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Mallorca

Wandern auf Mallorca

Wandern auf Mallorca

Wandern auf Mallorca hat Kultstatus. Wer einmal dort gewandert ist, schwärmt immer wieder davon und wird zum Wiederholungstäter. Die Mittelmeerinsel ist in ihrem Nordwestteil ein Kalkgebirge mit schroffen Felshängen über einsamen Meeresbuchten, mit wilden Schluchten, schattigen Steineichenwäldern und blütenreicher, duftender Macchie. Man wandert oft auf sehr alten, inzwischen wiederhergestellten Maultierpfaden, auf Wegen, die vor Jahrhunderten von Köhlern angelegt wurden, und rund um Valldemossa auf Reitwegen, die ein österreichischer Erzherzog anlegen ließ. Das milde Klima erlaubt fast das ganze Jahr über Wanderungen in allen Höhenstufen, und in den Talorten und einigen neu eingerichteten Berghütten findet der Wanderer eine auf ihn eingestellte Infrastruktur. Auch in der trockenen Palmettosteppe des Llevant-Berglandes im Osten und entlang der an einigen Stellen noch völlig unberührten Küste im Süden hinterlässt das Wandern auf Mallorca (und das Baden in einsamen Buchten!) bleibende Erinnerungen von nostalgischem Wert – die Nur-Badetouristen in Arenal, Can Picafort oder Porto Cristo sind doch wirklich zu bemitleiden!

Wanderregionen auf Mallorca

Grob eingeteilt, kann man auf Mallorca von drei Regionen sprechen, die ganz unterschiedlich für das Wandern geeignet sind.

 Die Serra de Tramuntana: Ein Wanderparadies schlechthin ist die Serra de Tramuntana im Nordwesten der Insel, ein imposantes Mittelgebirge (unter 1.500 m), das vorwiegend aus Kalken besteht. Zum Meer hin ist es von tiefen Schluchten durchzogen (z. B. Torrent de Pareis → Tour 20), auf seinen verkarsteten Höhen weist es dagegen Verebnungen und damit recht ausgedehnte Karsthochplateaus auf, so z. B. die „Schnee-Ebene“ des Puig de Massanella (→ Tour 30), die Plateaus im Teix-Massiv (→ Touren 11 bis 13) oder das Gipfelplateau des Puig Tomir (→ Tour 26). Die Halbinseln im Nordwesten (→ Touren 1 bis 3) und Nordosten (→ Tour 32) sind Ausläufer dieses Gebirges und in jeder Hinsicht (Gesteine, Oberflächenformen, Flora, Winde und Witterung) der Tramuntana zuzurechnen.

In diesem Führer sind der Tramuntana 32 von 39 Touren gewidmet – das ist keineswegs ein zu hoher Anteil. Hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit und wegen der etwas unterschiedlichen Anforderungen haben wir die Serra de Tramuntana nochmals in drei Wandergebiete gegliedert: die südliche Tramuntana um Andratx, Puigpunyent, Estellencs, Banyalbufar und Esporles, die mittlere um Valldemossa, Deià und Sóller und die nördliche um das Kloster Lluc.

In der südlichen Tramuntana bleibt das Gebirge abgesehen vom Puig de Galatzó (→ Touren 4 und 5) unter 1.000 m Höhe, zur Küste stürzt es mit bis zu 400 m hohen, senkrechten Felsen ab (→ Touren 2 und 3), einige Wege führen jedoch zu alten Wachtürmen (→ Tour 2) oder Fischerorten wie Port des Canonge (→ Touren 7 und 9) und damit übers oder ans Meer. Schon in dieser Region zeigt sich der für die Tramuntana typische Gegensatz zwischen Schluchten in Richtung Meer und verkarsteten Hochebenen sehr deutlich: Der komplette Küstenverlauf zwischen Sant Elm und Banyalbufar ist für Wanderer off limits, besteht er doch nur aus senkrechten Kliffs und den Mündungsbereichen sog. Torrents, also nur im Winter wasserführender Gewässer, die durch von senkrechten Wänden begrenzte Schluchten zum Meer hinunterstürzen. Dagegen erfolgen ein Teil des Aufstiegs zum Puig de Galatzó (→ Tour 4) und der letzte Teil des Aufstiegs auf die Fita del Ram (→ Tour 10) über ausgedehnte verkarstete Plateaus.

Im Mittelteil der Tramuntana um die Orte Valldemossa, Deià und Sóller sind die Felsküsten kaum weniger steil, es gibt aber mehr Zugänge zum Meer, die auch auf Wanderwegen erreicht werden können (z. B. von Deià zur Cala de Deià → Tour 15). Das Gebirge erreicht im Puig des Teix (→ Touren 11 bis 13) und der – nicht zugänglichen – Serra d’Alfàbia Höhen über 1.000 m, weist jedoch auch einige breite Täler auf, in denen sich die wichtigsten Orte mit großen Wein-, Öl- und Obstgärten (Orangen und Zitronen rund um Sóller) ausdehnen. Die Wanderungen sind hier oft länger als im Süden der Tramuntana, und die Überschreitung des Teix-Kammes zwischen Valldemossa und Deià (→ Tour 13) ist nicht nur anstrengend, sondern hat hinsichtlich der Ausgesetztheit und der Notwendigkeit von Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch durchaus alpinen Charakter.

Der Nordteil der Tramuntana um das Kloster Lluc weist die größten Höhen auf. Die höchste Spitze, der Puig Major (1.436 m), ist Militärgelände und darf nur mit Führer und Genehmigung besucht werden, ohne sie tut’s der mit 1.365 m nur wenig niedrigere Puig de Massanella (→ Tour 30). Die Touren in diesem Teil der Tramuntana sind fast durchgehend anspruchsvoll, im Falle der Begehung der Schlucht des Torrent de Pareis (→ Tour 20) sogar sehr anspruchsvoll, denn es muss geklettert werden (bei anderen Touren gibt es kurze versicherte Abschnitte und gelegentlich eine leichte Kraxelei, von Klettern kann dabei nicht die Rede sein). Große Teile dieser Region sind heute noch von Steineichenwald eingenommen, der anderswo auf Mallorca sehr selten geworden ist, und in den höchsten Bereichen finden sich alpine Matten. Große verkarstete und quellenarme Hochplateaus mit Höhlen, Schlünden, Dolinen und Karrenfeldern (Areale mit Furchen im Kalkgestein) sind weit verbreitet. Sowohl der Puig des Tossals Verds (→ Tour 22) als auch der Puig Roig (→ Tour 27) ist solch ein von mehreren Gipfeln überragtes Plateau, und auch beim Puig Tomir (→ Tour 26) steht man trotz seiner von Lluc aus spitz zulaufenden Form letztlich auf einem ausgedehnten Gipfelplateau.

 Die Serres de Llevant mit der Halbinsel von Artà: Nahezu parallel zur Serra de Tramuntana findet sich im Südosten der Insel mit dem Gebirgszug der Serres de Llevant („Gebirge des Ostens“) ein weiteres Mittelgebirge. Dieses weist jedoch nur geringe Höhen auf (unter 600 m) und ist sehr trocken, karg und nur in wenigen Bereichen öffentlich zugänglich, z. B. im Naturpark Llevant und seiner unmittelbaren Umgebung (→ Touren 33 bis 35). Der Naturpark liegt auf der Halbinsel von Artà (oder eben Halbinsel des Llevant), die mit der Serra Artana den nördlichsten Teil des Gebirgszuges bildet. Einen Sonderfall in diesem Gebiet stellt unsere Wanderung zwischen Cala Ratjada, Cala Agulla und Cala Mesquida (→ Tour 36) dar: Sie führt von Strand zu Strand über einen ganz nah an der Küste gelegenen Ausläufer der Serres de Llevant.

 Die Ebene Es Plà und die Küste im Süden: Der Großteil der Insel wird von der riesigen Ebene Es Plà (was nichts anderes als „Die Ebene“ bedeutet) eingenommen, die im Nordwesten von der Serra de Tramuntana und im Südosten von den Serres de Llevant begrenzt wird und an einigen Stellen von Hügelketten oder isolierten Bergen unterbrochen ist. Diese Ebene wird fast gänzlich landwirtschaftlich genutzt (riesige Ölbaumplantagen!) und ist stark, an der Küste zum Teil durchgehend besiedelt. Nur in den wenigen Küstenbereichen, wo die Ebene mit einem schroffen Felsabsturz an das Meer grenzt (→ Touren 37 und 39) oder durch einen privaten Großgrundbesitz vor Zerstörung geschützt wurde (→ Tour 38), lässt es sich wandern, und nur dort lohnt es sich auch.

