Shopping

Viertel für Viertel

Paris lebt zu einem großen Teil auch von seinem Flair als Einkaufsparadies. Das Angebot ist riesig, das Preisniveau hoch, auch wenn sich durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen lässt. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten verteilen sich die Geschäfte über die ganze Stadt. Noblere Boutiquen finden sich in Saint-Germain, die großen Kaufhäuser am Boulevard Haussmann bieten ein Komplettsortiment und das Marais-Viertel ist dafür bekannt, dass die Geschäfte sogar sonntags geöffnet haben.

Haute Couture

Egal, ob Paul Poiret, Coco Chanel, Karl Lagerfeld, Jean-Paul Gaultier oder John Galliano – die Pariser Modedesigner waren und sind noch immer tonangebend. „Mode gibt es nur aus Paris“, wusste schon die Schriftstellerin Colette zu berichten.

Die meisten Boutiquen liegen in den angestammten Quartieren der Aristokratie und Bourgeoisie, beispielsweise im „goldenen Dreieck“ zwischen Rue du Faubourg-Saint-Honoré, Rue Royale und der Place Vendôme. Hier und in der benachbarten Avenue Montaigne ist der gute Geschmack „zu Hause“; aber auch in Saint-Germain gibt es zahlreiche Nobelboutiquen. Die meisten können nur vor den Schaufensterauslagen träumen, denn die neuesten Entwürfe von Chanel, Yves Saint Laurent, Christian Lacroix, Dior, Valentino oder Sonia Rykiel würden die Reisekasse zu sehr strapazieren.

Immer wieder kann man das Phänomen beobachten, dass die Kunden vor den Geschäften von Louis Vuitton oder Christian Louboutin geduldig eine halbe Stunde in der Schlange stehen. Erst wenn ein Kunde den Laden verlässt, wird der nächste eingelassen, um z. B. ein sündhaft teures Paar Schuhe mit roter Sohle zu erstehen. → Tour 10

Gläserne Passagen

Schon der Bummel durch die Ladenpassagen des 19. Jahrhunderts lässt die Shopping-Herzen höherschlagen. Selbst die Flaneure Walter Benjamin und Ludwig Börne priesen dieselben. Zwischen der Opéra Garnier und dem Palais Royal gibt es ein knappes Dutzend dieser glasbedachten Einkaufspassagen, darunter prachtvolle wie die Galerie Colbert oder die Passage Jouffroy, in der sich vor allem kleinere Läden befinden. → Tour 11

Märkte

Jedes Viertel hat seinen eigenen Wochenmarkt – Paris ist eben eine Stadt der Märkte. Das Spektrum reicht vom sonntäglichen Vogelmarkt auf der Ile de la Cité über den Biomarkt auf dem Boulevard Raspail und den exotischen Marché de Belleville bis zum Marché aux Puces, dem wohl berühmtesten und farbenprächtigsten Flohmarkt Frankreichs, der in Saint-Ouen am nördlichen Stadtrand abgehalten wird. Mehr zum Thema Märkte finden Sie im Kapitel „Savoir-vivre, eine Liste aller Märkte gibt es im Register unter dem Stichwort „Märkte“.

Konsumtempel

Wer lieber traditionell einkauft, findet in den drei großen Kaufhäusern der Metropole – Au Bon Marché, Printemps und Galeries Lafayette – fast alles, was das Konsumentenherz begehrt. Unter der imposanten Jugendstil-Glaskuppel der Galeries Lafayette bieten alle bekannten Kosmetikhersteller ihre Produkte wie auf einem „Altar“ an. Selbstverständlich sind in Paris auch alle großen Modeketten mit einer eigenen Filiale vertreten, sei es auf den Champs-Elysées oder in den 250 Geschäften, die im unterirdischen Forum des Halles zu finden sind. Weniger nobel, dafür sogar in Afrika bekannt, ist das Tati, ein Discountkaufhaus mit Exotikflair im Stadtviertel Barbès. Und Tang Frères ist der größte asiatische Supermakt Europas.

Klein, fein und skurril

Jenseits der großen Kaufhäuser gibt es natürlich zahlreiche Geschäfte sowie kleinere Boutiquen und Läden, die mit einem besonderen Angebot locken. Am berühmtesten sind wohl die Pariser Bouquinisten, die Bücher, Postkarten und Grafiken in Metallkisten entlang der Seine-Kais anbieten.

Antiquitäten kauft man im Village Saint-Paul im Marais-Viertel. Berühmt ist auch Shakespeare & Company, ein wahrer Büchertempel für Bibliophile. Doch gibt es auch skurrile Geschäfte wie Deyrolle, ein Tierpräparator, der sogar ausgestopfte Giraffen oder Tiger verkauft.

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