Unterwegs mit Anika Zeller

Unterwegs mit Anika Zeller

Als ich im Mai 2017 in Moskau war, lag hinter der Basilius-Kathedrale eine rie­sen­große Baustelle. Als ich im Herbst zurückkehrte, war dort ein Park der Superlative entstanden, mit Eis­höhle, Zeit­maschine und frei­schwe­ben­der Brü­cke. Moskau hatte sich mal wie­der selbst übertroffen. Und nicht nur Vor­zei­geprojekte wie der Park Sarjadje waren neu: Die ganze Innenstadt hatte frisch geteerten Asphalt, neue Parks, breite Bürgersteige bekommen. „Ich er­kenne meine Straße nicht wieder“, war der Satz, den ich am häufigsten hörte.

Nur wenig erinnert heute an das Mos­kau, das ich vor zwei Jahrzehnten ken­nen­lernte. Die klapprigen Busse fielen damals fast auseinander. Am Straßen­rand standen kleine gelbe Tankwagen, die russischen Kwas verkauften. Und im Geschäft schob die Verkäuferin auf einem Rechenbrett hölzerne Kugeln hin und her. Ich mochte die Stadt damals sehr – konnte aber jeden verstehen, der das nicht tat. Zu vieles hier war anders als bei uns: die grimmigen Mienen, der Lärm und der Dreck, die Um­ständ­lich­keit des alltäglichen Seins.

Laut ist Moskau noch immer und für viele Bewohner ist das Leben hart wie eh und je. Der Charakter der Metropole aber hat sich grundlegend verändert, zu­mindest im Zentrum. Modern, west­lich, sauber, mancherorts fröhlich und sogar hip. Moskau ist eine liebens­werte Stadt geworden. Und eine Stadt, die es Besuchern leicht macht, sie zu mögen!

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