Wetter und Wandersaison

 Wetter und Jahreszeit: Wer im Internet nach Klimadaten für Mallorca sucht, findet zahlreiche Seiten, die ihm alle die gleiche Information bieten: die monatlichen Mittelwerte für Tageshöchst- und Tagestiefsttemperaturen, Wassertemperaturen, Anzahl der Regentage und gelegentlich auch die mittlere monatliche Niederschlagsmenge von Palma de Mallorca. Motto: mediterranes Klima, ganzjährig mild, im Sommer trocken und heiß, kein durchschnittlicher Höchstwert pro Monat unter 15 °C, Niederschläge pro Jahr gerade mal 427 mm – so wenig, wie in Deutschland nur im nördlichen Thüringer Becken und der Magdeburger Börde fällt. Ideal, möchte man denken. Aber wer wandert schon in Palma? Also sehen wir uns die Daten für Lluc an, den Klosterort im Tramuntana-Gebirge, der für einen bedeutenden Teil der Wanderungen auf der Insel den Ausgangspunkt darstellt. Die Niederschlagsmengen in Lluc (→ Diagramm „Niederschlagsmenge") liegen im Durchschnitt bei jährlich 1.223 mm, das ist fast dreimal so viel wie in Palma und reichlich über dem, was Hamburg bezüglich Niederschlägen schafft (770 mm). Zwischen Lluc und Palma liegen nur rund 35 km Luftlinie – welche gewaltigen Klimaunterschiede auf der kleinen Insel Mallorca existieren, dürfte schon mit diesen Werten deutlich werden.

Die großen klimatischen Unterschiede lassen sich nur zum geringsten Teil durch die Meereshöhe erklären. Palma liegt auf Meeresniveau, Lluc hingegen auf 490 m, umgeben von bis zu 1.436 m hohen Bergen – und nur 6 km Luftlinie von der Nordwestküste entfernt. Die Serra de Tramuntana, die den gesamten nordwestlichen Küstenverlauf Mallorcas überragt, ist der bedeutendste Klimafaktor der Insel. Die steile und hohe Gebirgsfront zum Meer hält die Regenwolken auf, die besonders in den Wintermonaten, wenn ostwärts ziehende Tiefdruckgebiete die Witterung bestimmen, an diesen Bergen abregnen und der Ebene, den Küsten und den Serres de Llevant (→ Manacor im Diagramm „Niederschlagsmenge“) im Osten der Insel nur noch wenig Niederschlag übrig lassen. In den Sommermonaten übernimmt das Azorenhoch die Regie, das überall – auch in den Bergen – für hohe Temperaturen sorgt und trockene, manchmal gänzlich regenlose Monate garantiert.

Wie man dem Diagramm der Niederschläge entnehmen kann, ist auf Mallorca der Oktober der niederschlagsreichste Monat. Kaltluft aus Norden trifft auf ein noch sehr warmes Mittelmeer, was die Entstehung von Tiefdruckgebieten begünstigt – es kommt häufig zu Gewittern und Starkregen. Statistisch betrachtet, fallen in den vier Monaten Oktober, November, Dezember und Januar ca. 50 % des gesamten Jahresniederschlags. Charakteristisch ist allerdings die große Schwankungsbreite. Ein Beispiel für das Kloster Lluc soll dies verdeutlichen: Im Januar 1991 fielen hier 354 mm (fast 30 % der Jahressumme!), zwei Jahre später waren es im gleichen Monat nur 2 mm.

Schnee ist normalerweise kein Problem. Lluc hat zwar, wie das Diagramm der Temperaturen zeigt, im Januar und Februar mittlere Tagestiefsttemperaturen von 1,3 bzw. 1,8 °C, der Schnee bleibt aber selbst in einer Höhe von über 1.000 m und in Nordlagen höchstens ein paar Tage liegen, und zu Vereisungen kommt es nicht. Wandern ist damit auf Mallorca praktisch rund ums Jahr und in jeder Höhenlage möglich.

An der Küste im Süden und Osten sind die Sommermonate dagegen so heiß – die Temperaturen erreichen schon mal 38 °C –, dass Wandern kein Vergnügen mehr ist, im Gegenteil. Dafür eignen sich an der Küste die milderen Monate des Winterhalbjahres ausgezeichnet zum Wandern, zumal man mit den dann im Vergleich zu Mitteleuropa längeren Tagen zeitlich gut zurechtkommt (→ Tabelle „Tageslängen“). 

 Kleine Windkunde: In den Wanderregionen der Tramuntana herrschen gerade in den nach Niederschlägen (möglichst wenig) und Temperaturen (nicht zu hoch, nicht zu niedrig) besten Wandermonaten März, April sowie September (und erste Hälfte Oktober) West- und Nordwestwinde vor, die in Meeresnähe und auf den Bergen stürmischen Charakter annehmen können. An den Küsten im Osten und Süden und in den Bergen des Ostens, den Serres de Llevant, wirkt sich der Westwind weniger stark aus, sieht man vom Naturpark Llevant im Norden der Serres de Llevant ab, der zwar sehr trocken, aber ausgesprochen windig ist. Im Sommer weht unter Hochdruckbedingungen der trockene, aus dem Süden oder Südosten kommende Mestral. An den Küsten und Küstenseiten der Gebirge – also v. a. in der Tramuntana – wirkt sich insbesondere im Sommer die Temperaturdifferenz zwischen Land und Meer aus. Tagsüber erwärmt sich die Landoberfläche stärker als das Meer, sodass sich ein Luftdruckgefälle vom Meer (hoher Druck) zum Land (tiefer Druck) einstellt. Somit bildet sich ein landeinwärts gerichteter, angenehm kühler Wind, der Embat. Abends kühlt sich das Land im Vergleich zum Meer stärker ab, und der Wind weht nun vom Land zum Meer. Dieser Wind wird Terrak genannt.

 Wandersaison: Zusammenfassend sind es eigentlich nur die Monate März, April und September sowie die erste Oktoberhälfte, die überall auf der Insel besonders wanderfreundlich sind. Die Wintermonate eignen sich zusätzlich an der Küste und in den Serres de Llevant zum Wandern, Dezember und Januar bedingt auch in der Tramuntana (niedrige Temperaturen). Der Sommer ist fast überall zu heiß, selbst in einem Großteil der Tramuntana. Dort sind der Mai und die erste Junihälfte noch gute Wandermonate, aber ab der zweiten Junihälfte bis Ende August sollte man es sich reiflich überlegen, ob man zu einer Wanderung aufbricht. Nur in den höchsten Lagen trifft das nicht zu, über 1.000 m kann man es in der Tramuntana auch im August aushalten.

Kleine Fels- und Sandkunde für Wanderer

 Mallorcas Bergland umfasst sowohl Kettengebirge wie die Serra de Tramuntana und die Serres de Llevant als auch einzelne Gebirgsstöcke wie die plötzlich aus der Zentralebene aufragenden Berge oder die von der Tramuntana durch einen schmalen Tieflandstreifen abgetrennte (aber hinsichtlich Gesteinen, Flora, Fauna und Klima mit dieser identische) Halbinsel Victòria bei Alcúdia. Es besteht v. a. aus Kalkgestein unterschiedlichen Alters. Alle Großlandschaften Mallorcas, die steilen Felsküsten des Nordwestens, die Schluchten der Tramuntana, die scharfen Bergzähne wie der Puig de Galatzó und die Gipfelplateaus wie die „Schnee-Ebene“ unter dem Puig de Massanella sind vorwiegend aus Kalkgestein aufgebaut. Es setzt sich aus den Schalen von Muscheln, Schnecken, Ammoniten und anderen Meerestieren zusammen, die sich einst auf dem Meeresboden ablagerten. Weichere geologische Schichten wie Mergel und Quarzsandsteine wurden hingegen großenteils abgetragen, an ihrer Stelle dehnen sich heute Täler wie die Ebene zwischen Sóller und Port de Sóller oder die (von jüngeren Ablagerungen überdeckte) Zentralebene aus. Nur an wenigen Stellen tritt vulkanisches Gestein an die Oberfläche (→ Tour 19), anderen Gesteinen wird man auf unseren Touren nicht begegnen.

Kalkgestein unterliegt einer spezifischen Form der Erosion, der sog. Verkarstung: Da Kalk wasserlöslich ist, werden Spalten im kalkhaltigen Gestein durch versickerndes Regenwasser allmählich zu Höhlen, Schlünden und Dolinen erweitert (Tropfquelle in einem Schlund am Puig de Massanella! → Tour 30), während die felsige Oberfläche durch Regenwasser geriffelt, also zu Rillenkarren ausgeformt wird, wie wir sie etwa am Puig des Tossals Verds (→ Tour 22) beim Abstieg durch die Schlucht bewundern können. Manche dieser Karren sind so tief, dass sie Blöcke förmlich zerschneiden, wie man es v. a. im Umkreis von Lluc beobachten kann (→ Touren 24 bis 27). Da das Wasser schnell in Klüften, Schlucklöchern, Dolinen und Schlünden versickert, ist Oberflächenwasser selten – auf Mallorca tut man gut daran, auf jeder Tour reichlich Trinkwasser mitzunehmen! Die Bezeichnung „Karst“ steht aber nicht nur für die genannten Erscheinungsformen, sondern auch für ein Wanderern oft nicht sehr angenehmes, weil Mühe und Aufmerksamkeit erforderndes Phänomen: Die Erosion löst das Gestein entlang von Klüften und Schichtgrenzen in einzelne Brocken, ja förmlich in Scherben auf, im Boden bleiben noch spitze Gesteinstrümmer stecken, durch und über die man sich mühsam seinen Weg suchen muss (prototypisch abseits der gebahnten Wege im Teix-Massiv → Tour 13).

