Essen gehen

Neue Horizonte

Wer nach Moskau fährt, muss russisch essen gehen, keine Frage. Muss erfahren, wie ein echter Borschtsch duftet, was russische Bliny von französischen Crêpes unterscheidet und sibirische Pelmeni von italienischen Ravioli. Mit der russischen Küche allein ist es jedoch nicht getan. 70 Jahre lang war Russland Teil der Sowjetunion, die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. Mindestens einmal sollte daher jeder ein georgisches Lokal betreten, am besten auch ein ukrainisches, armenisches oder usbekisches. Darüber hinaus ist (fast) die ganze Welt kulinarisch in Moskau vertreten. Nur Fischrestaurants und Lokale mit vegetarischer Küche sind vergleichsweise dünn gesät.

Das besondere Etwas

Jedes Restaurant in Moskau hat irgendwas, was kein anderes hat. Das kann ein spektakulärer Blick sein – es kann aber auch eine grasende Kuh hinter einer Scheibe sein, ein Teller mit Sowjetemblem oder ein Kellner in Kosakentracht. Und nichts, wirklich nichts ist in einem Moskauer Restaurant dem Zufall geschuldet: Alles ist perfekt arrangiert und fügt sich harmonisch ein ins gewählte Konzept.

Vorsicht, Fettnäpfchen!

Moskau hat Restaurants in sämtlichen Preisklassen, im Vergleich zu anderen Städten sind überdurchschnittlich viele von ihnen extrem teuer. Da das Preisniveau auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen ist, sollten Sie vorab einen Blick auf die kleinen Sternchen werfen, die jedem Restauranttipp vorangestellt sind: Ein einzelnes Sternchen (*) strapaziert Ihren Geldbeutel am wenigsten, vier Sternchen (****) am meisten (mehr dazu → siehe hier).

Wer ein bestimmtes Restaurant besuchen möchte, sollte einen Tisch für abends reservieren, und sich vor Ort nicht wundern, wenn der Türsteher etwas grimmig dreinschaut. Im Innern geht es zunächst förmlich zu: Es ist unüblich, sich selbst einen Tisch zu suchen oder gar die Jacke über die Stuhllehne zu hängen. Hinter dem Eingang befindet sich stets eine Garderobe.

Die Speisekarte zeigt neben dem Preis manchmal das Gewicht der Gerichte an – und zwar aufgeschlüsselt nach den einzelnen Komponenten des Gerichts, z. B. Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Um welche Art von „Gemüse“ es sich handelt, erfährt man selten.

Die Bezahlung am Ende erfolgt zunächst wie gewohnt: Sie teilen Kellner oder Kellnerin mit, dass Sie zahlen möchten. Manchmal fragen diese nach, ob bar oder mit Karte. Im Fall der Bar-Variante bringt die Bedienung eine kleine Mappe oder einen kleinen Behälter mit der Rechnung an den Tisch und entfernt sich wieder. Die Gäste legen das Geld hinein und zwar die Gesamtsumme – getrennt zahlen ist verpönt!

Beim Trinkgeld greift die 10%-Regel.

Alternativen zum Restaurant

Als günstige Alternative zu klassischen Restaurants haben sich etliche Restaurants etabliert. Bei ihren Filialen handelt es sich nicht um Fast-Food-Lokale a la McDonald’s, sondern um Ableger von Restaurants, die in ihrem Viertel so erfolgreich waren, dass man ihr Konzept in weitere exportiert hat. Gut essen gehen kann man außerdem in einem Kafe – ein Wort, das im Russischen meist eine Mischung aus Café und Restaurant bezeichnet.

5 Tipps für 5 Abende

*** Lavka Lavka Bio: Für ein inniges Candle-Light-Dinner nicht erste Wahl, für ein ungezwungenes Abendessen im Kreise ökobewusster Großstadthipster perfekt. → Tour 6

*** Elardschi – Georgisch: Traditionell und sehr gemütlich, sowohl drinnen als auch draußen. Die georgische Küche ist hervorragend - wohl auch deshalb, weil die Chefköchin ausschließlich nach Rezepten ihrer Mutter und Großmutter kocht. → Tour 4

*** Mari Wanna – Vintage: Klassische russische Küche in kuscheliger Umgebung – dank Omalampen und Blümchentapeten. → Tour 6

*** Uilliam’s – Hip: Beliebter Anlaufpunkt im angesagten Patriarchen-Viertel. Die Küche ist gemischt, der Andrang immer groß. → Tour 6

**** White Rabbit – Teuer: Der Kreml unter den Restaurants, eine Adresse, die weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt ist. Großen Anteil daran haben die grandiose Aussicht und Starkoch Wladimir Muchin. → Tour 5

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