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Normandie

Die Landung der Alliierten

Auf den Spuren der alliierten Landungstruppen

Wer durch die Normandie reist, wird unweigerlich mit den damaligen Kriegsereignissen konfrontiert. An den Stränden des Départements Calvados rufen nicht nur Namen wie Sword Beach und Omaha Beach die Invasion der Alliierten ins Gedächtnis. Kaum ein anderer europäischer Landstrich ist so geprägt von den Spuren des Zweiten Weltkrieges. Bunkeranlagen und Friedhöfe erinnern noch immer mahnend an die Schrecken des Krieges. Glücklicherweise haben sich die einst verfeindeten Nationen längst die Hände zur Versöhnung gereicht, so dass Besucher von der anderen Seite des Rheins gern gesehene Gäste sind.

Routenvorschläge

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit dem Auto den Spuren der alliierten Landungstruppen durch die Normandie zu folgen. Von offizieller Seite wurden acht thematisch orientierte, aneinander anschließende Touren erarbeitet, die jeweils mit einem Möwensymbol ausgeschildert sind: Overlord l’assaut (der Angriff – D-Day), Jour J: Le Choc (der Vorstoß ins Landesinnere), Objectif: Un port (Ziel: ein Hafen, das erste Ziel der Operation), L’affrontement (der Zusammenstoß mit den SS-Panzern), Cobra la percée (der Durchbruch der Alliierten), La contre attaque (der Gegenangriff – Kessel von Falaise), L’encerclement (die Umzingelung – Vernichtung der deutschen Panzertruppen sowie Gefangennahme der Wehrmachtsoldaten), Le dénouement (das Ende – der Weg nach Paris). Wer diese insgesamt mehr als 1100 Kilometer lange Tour nachfahren will, sollte allerdings eine ganze Woche dafür einplanen. Da sich aber die wichtigsten Museen und Gedenkstätten auf relativ engem Raum im Westen des Départements Calvados konzentrieren, kann man sie auch auf einer weitaus kürzeren Route besichtigen, die sich in zwei bis drei Tagen bewältigen lässt:

Die Landungsstrände …

Chronologisch sinnvoll ist es, in Sainte-Mère-Église zu starten, dessen Kirche durch die unglückliche Landung eines amerikanischen Fallschirmspringers Weltruhm erlangte. Im örtlichen Musée Airborne dreht sich dann auch alles um die Fallschirmspringer, die einen taktisch wichtigen Part bei der Landung spielten. Das am Strand von Quinéville gelegene Musée de la Liberté gewährt einen Rückblick auf den Alltag im besetzten Frankreich. Mehrere Kilometer südlich schließt sich der Utah Beach an, zusammen mit dem Omaha Beach war dies der erste von fünf Strandabschnitten, an denen am 6. Juni 1944 ab 6.30 Uhr insgesamt 135.000 Soldaten mit 20.000 Fahrzeugen an Land gingen.

… und weitere Kriegsschauplätze

Bevor man – an Carentan vorbei – weiter dem Küstenverlauf folgt, führt der deutsche Soldatenfriedhof bei La Cambe die Schattenseiten der Kämpfe um die Normandie eindringlich vor Augen. Besonders hart umkämpft waren die Stellungen am Pointe du Hoc, einem markanten Felsen; die Befestigungsanlagen mit Kasematten können besichtigt werden. Ein Stück weiter östlich erinnert der amerikanische Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer an die hohen Verluste der alliierten Truppen. Um den langfristigen Erfolg der Landung sicherzustellen und ohne Nachschubprobleme agieren zu können, errichteten die Alliierten bei Arromanches-les-Bains einen gigantischen künstlichen Hafen. Im Westen von Arromanches, etwa einen Kilometer vom Ort Longues-sur-Mer entfernt, steht mit der Batterie Longues-sur-Mer die einzige deutsche Küstenbatterie des Atlantikwalles, in der die Kanonen noch erhalten sind. Von der Gefechtsstellung mit ihren Kasematten und Schutzräumen bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die letzten Überreste des künstlichen Hafens von Arromanches-les-Bains.

Museen und Monumente

Am Rand von Bayeux, das bereits einen Tag nach der Landung befreit werden konnte, steht das Mémorial de la Bataille de Normandie, eine große Sammlung militärischer Erinnerungsstücke. Caen, das erst nach schweren Kämpfen am 10. Juli von den Alliierten erobert werden konnte, besitzt ebenfalls ein Mémorial de la Bataille de Normandie, das sich allerdings als „ein Museum für den Frieden“ versteht und die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs in einen größeren Kontext setzt. Das Museum von Caen ist das größte und sicherlich das interessanteste zu diesem Thema. Einen ganz anderen Fokus auf den Krieg hat das Mémorial des Civils dans la Guerre in Falaise, da es das Leid und den Alltag der Zivilbevölkerung in den Mittelpunkt rückt.

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