Auf den Touren an der Ost- und Südküste Mallorcas wird man dagegen streckenweise mit feinem Sand konfrontiert, wie er der Traum aller Badehungrigen ist, am schönsten vielleicht zwischen dem Cap de ses Salines und der Colònia de Sant Jordi (→ Tour 38). Der Sand ist hier blendend weiß, es gibt aber auch – wie bei Palma oder in einigen Buchten der Ostküste – goldfarbene Strände, je nach Zusammensetzung des Gesteins, aus dem der Sand gemahlen wurde. Für Wanderer mit festen Schuhen bietet sich bei diesem nachgiebigen Untergrund der unmittelbare Meeressaum als festerer Wanderweg an – wenn nicht, wie gerade auf Tour 38, die abgestorbenen Blätter des unter der Meeresoberfläche wuchernden Neptungrases das Fortkommen verhindern.

Pflanzenwelt

Das auch auf Mallorca herrschende Mittelmeerklima bringt ein für sein gesamtes Verbreitungsgebiet typisches Pflanzenkleid hervor: Wegen der Sommertrockenheit muss die Blüte einjähriger Pflanzen bereits im Frühjahr beendet sein bzw. darf sie erst im Herbst beginnen. Mit Zwiebeln und Knollen im Wurzelstock (Lauch, Lilien, die meisten Erdorchideen) und mit dicken, fleischigen, also wassersammelnden Blättern (wie bei den Wolfsmilchgewächsen und der Fetthenne) kann die Pflanze jedoch den Blütebeginn hinauszögern und generell den heißen Sommer überstehen – ein wesentlicher Faktor im Kampf ums Überleben. Umgekehrt kann die Blattoberfläche und damit die Fläche, die der Sonne ausgesetzt ist, verkleinert werden, ebenso können Pflanzen ihre Blätter ledrig und v. a. immergrün ausbilden und damit der lästigen Triebpflicht im Frühjahr und dem energieraubenden Abwerfen im Herbst entgehen. Die Gewächse, die auf diese Art die Trockenzeit überstehen, nennt man wegen ihrer ledrig-harten Blätter Hartlaubgewächse.

 Wald: Ein klassisches Hartlaubgewächs ist beispielsweise die Steineiche (Quercus ilex), eine enge Verwandte unserer mitteleuropäischen Stieleiche (Quercus robur) und zusammen mit der Flaumeiche (Quercus pubescens) der wichtigste Baum der ursprünglichen Vegetation Mallorcas – Kiefern, Lorbeer, wilder Ölbaum und andere haben geringere Bedeutung. Die Steineiche hat kleine, ledrige, immergrüne Blätter ausgebildet. Bei jungen Pflanzen sind die Einbuchtungen der Blätter noch nicht abgerundet, sondern – ähnlich wie bei der Stechpalme – mit Spitzen versehen, das verringert den Verbiss durch Tiere. Die Flaumeiche hingegen, die in höheren und feuchteren Lagen als die Steineiche wächst, kann sich wie die Stieleiche Blätter leisten, die sie im Herbst abwirft, mit der Steineiche hat sie aber die ledrige Oberfläche der Blätter gemein.

Von den Stein- und Flaumeichenmischwäldern, die Mallorca einst überzogen, hat sich nur ein sehr kleiner Teil erhalten. Zwar wandert man etwa im Umkreis von Lluc durch herrliche dichte Steineichenwälder (→ v. a. Touren 24, 25, 28), aber das sind nur kärgliche Reste der ehemaligen Waldbedeckung. Schon vor den Römern wurden die Wälder gerodet, unter den Karthagern und Römern erfolgte dies dann aber ganz systematisch, denn die jeweiligen Flotten benötigten Holz. Im 19. und 20. Jh. wurden in den verbliebenen Waldresten (und in Ölbaumhainen, wo man die im Winter gekappten Äste verwendete) Kohlenmeiler angelegt – auf vielen der in diesem Buch beschriebenen Wanderungen passiert man sie, die meisten von ihnen sind heute einfach ein leicht erhöhter, baumloser Kreis mitten im nachgewachsenen Wald (→ z. B. Touren 6, 12, 13, 14, 25). Die runden Steinbauten neben vielen Kohlenmeilern sind übrigens Kalköfen – das Brennen von Kalk aus dem reichlich herumliegenden Gesteinsmaterial war eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle der Köhler.

Heute sind nur noch 8 % der Oberfläche Mallorcas von Wald überzogen, und bloß ein kleiner Teil davon ist noch Steineichenwald, der fast ausschließlich in der Tramuntana zu finden ist. Den Großteil bilden eintönige Aleppokiefernforste (Pinus halepensis), die es v. a. in der Zentralebene gibt. Um die auf Mallorca natürlich wachsenden Kiefern kennenzulernen, v. a. Strandkiefern (Pinus pinaster; keine Pinien, die sind ziemlich selten!), wandert man am besten an Felsstränden und Steilküsten entlang, z. B. an der Nordwestküste (→ Tour 2).

Wer zwischen Banyalbufar und Esporles (→ Tour 8) aufmerksam die Vegetation studiert, bemerkt, dass sich mit zunehmender Höhe immer mehr Erdbeerbäume (Arbutus unedo; → Kasten) unter die Steineichen mischen (im Herbst sind die schmackhaften Früchte reif). Der Erdbeerbaum mag etwas feuchteres Klima, und mit der Höhe nehmen die Niederschläge zu, deshalb fühlt sich der Erdbeerbaum in der feuchten, aber milden Höhenzone von ca. 300 bis 500 m ü. d. M. besonders wohl. Noch weiter oben, auf ca. 800 bis 1.300 m Höhe, gibt es extrem kärgliche Reste früherer Eibenbestände (Taxus; → Tour 30, auf Tour 12 etwas abseits des Gipfels des Puig des Teix, dessen Name schon auf die Eiben hinweist).

 Macchie und Garrigue: Wesentlich verbreiteter als Wald ist eine fast baumlose Buschvegetation, die Macchie; ein auf sehr trockenen Standorten vorkommender, meist nur Zwergsträucher und Liliengewächse hervorbringender Vegetationstyp wird Garrigue genannt. Beide Vegetationsformen sind letztlich vom Menschen geschaffen worden, der die früher komplett von Wald überzogene Insel rodete. In den etwas feuchteren Gebieten wie in der Tramuntana bildete sich dann als Sekundärvegetation Macchie aus, im trockenen Osten Garrigue. In beiden wachsen z. B. Phönizischer und Stechwacholder (Juniperus phoenicea bzw. oxycedrus; beide mit roten, nicht blauen Beeren), verschiedene Ginsterarten, rote und weiße Zistrosen, Schneeball, Buchsbaum, Rosmarin, Myrte (Myrtus communis) und Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), darunter auch viele Lilien und Erdorchideen.

Wenn der Winter – wie jener 2007/2008 – regenarm war, ziehen es viele Pflanzen der Macchie vor, nicht zu blühen und auf bessere Zeiten zu warten. So gab es im Frühjahr 2008 auf Mallorca praktisch keine Orchideen, und das bei etwa 30 auf der Insel vertretenen Arten, darunter ein Balearen-Endemit: Ophrys balearica (Balearen-Ragwurz). Bei normalem Winterregen überzieht sich die Insel – insbesondere die Serra de Tramuntana – zwischen März und Mai mit einem duftenden Blütenteppich, den man erlebt haben muss, wenn man ein Gefühl für Natur hat. Eine Orchidee (ophrys fusca) kommt in günstigen Jahren schon im Dezember zur Blüte (beobachtet Weihnachten 2012). Dicht an dicht wachsen dann in der Macchie zwischen den blühenden Sträuchern Liliengewächse wie der Affodil (Asphodelus), Iris und Traubenhyazinthe, an schattigeren Stellen duftet („stinkt nach Knoblauch“, sagen andere) der Glöckchenlauch (Allium triquetrum), die Orchideen sind mit mehreren Ragwurzarten, dem Zungenstendel (Serapias) und später dem Pyramidenknabenkraut (Orchis pyramidalis) vertreten, die Kronenanemone (Anemone coronaria) steht für die Anemonen, die zartlila Blüten des Windhalm-Brandkrautes (Phlomis herba-venti) vertreten diese Pflanzengruppe.

In der Garrigue der trockenen Serres de Llevant ist die Vegetation spärlicher und artenärmer. Die Charakterpflanze ist die Zwergpalme (Palmetto; Chamaerops humilis), die einzige auf den Balearen natürlich vorkommende Palme. In dieser Palmettosteppe wachsen neben den Palmen wirklich nur äußerst hitze- und trockenheitsresistente Pflanzen, die aber oft stark duften, um Insekten anzulocken. Der Wilde oder Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. vulgare) ist eine dieser Pflanzen, ebenso der Rosmarin, Disteln sowie einige Ringelblumen, und auch der Ginster lässt sich nicht von der Blüte abbringen. In trockenen Bachbetten überdauert der Oleander den Sommer.

Leider gibt es einen Eindringling in die Macchie – weniger in die trockene Garrigue –, der, wenn er sich erst einmal durchgesetzt hat, fast allen anderen Pflanzen das Licht und damit das Leben nimmt: Das mannshoch wachsende Diss- oder Schneidgras (Ampelodesmos tenax; hier „cárritx“ genannt) überwuchert immer größere Flächen der Inselmacchie.

