-Kilometer-Stein, dem kiló­metro cero, der zentrale Ver­mes­sungspunkt des Landes. Wie auch immer die Zusam­menhänge von cha­rak­terlichen Eigen­heiten und geo­gra­fischer Lage sein mögen, die spanische Hauptstadt ist jedenfalls ein echter Groß­stadt­dschungel mit einem aus­geprägten Nachtleben, unter­schied­lichsten Vier­teln, zwischen denen riesige Distanzen liegen, und vielen, vie­len Hochhäusern.

Das Zentrum

Eine grobe Orientierung in der Stadt ist nicht allzu schwierig. Das Centro mit seinem Königspalast so­wie den beiden Hauptplätzen, der Plaza Mayor und der erwähnten Puerta del Sol, zieht die meis­ten Besucher an. Es gleicht mit seinem Straßen- und Gassengewirr einem Viereck, im Osten begrenzt vom historischen Retiro-Park und im Wes­ten vom Fluss Manzanares und dem weitläufigen Park Casa del Campo. Im Nor­den reicht die Altstadt an den Pracht­boulevard Gran Vía und im Süden an die Glorieta de Embaja­dores und die Puerta de Toledo heran.

Das historische Zentrum ist städte­bau­lich viel­fältig. Von der imperialen Plaza de Oriente mit dem Königs­palast und der Ka­the­drale Almudena über das tags­über ver­träum­te und nachts quir­lige Lite­ra­ten­vier­tel um die Calle Huer­tas, den Ein­kaufs­bou­levard zwi­schen Puerta del Sol und Gran Vía bis zum links­alternativen Mi­gran­ten­vier­tel Lava­piés ver­sam­melt es unter­schied­lichste Ar­chi­tek­turstile.

Ein Besuchermagnet ist das als Paseo de Arte vermarktete Kunst­drei­eck, das der Prado und die Kunst­museen Thyssen-Borne­misza und Reina Sofía bil­den. Goya, El Greco, Veláz­quez, Picasso, Dalí – hier sind alle Gro­ßen versammelt.

Entspannung lässt sich bei schlechtem Wetter übrigens gut im Bahnhof Atocha finden. Denn er beherbergt einen sub­tro­pischen Garten, der mit einem ge­wal­tigen Glasdach geschützt ist. Bei schö­nem Wetter lockt der schat­tige Retiro-Park, der nicht nur mit seinen Seen und alten Bäumen viel Natur, sondern auch eine Bühne für Gaukler und Schauspieler bietet.

Chueca und Malasaña

Im Norden des Centro schließt sich der Stadtteil Chueca an. In Spanien ist er als Schwulenviertel bekannt. Doch er ist viel mehr. Hier findet man einige der interessantesten Läden der Stadt sowie ungewöhnliche Cafés und Res­taurants. Eine Gegend, die zum Schlen­dern einlädt – ähnlich wie das benach­barte Viertel Malasaña, das seit jeher die Jungen und Alternativen anzieht.

Barrio de Salamanca

Fein und edel geht es im Salamanca-Viertel östlich der Verkehrsarterie Paseo de la Castellana zu. Das schach­brett­artige Quartier unmittelbar am Retiro-Park besitzt mit der Calle Serrano oder der Calle Claudio Coello die vornehmste Geschichte der Stadt. Das konservative Viertel ist ein leben­di­ger Mix aus Bourgeoisie, Diplomaten und Aufsteigern.

Argüelles und Moncloa

Bürgerlicher geht es in den Vierteln Argüelles und Moncloa zu. Die riesige Complutense-Universität sorgt hier für studentisches Flair. Zwar fehlen im Nord­westen die spektakulären Sehens­wür­digkeiten, doch dafür gibt es viel authen­tischen Hauptstadt-Alltag zu erleben: Hier kann man stolze Madri­le­nen beim Flanieren beobachten und in gehobenen Lokalen und eleganten Bars sitzen sehen.

Moderne Geschäftsviertel im Norden

Am Paseo de la Castellana zeigt die Stadt ein ganz anderes, sehr modernes Gesicht. Die vier Wolkenkratzer im Norden von Madrid, die bereits im An­flug auf den Flughafen Barajas leicht zu erkennen sind, zeugen vom Selbst­bewusstsein der Stadt, ja Spaniens. Hier steht ganz in der Nähe auch das Bernabéu-Stadion, die legendäre Arena von Real Madrid.

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