 Balearen-Endemiten: Auf vier auffällige Balearen-Endemiten, denen man oft begegnet, sei hier hingewiesen: Digitalis dubia, der lachsfarben blühende Balearen-Fingerhut, wächst an eher schattigen Stellen v. a. im Bergwald. Helleborus foetidus var. balearicus, die grün blühende Balearen-Art der Stinkenden Nieswurz, ist – wie unsere eng verwandte Christrose – ein Spätwinterblüher und findet sich v. a. an Waldrändern in höheren Lagen. Im Bergland sieht man immer wieder die halbkugelförmigen, gelb blühenden Büsche von Hypericum balearicum, dem Balearen-Johanniskraut. Mit ihrer großen Blüte kaum zu übersehen ist schließlich die ebenfalls subalpine Zonen bevorzugende Paeonia cambessedesii, die Balearen-Pfingstrose.

 Kulturpflanzen: In weiten Teilen der Insel dominieren Kulturpflanzen. Wein und Olive, Weinrebe und Ölbaum haben zwar in der Natur Mallorcas vorkommende Urformen, die Kulturpflanzen haben sich von diesen jedoch weit entfernt. Agrumen hingegen, also Zitronen (v. a. in der Bucht von Sóller), Orangen, Limetten, Grapefruits sowie Zitronatzitronen (die großen, Zitronen ähnendeln Früchte, die man – und nicht die Zitronen! – für die Herstellung von Zitronat und Zitronenlikör verwendet) haben auf der Insel keine natürlichen Verwandten. Sie wurden schon zur Römerzeit oder gar von den Karthagern aus Vorderasien eingeführt. Dies gilt übrigens auch für den Pfirsich und die Aprikose, aber auch für die Mandel, die man besonders im hügeligen Gelände am Fuß der Tramuntana häufig sieht. Der Maulbeerbaum mit seinen schwarzen (Morus nigra) oder weißen (Morus alba) Früchten, mancherorts – z. B. in Valldemossa vor der Abtei – noch als großes Altexemplar vorhanden, dient nicht mehr der Seidenraupenzucht und ist nur noch wegen seiner Früchte und wegen des Schattens, den sein dichtes Laub wirft, geduldet. Ebenfalls selten geworden ist eine bedeutende Nutzpflanze der letzten 1.000 Jahre, der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua). Seine länglichen, elastischen Früchte sind stärkereich und leicht süßlich, früher waren sie z. B. in Österreich das Geschenk des Nikolaus an die braven Kinder. Die Früchte werden erst im November oder Dezember reif und halten auch getrocknet monatelang. Zu Mehl vermahlen, können sie zu einem nicht sonderlich gut schmeckenden, aber nahrhaften Brot verarbeitet werden, eben dem Johannisbrot, das früher armen Familien über den Winter half.

Tierwelt

Man sieht nicht allzu viele Wildtiere auf mallorquinischen Wanderwegen, denn die manchmal auch hoch im Gebirge anzutreffenden wilden Ziegen sind nur halbwild, und die Schafe auf den riesigen Weiden, die aus stark reduzierter Macchie bestehen, sind meist hinter Drahtzäunen gesichert (was die wenigen Widder nicht daran hindert, sie bei günstiger Gelegenheit zu überspringen und im nächsten Weidegebiet nach attraktiven Schafdamen Ausschau zu halten). Man hört sie aber, die „Wildtiere“, im Raum Lluc v. a. die Nachtigall (dem Autor flötete eine von ihnen allabendlich durchs Klosterfenster), in der Macchie gelegentlich den Wiedehopf mit seinem Schnarren, und Kuckuck oder Steinkauz (auch tagsüber) rufen zu hören ist nicht ungewöhnlich. Selten kann man den majestätisch segelnden Mönchsgeier (Aegypius monachus) beobachten (auf den Touren 19, 20 und 27 hat man dazu die größte Chance), und auch der äußerst seltenen Europäischen Ginsterkatze (Genetta genetta) werden Sie wohl nicht begegnen, sie mag Menschen nicht besonders. Schlangen? Allesamt ungefährlich, was nicht heißt, dass sie bei zu engem Kontakt nicht zubeißen.

Die Wanderwege

Fleißige Hände mallorquinischer Wandervereine haben in der Tramuntana, dem hauptsächlichen Wandergebiet der Insel, mit staatlicher Hilfe viele alte Wege von Gestrüpp befreit und oft mit großem Aufwand wiederhergestellt. Aber auch Forststraßen, Flurerschließungswege und ehemalige Maultierpfade zu entlegenen, längst verlassenen Häusern wurden zu Wanderwegen umfunktioniert. Ähnlich ist es in den Serres de Llevant, wo die meisten Verbindungswege frühere Maultierstraßen oder Fahrwege sind. An den wenigen verbliebenen natürlichen Küstenabschnitten geht man dagegen entweder auf Trampelpfaden oder über den Strand, manchmal auch auf ufernahen Fahrwegen. Die große Mehrheit der Wanderwege ist technisch leicht begehbar, man muss jedoch wegen des oft von Lockersteinen bedeckten und holprigen Untergrunds fast überall mit festen, knöchelhohen Berg- oder Trekkingschuhen wandern. Manche Stellen sind ausgesetzt (z. B. schmale Wegpartien entlang von Steilwänden) – diese Wegstücke verlangen meist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, zum Teil sind sie aber durch feste Seile oder Stahlklammern versichert, sodass sie auch von Nicht-Schwindelfreien passiert werden können (eventuell mit etwas Überwindung).

 Besondere Wanderwege: Die Insel weist, was Wanderwege betrifft, einige Besonderheiten auf, v. a. die ehemaligen Schneesammler- und Köhlerwege, die anderswo (auch im Mittelmeergebiet) entweder nie vorhanden waren oder längst verfallen sind. Viele der heutigen Wege in der Tramuntana (und nur dort, anderswo auf Mallorca gab und gibt es keinen oder nicht genug Schnee) sind ehemalige Schneesammlerwege: Sie wurden einst angelegt, um den im Winter in den „Schneehäusern“ der Gebirgsplateaus gesammelten und dann zu Eis komprimierten Schnee bequem ins Tal hinunterbringen zu können. In den meisten Fällen wurden dazu Maulesel benutzt, in einigen Fällen auch Tragekörbe – je nach Bedarf wurde der Weg mehr oder weniger breit angelegt. Fast alle Schneesammlerwege wurden als zumindest streckenweise gepflasterte Treppenwege gebaut und so auch wiederhergestellt. Die schönsten findet man im Massiv der Massanella (→ Touren 28 bis 30); den von Osten heraufziehenden Schneesammlerweg auf den Puig Tomir (→ Tour 26) erreicht man nur, wenn man vom Gipfel weglos in Richtung Osten bis zu den dortigen Schneehäusern absteigt.

Treppenwege sind aber natürlich nicht auf Schneesammlerwege beschränkt, sondern wurden überall dort angelegt, wo regelmäßig Maultiertransporte stattfanden und Straßen zu aufwendig waren, also v. a. als Zubringer zu kleinen Dörfern und Einzelhäusern. Die Treppenwege im Raum Sóller sind gute Beispiele dafür (→ Touren 16, 17, 18, 21), allen voran der großartig angelegte Weg von Biniaraix zur Finca Binimorat (→ Tour 21).

Eine weitere Besonderheit sind die extra breit und bequem angelegten Wege im Massiv des Puig des Teix (→ Tour 13) – sie wurden vom dortigen Großgrundbesitzer, dem öster-reichischen Erzherzog Ludwig Salvator, als Reitwege angelegt und auch gleich mit Aussichtsterrassen, den sog. Miradores, garniert. Heute sind sie beliebte und wunderbare Wanderwege.

Wegmarkierungen: Markierungen wie in Mitteleuropa sind unbekannt. Die Farbhinweise übernehmen Steinmänner, an wichtigen Kreuzungen oder Abzweigungen findet man Steinpyramiden. Grüne und rote Zeichen stammen von ausländischen Wanderreiseveranstaltern (u. a. auf Privateigentum und fast immer ohne vorherige Genehmigung), verlassen sollte man sich lieber nicht auf sie. Wegweiser und Holzpfosten mit Richtungspfeilen gibt es nur auf wenigen Wegen, z. B. auf den bereits fertigen Teilstücken der Fernwanderwege GR 221 und GR 222.

Fernwanderwege: Der Fernwanderweg GR 221 soll in Zukunft die gesamte Tramuntana von Port d’Andratx bis Pollença (oder Port de Pollença) durchqueren. Diese sog. Ruta de la Pedra en Sec (etwa „Route der Trockensteinmauern“, → Kasten) nutzt bis auf wenige kurze Ausnahmen bereits vorhandene (und in diesem Buch großenteils beschriebene) Wanderwege. Die Arbeiten sind relativ weit fortgeschritten, aber noch nicht beendet. Fertiggestellt und beschildert sind die Strecken Sant Elm – Sa Trapa – Coll de sa Gramola (→ Touren 2 und 3), Banyalbufar – Esporles (→ Tour 8), Valldemossa – Deià (→ Tour 13), Deià – Sóller (→ Tour 16 in umgekehrter Richtung), Sóller – Cúber (→ Tour 21 in umgekehrter Richtung), Cúber – Puig des Tossals Verds (→ erster Teil Tour 22), Puig des Tossals Verds – Lluc (→ zweiter Teil Tour 22 bis Font des Prat, dann Tour 28 in umgekehrter Richtung) und Lluc – Pollença (→ teilweise Tour 25). Andere Strecken sind noch umstritten (Coll de sa Gramola – Estellencs) oder durch private Sperrungen unterbrochen (z. B. Estellencs – Banyalbufar).

Fernwanderungen auf der Ruta de la Pedra en Sec (GR 221)

Von Valldemossa nach Sóller

Dauer: 2 oder 3 Tage.

Route: Am ersten Tag von Valldemossa nach Deià (→ Tour 13 mit verschiedenen Zustiegsvarianten).

Am zweiten Tag von Deià weiter nach Sóller (→ Tour 16 in umgekehrter Richtung).

Wer eine zweite Nacht einschieben will, biegt bei der Capella de Castelló (kurz nach 11 in Tour 16) links auf den Weg in Richtung Port de Sóller ab und wandert bis zur Schutzhütte Muleta (ab der Kapelle Tour 17 in umgekehrter Richtung bis zum Abzweig 6 zur Hütte). Am nächsten Tag geht es dann mit Tour 17 zurück zur Kapelle und entweder mit Tour 16 (umgekehrte Richtung) oder Tour 17 weiter nach Sóller.

Übernachten: Erste Nacht in Deià in einem der Beherbergungsbetriebe des Ortes oder in der nur für Wanderer gedachten Schutzhütte Can Boi. Zweite Nacht evtl. im Refugi de Muleta. Refugis s. u.

Von Lluc nach Sóller und Deià

Dauer: 3 Tage.

Beschreibung: Am ersten Tag von Lluc bis zur Schutzhütte Tossals Verds am Puig des Tossals Verds (→ Tour 28 bis zur Gabelung  16 , hier links und Tour 22 in umgekehrter Richtung bis zum Refugi).

Am zweiten Tag von der Schutzhütte zum Stausee Cúber und nach Sóller (zum Stausee weiter Tour 22 in umgekehrter Richtung oder Tour 22 in Beschreibungsrichtung, vom Stausee nach Sóller Tour 21). Wer noch Energie hat, kann von Sóller weiter bis zur Schutzhütte Muleta wandern (→ Tour 17 in umgekehrter Richtung).

Am dritten Tag entweder von Sóller mit Tour 16 nach Deià oder vom Refugi de Muleta zunächst zurück zur Kapelle mit Tour 17, dann weiter Tour 16 nach Deiá.

Übernachten: Erste Nacht im Refugi de Tossals Verds. Zweite Nacht in Sóller oder im Refugi de Muleta. Refugis s. u.

Ein zweiter Fernwanderweg, der GR 222, soll einmal die Verbindung von der Tramuntana zum Nordteil der Serres de Llevant ermöglichen. Er beginnt beim Kloster Lluc und führt auf dem alten Pilgerweg ins Tal hinunter nach Caimari (→ Tour 31), quert dann die Zentralebene und erreicht bei Betlem den Naturpark der Península de Llevant (→ Touren 33 und 34), von wo er schließlich in Richtung Artà führt. Nur die genannten Teilstücke sind ausgewiesen und mit Schildern gekennzeichnet, der Rest ist bisher noch in Planung, obwohl man immerhin weiß, dass man die alten Viehtriebwege, die heute noch quer über die Insel verlaufen, zum Wegebau verwenden will.

Hütten: Die Berghütten („Refugis“), die entlang dem GR 221 Nächtigung und Verpflegung ermöglichen sollen, sind zum Teil noch im Bau oder gar erst in Planung. Um folgende Hütten handelt es sich dabei derzeit:

Südliche Tramuntana

La Trapa: ehemaliges Trappistenkloster, Eröffnung für 2009 angekündigt, 2016 noch immer nicht fertig (→ Touren 2 und 3).

Coma den Vidal bei Estellencs: immer noch in Planung.

Mittlere Tramuntana

Can Boi in Deià: Dorfhaus, seit 2006 Hütte, Tel. 971-636186 (→ Touren 13, 15 und 16).

Muleta bei Port de Sóller: ehemalige Telegrafenstation, seit 2002 Hütte, Tel. 971-634271 (→ Touren 16 und 17, jeweils in einiger Entfernung).

Nördliche Tramuntana

Tossals Verds: ehemaliger Bauernhof, seit 1995 Hütte, Tel. 971-182027 (→ Tour 22, evtl. Tour 28).

Castell dAlaró: Teil der Ermita auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges, 2003 eröffnet, nach Umbau Wiedereröffnung 2011 (→ Tour 23).

Son Amer bei Lluc: ehemaliger Bauernhof, seit 2007 Berghütte, Tel. 971-517109, mit Centre d’Interpretació del Senderisme, einer Infostelle für den GR 221 (alle Touren um Lluc, direkt vorbei führen die Touren 24 und 25).

Pont Romà in Pollença: ehemaliges Schlachthaus, seit 2007 Berghütte, 2013 nach Renovierung wiedereröffnet; Tel. 971-533649.

Auch wenn alle Hütten fertig sind, wird es nicht so einfach sein, sie zu nutzen, denn man kann nicht einfach, wie in den Alpen, eintreten und ein Nachtlager beziehen oder Essen bestellen – alles muss geplant werden. Für die Übernachtung muss man sich vorher telefonisch oder über das Internet anmelden (sonst hat man keine Garantie dafür, dass man aufgenommen wird, und nicht einmal dafür, dass die Hütte geöffnet ist), und auch das Essen – jede Mahlzeit! Imbisse gibt es nicht! – muss bestellt werden: Online-Buchungen auf www.conselldemallorca.net → „Herbergen“ → „Reservierung online“ (auch in Deutsch), telefonisch unter Tel. 971-1-73700, per Fax 971-173732.

Ein Platz im Lager kostet 11 €, das Frühstück je nach Hütte 4,50 €, das Abendessen (ein Gang) 8 €, man kann aber auch mehrere Gänge bestellen. Mit Alpenvereinsausweis (alle mitteleuropäischen Vereine) gibt es 10 % Rabatt bei der Verpflegung und 20 % bei der Nächtigung

Am GR 222 gibt es bisher keine bewirtschafteten, sondern nur Selbstversorgerhütten. Sie müssen lange im Voraus persönlich oder telefonisch beim Centre d’Informació de la Serra de Tramuntana im Ca S’Amitger (Lluc, Tel. 971-517070) gebucht werden. Eine Liste mit Ortsangaben findet sich in dem kostenlosen Faltblatt FI-9 „Refugis, albergs i santuaris“ (in den Touristinfos) und auf www.infomallorca.net (→ „Unterkunft“ → „Heiligtümer, Hütten und Herbergen“).

Wegsperrungen und Wegemaut: Bis in die 1980er-Jahre konnte man auf Mallorca noch jeden Weg benutzen, es gab (und gibt im Prinzip noch heute) ein allgemeines Durchgangsrecht. Dann begannen aber immer mehr Finca-Besitzer, ihre Wege zu sperren, einerseits, weil auf manchen Pfaden ganze Horden von Touristen auftauchten und sich unüberlegt verhielten (Liegenlassen von Abfall, Beschmieren von Gebäuden mit Farbflecken als Wegmarkierung, Offenlassen von Toren, sodass Weidevieh entweichen konnte, Verschließen offener Tore, sodass Vieh nicht in andere Weidebereiche wechseln konnte, etc.), andererseits, weil immer mehr Fincas in den besten, schönsten und wanderwürdigsten Lagen aus der Hand der Mallorquiner in die Hände von Zuzüglern wechselten – die ihre Wege ebenfalls versperrten.

Klar, das Gesetz lautet anders, aber der Ausflüchte gibt es viele, und wenn selbst der Staat Probleme hat, sein Recht durchzusetzen (z. B. beim Durchgang des GR 221 zwischen Estellencs und Banyalbufar), dann stößt jedes Recht an seine Grenzen. Also wurden zahllose Wege gesperrt, und nur wenige blieben übrig, die heute offiziell betreten werden dürfen. Jederzeit kann ein Grundbesitzer wieder einen Weg sperren – rechnen Sie damit, um nicht allzu enttäuscht zu sein. Andere Grundbesitzer nehmen eine Wegemaut (→ Touren 29, 30) oder lassen Wanderer nur an bestimmten Tagen passieren (→ Tour 27) oder beschränken die Anzahl der Wanderer pro Tag (→ Tour 13), eine Handhabe dagegen gibt es nicht. In unseren Tourenvorschlägen wurden sämtliche – auch auf bestimmte Tage beschränkte – Wegsperrungen berücksichtigt, und es wurde die eventuelle Wegemaut erwähnt. Wenn wir bei einigen Touren darauf hinweisen, dass Verbote erfahrungsgemäß ignoriert werden können, weil der Grundbesitzer trotz Verbot den Durchgang zulässt, dann muss jedem Wanderer klar sein, dass er den Durchgang auf eigenes Risiko wagt!

Ausrüstung und Verpflegung

 Der steinige Untergrund der meisten Wanderwege, spitze Felszacken und schlüpfrige Erdpartien – die Tramuntana und die Serres de Llevant sind kein Halbschuhterrain. Knöchelhohe Wanderschuhe mittlerer Stärke (sog. Trekkingschuhe, bevorzugt mit einer Tex-Membrane aus Gore-Tex o. Ä.), die man bereits zu Hause (!) eingelaufen hat, sind für nahezu alle Wege auf der Insel Voraussetzung, einige der kürzeren, leichteren Touren kann man notfalls auch mit niedrigen Sportschuhen bestreiten, wenn sie eine griffige Sohle haben.

Für alle Touren dieses Bandes reicht ein Tagesrucksack aus. Falls nicht gerade bestes Wetter für die nächsten Tage vorhergesagt ist, gehört ein Regenschutz hinein, auf jeden Fall aber ein Hut, eine Sonnenbrille und hoch dosierte Sonnencreme (LSF 30 oder mehr; Sonnencremes sind auf Mallorca nur in Apotheken und nicht in Parfümerien bzw. Drogerien erhältlich!). Wie auch sonst beim Wandern und Bergsteigen kleidet man sich am besten in Schichten, die man nach Bedarf an- oder ablegen kann. Einen Windschutz sollte man immer dabeihaben, egal ob man in den Bergen oder an der Küste wandert. Wanderstöcke (immer zwei, nie nur einer!) nehmen dem Körper einen Teil der Last ab und sind v. a. für die Knie ein Segen. Mittlerweile gibt es sie sogar auf Mallorca zu kaufen, besser ist es aber, man bringt sich sein eigenes Paar mit, um nicht – wie es dem Autor widerfahren ist – die Stöcke nach zwei Touren wegwerfen zu müssen, weil sie sich nicht mehr auf- oder zudrehen lassen. Unabdingbar ist ein Erste-Hilfe-Set: antiseptische Tücher, Pflaster, Verband, Pinzette (Stachel!) und eine Pfeife für den Notfall tun bei Bedarf ihre Dienste, ohne schwer zu wiegen. Ach ja, die Kamera: je kleiner, desto leichter, sollte das Motto sein (die Größe muss sich ja nicht in der Bildqualität niederschlagen).

In den Rucksack gehören aber auch Proviant und Trinkwasser –Letzteres nicht zu knapp: Die Karstlandschaft, durch die man die meiste Zeit wandert, ist äußerst wasserarm, und wenn man mal auf Wasser trifft, sollte man sich normalerweise hüten, davon zu trinken. Mancher kommt zwar auch an heißen Tagen und bei großer Anstrengung 2–3 Std. mit ungefähr einem Liter aus, das ist aber das absolute Minimum.

Ein Handy tut fast überall gute Dienste, nur in den engen Torrents der Tramuntana muss man auf ein Netz verzichten. Das betrifft auch die schwierige Tour durch den Torrent de Pareis (→ Tour 20), auf der man also keine Hilfe rufen kann, wenn mal was passiert! GPS-Gerät und Landkarte sind weitere sinnvolle Ausrüstungselemente: Auch wenn Sie nicht nach einer der Routen dieses Buches wandern, verrät ihnen das GPS-Gerät im Notfall genau, wo Sie sich befinden (im Gegensatz zum Kompass, der nur eine vergleichsweise ungenaue Standortbestimmung zulässt, und das nur bei klarem Himmel).

Notfall und Notfallnummern

Die europaweite vorwahllose Notrufnummer Tel. 112 gilt natürlich auch auf Mallorca.

Sowohl die Gruppe GREIM der Guardia Civil als auch die Bomberos (Feuerwehr) haben ausgebildete Bergrettungsleute und sind – ebenfalls ohne Vorwahl – unter Tel. 062 (Guardia Civil) bzw. Tel. 085 (Feuerwehr, auch bei Waldbränden!) erreichbar.

In medizinischen Notfällen erreicht man unter Tel. 061 die Ambulanz-Zentrale. Direkt an den Arzt kann man sich in einem der Ärztezentren (centre mèdic) wenden, die es in den meisten größeren Orten gibt (Englisch oder Deutsch wird in jedem verstanden und gesprochen). Ein deutsches Ärztezentrum gibt es in Palma (Calle Unió 9, Tel. 971-228067). Krankenhäuser findet man in Palma und Manacor, eine Verständigung ist hier aber kaum möglich.

Die Polizei ist schließlich unter Tel. 091 erreichbar.

Allgemein gilt: Die telefonische Verständigung ist häufig mühsam, nicht immer gerät man an englisch- oder gar deutschsprachige Kontaktpersonen.

Tourplanung und -durchführung

Unsere Wanderungen verlangen eine gewisse Vorbereitung. Zu berücksichtigen ist dabei immer, dass die bei den einzelnen Touren genannten Zeiten reine Gehzeiten sind. Mit Pausen (auch zum Fotografieren!) braucht man immer viel länger. Nicht nur deswegen raten wir, immer frühzeitig zu starten (→ Tabelle zu den Sonnenauf- und -untergangszeiten sowie zur Tageslänge): Aufgrund der geografischen Lage ist die Phase der Dämmerung auf Mallorca sehr kurz, in engen Tälern kann es auch schon vor Sonnenuntergang ziemlich dunkel sein.

Standorte: Wer möglichst viele Wanderungen unternehmen will, für den ist Palma de Mallorca der beste Standort. Wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist, ist es dabei egal, ob man in Palma selbst oder irgendwo am Strand bis hinaus nach Arenal wohnt. Wer die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, sollte dagegen die Entfernung zum Bahnhof und Busbahnhof in Palma nicht allzu sehr ausdehnen, sonst gibt es Schwierigkeiten mit dem Timing – von Arenal bis zum Bahnhof in Palma (zwei Buslinien verbinden direkt) braucht man bis zu 1 Std.!

Für die Tramuntana sind auch Sóller und Port de Sóller geeignete Standorte, von dort kann man mit direkten Bussen bis nach Lluc und Pollença fahren, allerdings nicht – im Gegensatz zu Palma – den Inselosten und den Süden der Tramuntana erreichen. Auch das weniger geschäftige Deià kommt als Standort infrage, man muss sich dann allerdings für Touren im Norden, die über Sóller hinausgehen, auf den ersten oder letzten Bus des Tages einstellen. Andratx und Port d’Andratx sind die besten Standorte für den südwestlichen Teil der Tramuntana.

Die große Anzahl von Touren rund um Lluc und der gute Ausbau der die gesamte Tramuntana durchmessenden Straße MA-10 lassen auch das Kloster Lluc (mit großem Angebot an Zimmern und Apartments sowie Campingplatz) als einen guten Standort erscheinen – Lluc erreicht man aber auch schnell mit dem Pkw oder Bahn/Bus von Palma aus.

Die Berghütten eignen sich bis auf Son Amer bei Lluc übrigens nicht als Ausgangspunkt für Wanderungen, sie sind ziemlich einseitig auf den GR 221 und Langstreckenwanderer eingestellt. Wer um die Hütten ein Wegenetz erwartet, wie dies in den Alpen meist der Fall ist, wird generell enttäuscht.

Für die Touren im Norden der Serres de Llevant (→ Touren 33 bis 36) ist Artà der beste Standort.

Touristeninformation von zu Hause aus: Bis auf eher allgemeine Informationen über die Insel bietet die Internetseite des Spanischen Fremdenverkehrsinstituts TURESPAÑA (www.spain.info) wenig Hilfe für Wanderer. Trotzdem lohnt es sich natürlich, mal „durchzublättern“. Über die Auswahlleiste „Select Country“ kommt man dort auch zum Internetauftritt der Spanischen Fremdenverkehrsämter des jeweiligen Landes:

Deutschland

10707 Berlin, Kurfürstendamm 63, Tel. 004930/​8826-543, Fax. 8826-661.

40237 Düsseldorf, Grafenberger Allee 100, Tel. 0049211/680398-1, Fax. 680398-5/-6.

60323 Frankfurt am Main, Myliusstr. 14, Tel. 004969/7250-33/-38, Fax. 725313.

80051 München, Postfach 151940 (kein Publikumsverkehr).

Prospektbestellungen unter Tel. 06123-99134.

Österreich

1010 Wien, Walfischgasse 8/14, Tel. 00431/​512958-0, Fax. 512958-1.

Schweiz

8008 Zürich, Seefeldstr. 19, Tel. 004144/​2536050, Fax. 2526204.

Die Fremdenverkehrsämter in Mitteleuropa können allerdings nur wenig detaillierte Auskünfte geben, zum Wandern auf Mallorca sind sie definitiv überfragt. Ein Hotelprospekt für Mallorca existiert nicht, man wird auf die Internetseite verwiesen oder sucht die Seite der mallorquinischen Hoteliersvereinigung auf: www.mallorcahotelguide.com.

IBATUR, das Fremdenverkehrsinstitut der Balearen, leitet ebenfalls eine Website, die zwar für Wanderer nicht uninteressant ist (Wanderziele, Ortsbeschreibungen, Unterkünfte), sich aber im Wesentlichen an Pauschalurlauber wendet: www.visitbalears.com.

Ähnliche Infos bietet www.infomallorca.net, eine Seite des Consell de Mallorca (Rat der Insel Mallorca).

Die private Internetseite Camins de Mallorca (idd02ucg.eresmas.net) wendet sich – auch auf Deutsch – direkt an Wanderer. Sie wird von dem professionellen Guide Jaume Tort (auch der Herausgeber der unten erwähnten Wanderkarten) betrieben. Da sie meist auf dem letzten Stand ist, eignet sie sich sogar dazu, mal schnell nachzuschauen, ob der Torrent de Pareis momentan begehbar ist und welche Wegstücke gerade mal wieder gesperrt sind.

Touristeninformation vor Ort: Informationsbüros des Balearen-Fremdenverkehrsinstituts IBATUR (www.visitbalears.com) gibt es in allen wichtigen touristischen Orten, sie nennen sich O.I.T. (Oficina de Informació Turistica). Auch diese Büros können Wanderern nur wenig weiterhelfen, man wird meist verständnislos angeschaut, wenn man sich zu Details von Wanderungen erkundigt. Immerhin gibt es Busfahrpläne, Infos zu Sehenswürdigkeiten, kleine Ortspläne (in Palma einen Hochglanzplan) und die eine oder andere Imagebroschüre. Hier eine Auswahl der Touristinfos:

Palma

O.I.T. de Mallorca (Consell de Mallorca), Plaça de la Reina 2, 07012 Palma, Tel. 971-173990, Fax. 971-173994. Mo–Fr 9–20 Uhr, Sa bis 14 Uhr. Für ganz Mallorca zuständig. Eine Zweigstelle befindet sich im Flughafen (Tel. 971-789556, Mo–Sa 8.30–20 Uhr, So 9–13.30 Uhr).

O.I.T. Municipal de Palma, Plaça d’Espanya (am Parc de ses Estacions), 07002 Palma, Tel. 902-102365, Fax. 971-225966. Tägl. 9–20 Uhr. Touristinfo der Stadt. Weiteres Büro im Passeig des Born 27 (Tel. 902-102365, tägl. 9–20 Uhr).

Tramuntana

Andratx: O.I.T. Municipal, Avinguda de la Cúria 1, 07150 Andratx, Tel./Fax. 971-628019. Mo–Fr 9–14.30 Uhr.

Port d’Andratx: O.I.T. Municipal, Avinguda Mateo Bosch 6, 07157 Andratx/​Port d’Andratx, Tel. 971-671300. Mai bis Okt. tägl. 9–20 Uhr.

Sant Elm: O.I.T., Avinguda Jaime I 28 B, 07159 Andratx/Sant Elm, Tel./Fax. 971-239205. Nur in der Hauptsaison geöffnet.

Valldemossa: O.I.T., Avinguda de Palma 7, 07170 Valldemossa, Tel./Fax. 971-612019. Mo–Fr 10–13.30 und 15–17 Uhr, Sa 10–13 Uhr, Nebensaison Mo–Fr 9.15–15.45 Uhr.

Sóller: O.I.T. Municipal, Plaça Espanya s/n, 07100 Sóller, Tel. 971-638008, Fax. 971-638009. Mo–Fr 9.45–13.30 und 14.45–17 Uhr, Sa 9.15–13 Uhr.

Port de Sóller: O.I.T. Municipal, Carrer Canonge Oliver 10, 07180 Sóller/Port de Sóller, Tel. 971-633042. Ungefähr März bis Okt. Mo–Fr 9.15–13 und 14.45–17 Uhr, Sa 10–13 Uhr.

Pollença: O.I.T. Municipal, Carrer Sant Domingo 17, 07460 Pollença, Tel. 971-535077, Fax. 971-866746. Mo–Fr 9–16 (Sommer) bzw. 8–15 Uhr (Winter).

Alcúdia: O.I.T. Municipal, Carrer Major 17, 07400 Alcúdia, Tel. 971-897100, Fax. 971-548401. Mo–Sa 9.30–14.30 Uhr, So bis 14 Uhr, im Winter nur Mo–Fr.

Serres de Llevant

Artà: O.I.T., Avinguda Costa i Llobera 7, 07570 Artà, Tel. 971-836981, Fax. 971-829552. Mo–Fr 10–14 Uhr; Information des Parque Nacional Península de Lllevant, C. Estel 2, Tel. 971-836828.

Cala Ratjada: O.I.T. Municipal, Via Mallorca 36, 07590 Capdepera, Tel. 971-819467, Fax. 971-565256. Im Sommer Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa bis 13.30 Uhr, sonst etwas eingeschränkt.

Manacor: O.I.T., Plaça Ramón Llull s/n, 07500 Manacor, Tel. 971-847241, Fax. 971-849105. Mo 9.30–14 Uhr, Di–Fr bis 13 Uhr.

Südküste

Ses Salines/Colònia de Sant Jordi: O.I.T. Municipal, Carrer Esplenada del Puerto 5, 07638 Ses Salines/Colònia de Sant Jordi, Tel. 971-656073, Fax. 971-656447. Mo–Fr 8–14 Uhr.

Bahn und Bus: Vom ehemals relativ dichten Bahnnetz der Insel war vor zwei Jahrzehnten kaum noch was übrig, inzwischen kann man wieder mit einer modernen Bahn von Palma über Alaró (Bahnhof Consell-Alaró) und Inca nach Sa Pobla oder Manacor fahren. Auf der früheren Bahntrasse zwischen Manacor nach Artà (Tren de Llevant) ist jetzt ein Wander- und Radweg angelegt worden (viaverde.caib.es).

Neben diesen schnellen und preiswerten Bahnlinien gibt es die reine Touristenbahn von Palma nach Sóller (Ferrocarril/Tren de Sóller), daran schließt eine Straßenbahn nach Port de Sóller an. Die Fahrt ist reizvoll, aber langwierig, mit dem Bus geht es schneller und wesentlich billiger (Fahrplan, Infos und Preise auf www.trendesoller.com und in den Bahnhöfen Palma und Sóller).

Das Busnetz der Insel ist v. a. auf Palma und einige wenige Touristenorte wie Can Picafort ausgerichtet. Für Wanderer interessant sind v. a. folgende Linien:

Tramuntana

L 100 (Andratx – Port d’Andratx – Arracó – Sant Elm)

L 102 (Palma – Santa Ponça – Peguera – Andratx – Port d’Andratx)

L 140 (Palma – Puigpunyent – Galilea)

L 200 (Palma – Esporles – Banyalbufar – Estellencs)

L 210 (Platja de Palma – Palma – Valldemossa – Deià – Llucalcari – Sóller – Port de Sóller)

L 211 (Palma – Palmanyola –– Sóller – Port de Sóller; Tunnelstrecke)

L 212 (Sóller – Biniaraix – Fornalutx – L’Horta de Biniaraix – Sóller)

L 220 (Palma – Palmanyola – Bunyola)

L 320 (Bahn Estació Intermodal Palma – Estació Consell-Alaró; Bus Estació Consell-Alaró – Consell – Alaró)

L 330 (Palma – Festival Park – Santa Maria – Consell – Binissalem – Lloseta – Inca – Selva – Caimari – Lluc)

L 332 (Bahn Estació Intermodal Palma – Estació Inca; Bus Estació Inca – Selva – Caimari – Moscari

L 340 (Palma – Inca – Port de Pollenca – Port de Pollença)

L 351 (Palma – Inca – Alcúdia – Port d’Alcúdia – Ciudad de los Lagos – Càmping Muro)

L 352 (Can Picafort – Ciudad de los Lagos – Port d’Alcúdia – Alcúdia – Port de Pollença)

L 354 (wie L 352, aber von Port de Pollença weiter nach Cala Sant Vincenç – Lluc – Sóller – Port de Sóller; verkehrt nur April bis Okt.)

L 355 (wie L 354 bis Lluc, von dort weiter nach Sa Calobra; verkehrt nur von April bis Okt.)

L 356 b (Alcudia – es Mal Pas)

L 356 c (Alcudia – es Barcarès)

Serres de Llevant

L 411 (Palma – Algaida – Montuiri – Vilafranca – Hospital de Manacor – Manacor – Sant Llorenç – Artà – Capdepera – Cala Ratjada)

L 424 (Bahn Estació Intermodal de Palma – Estació Manacor/Bus Manacor – Son Macià – Cales de Mallorca)

Südküste

L 502 (Palma – Son Llàtzer – Es Pillari – S’Aranjassa – S’Arenal – Polígon Llucmajor – Llucmajor – Campos – Es Palmer – Colònia de Sant Jordi – Ses Salines – Es Llombards – Santanyí)

L 503 (Santanyí – Cala Figueras)

L 525 (Llucmajor – Cala Pi; nur nach Reservierung)

Die Strecke Andratx – Estellencs im Süden der Tramuntana wird nicht mehr bedient, sodass die beiden Ausgangspunkte für die Touren auf den besonders häufig erwanderten Puig de Galatzó (→ Touren 4 und 5) jetzt nur noch mit dem privaten Pkw erreichbar sind. Für jede Tour wurden die relevanten Busverbindungen angegeben, der nach Jahreszeiten (und oft spontan) wechselnde Fahrplan ist auf www.tib.org abrufbar (oder telefonisch – auf Spanisch oder Katalanisch – unter Tel. 971-177777). Einzelne Fahrpläne gibt es in den Touristinfos, die meisten Fahrpläne (jeweils auf Einzelblättern) hat der Auskunftsschalter im Busbahnhof in Palma de Mallorca.

Preisbeispiele: Palma – Sóller mit (Tren de Sóller einfach 15 €, hin/zurück 21 €, Palma – Port de Sóller mit Bus L 211 3,25 €, Sóller – Port de Sóller mit Tram einfach 5,50 €, hin/zurück 11 €, Palma – Sóller Kombiticket Tren & Tram hin/zurück 30 €. Palma – Banyalbufar mit Bus 3,10 €, Palma – Port de Pollença mit Bus 6,30 €. Palma – Alaró L 320 mit Bahn und Bus 2,55 €. 

Taxi: Taxis sind auf Mallorca relativ preiswert, für Bergstrecken (MA-10!) muss man allerdings tiefer in die Tasche greifen – außerhalb von Palma gibt es Richtpreise, über die man bei längeren Strecken auch mal verhandeln kann. Die Telefonnummern der Taxiunternehmen sind bei den jeweiligen Touren angegeben. Für ganz Mallorca zuständig ist Radio Taxi Mallorca, Tel. 971-755440, ab Palma operieren z. B. Radio Taxi Ciutat, Tel. 971-201212, und Fono Taxi, Tel. 971-728081.

Preisbeispiele: Sóller – Cuber-Stausee 28 €, So/Fei 30 €, Colònia de Sant Jordi – Cap de ses Salines 25 €, Inca – Lluc 25 €, Lluc – Cuber-Stausee 35 €, Lluc – Mirador de ses Barques 55 €, Valldemossa – Ermita de la Trinitat 12 €, Flughafen Palma – Port de Pollença 79 €, Llluc – Pollença 37 €. 

Mit dem Pkw: Wer die Wanderungen dieses Buches mit dem Pkw ansteuert, hat häufig das Problem zu lösen, wie er wieder zum Auto zurückkommt, ohne denselben Weg nochmals gehen zu müssen. Die Wandervorschläge sind daher in den meisten Fällen so angelegt, dass man die Strecke zurück zum Parkplatz mit dem Bus fahren kann. Das Verkehrsnetz Mallorcas ist bestens ausgebaut. Autobahnen verbinden den Flughafen und Palma mit den wichtigsten Inselorten, und entlang der durch die Tramuntana führenden MA-10 reiht sich ein Wanderparkplatz an den anderen. Wenn Sie den Wagen den Tag über stehen lassen, nehmen Sie alles raus, was zu einem Einbruch verlocken könnte (Ihr teures Navi!), oder tun Sie’s erst gar nicht rein. Das Kriminalitätsniveau auf Mallorca ist relativ niedrig, wenn auch kleinere Diebstähle und Autoeinbrüche an der Tagesordnung sind.

Schiff: Für Wanderer kommt die Schiffsverbindung Sa Calobra – Cala Tuent – Port de Sóller infrage, da sie eine Rückfahrt nach Sóller oder Palma erlaubt, nachdem man die Wanderung 19 oder 20 hinter sich gebracht hat. Das Problem ist, dass bei schlechtem Wetter kein Schiff geht und die Abfahrt des letzten Schiffes immer erst am Morgen des jeweiligen Tages feststeht. Im Prinzip verlässt das letzte Schiff Sa Calobra um 16.30 Uhr, aber ​eben nur im Prinzip … Die einzige Möglichkeit, um einigermaßen sicherzugehen, ist, vor Beginn der Wanderung in Port de Sóller am Schiffsanleger nachzufragen und ggf. auch gleich eine Karte zu kaufen – die Boote sind oft ausverkauft. Telefonisch erhält man den für den Tag gültigen Fahrplan erst ab 9.15 Uhr unter Tel. 669-022389 (mobil). Unter uns: Verlassen Sie sich lieber nicht auf den Schiffstransport und kalkulieren Sie andere Möglichkeiten ein (Bus von Sa Calobra nach Escorca bzw. Lluc und von dort nach Sóller, wie bei den entsprechenden Touren angegeben). Cala Tuent wird übrigens nur – falls das Schiff überhaupt fährt – von Montag bis Sonntag mit dem um 16.30 Uhr von Sa Calobra abgehenden Schiff in Richtung Port de Sóller angelaufen (Ankunft ca. 16.40 Uhr in Cala Tuent) – allerdings nicht im Juli und August!

Preise: Port de Sóller – Sa Calobra einfach 15 €, hin/zurück 25 €, Kinder unter 6 Jahren gratis, 6–12 Jahre 6/10 €.

Topografische und Wanderkarten: Die offiziellen spanischen topografischen Karten im Maßstab 1:50.000 und 1:25.000 für Mallorca (Blattschnitt auf www.cnig.es) sind überwiegend auf dem aktuellen Stand, geben aber keinen Hinweis auf die Begehbarkeit von Wegen oder Straßen. In der Tramuntana leisten in dieser Hinsicht die drei Wanderkarten „Mallorca – Tramuntana Nord/​Central/​Sud“ von Editorial Alpina (jeweils im Maßstab 1:25.000, Auflage 2015/​2016) gute Dienste. Alle Karten gibt es bei: La Casa del Mapa, Carrer Sant Domingo 11, Palma de Mallorca, Tel./Fax. 971-225945, casamapa@​imi.a-palma.​es.

Literaturtipps:

Schröder, Thomas: Mallorca. Michael Müller Verlag, 10. Auflage 2016. Das Reisehandbuch für Mallorca schlechthin, mit allen Informationen, die man für einen Urlaub auf der Insel braucht.

Sand, George: Ein Winter auf Mallorca. Zum Beispiel Goldmann, 2006, in allen Touristenorten der Insel erhältlich. Eher überschätzter Bericht der Schriftstellerin über den kalten Winter, den sie mit dem kranken Frédéric Chopin in Valldemossa verbrachte. Lesenswert ist v. a. der zweite Teil, der sich konkret mit Valldemossa beschäftigt. Siehe auch Kasten „Ein Winter auf Mallorca“ auf.

Erzherzog Ludwig Salvator: Die Balearen. Brockhaus, 1869–1891. Dieses siebenbändige, gerühmte Werk ist auf Deutsch nur noch in großen öffentlichen Bibliotheken und in einigen privaten Sammlungen einzusehen. 1897 erschien auch eine gekürzte, zweibändige Ausgabe „Die Balearen. Geschildert in Wort und Bild“, die derzeit wieder als Faksimile-Ausgabe erhältlich ist (www.erzherzog-ludwig-salvator.de). Von der Wertschätzung des Erzherzogs durch die Mallorquiner zeugt, dass es eine Übersetzung ins Katalanische gibt (drei Bände, Verlag La Foradada, Palma de Mallorca, 2005).

Erzherzog Ludwig Salvator: Die schönsten Märchen aus Mallorca, 2011, vitolibro, 14,50 €. Der Erzherzog hat auf der Insel auch Märchen gesammelt. Sie erzählen von alten Zeiten und vom Alltag, manchmal moralisch, manchmal ironisch, immer unterhaltsam.

Beniston, Nicole und William: Wild Orchids of Mallorca. Editorial Moll, 2000, in guten Buchhandlungen und Souvenirläden (z. B. Kloster Lluc) erhältlich. Reichlich und in Farbe bebildertes Bestimmungsbuch für Mallorcas an die dreißig Orchideenarten, denen man im Frühjahr auf Schritt und Tritt begegnet.

Schönfelder, Peter und Ingrid: Was blüht am Mittelmeer? Kosmos, 5. Auflage 2014. Bewährter Pflanzenführer, der bis auf wenige die Blumen und blühenden Sträucher Mallorcas vorstellt.

Fletcher, Neil: Mediterrane Wildblumen. Pflanzen des westlichen Mittelmeerraumes. DK Naturführer 2008. Ausgezeichneter Pflanzenführer im Taschenformat, antiquarisch gut erhältlich.

Reisigl, Herbert u. a.: Mittelmeerflora. GLB Parkland, 1992. Das vom Autor dieses Buches hauptsächlich genutzte Bestimmungsbuch ist leider nur noch antiquarisch zu bekommen.

Sterry, Paul: Die Vögel am Mittelmeer. Kosmos, 2004. Vogelführer v. a. für den westlichen Mittelmeerraum und Mallorca, antiquarisch zu bekommen.

Breuninger, Martin. Mallorcas vergessene Geschichte. Wie das Inselparadies zur Hölle wurde, 2011, vitolibro, 12,90 €. Lange vor dem Ballermann wurde Deutschland eingedeutscht. 1879 eröffnete der erste deutsche Uhrmacher in Palma ein Geschäft. 1933 machte die erste deutsche Schule auf. Da waren ein Arzt und ein Damen- und Herrenausstatter schon auf der Insel, und die erste deutsche Zeitung war auch schon erschienen.

Meuth, Martina und Neuner-Duttenhofer, Bernd: Mallorca. Küche, Gastlichkeit und Lebensfreude. Bassermann, 2. Auflage 2010. Kochtradition und mallorquinische Rezepte stehen bei diesem repräsentativen Bildband im Vordergrund, daneben gibt es ein paar solide Gastro-Adressen.

Strelocke, Hans: Mallorca, Menorca. DuMont Reiseverlag, 10. Auflage 1996. Der leider nicht mehr aufgelegte und vergriffene Kunstreiseführer bietet die besten Infos zum Thema Kunst auf der Insel, antiquarisch und in den meisten Bibliotheken erhältlich.

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