Ausgehen

Paris für Nachtschwärmer

Es gibt kaum ei­nen Trend, der sei­ne Spu­ren nicht an der Seine hin­ter­lassen hat. Alles ist etwas stylisher und ex­klu­si­ver. Underground-Feeling in ab­gewrack­ten Fabrikhallen sucht man ver­ge­bens. Wer „bran­ché“, also „in“ sein will, nimmt auch gerne die für deut­sche Ver­hält­nis­se hor­ren­den Ein­tritts­prei­se in Kauf. Zudem ist ei­ne gute Kon­di­tion von­nö­ten, da sich die meis­ten Sze­ne­knei­pen und Dis­ko­the­ken vor Mit­ter­nacht noch gäh­nend leer präsen­tie­ren.

Wer will, kann es aber auch ge­ruh­sa­mer angehen lassen und eine Opern­auf­führung besuchen oder ins Kino gehen, so beispielsweise ins Max Linder, wo man in einem traumhaften Ambiente Filme in Ori­gi­nal­fassung sehen kann. Den Vorwurf, lang­weilig zu sein, kann man mit einem Verweis auf den Schriftsteller Au­gust Strind­berg entkräften: Der ant­wortete auf die Frage, wa­rum er so we­nig aus­gehe, ihm ge­nü­ge schon das Gefühl, in Paris zu sein.

Abendliche Touren

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich ein paar Viertel herauskristallisiert, in de­nen sich die Nachtschwärmer tref­fen. So findet man rund um das Centre Pom­pidou zahlreiche Bars, Cafés und Clubs, aber angesagter ist das be­nach­barte Marais. Hier finden sich Kneipen und Cafés mit viel Gay-Pub­likum. Et­was steifer geht es hin­gegen in Saint-Germain zu: Die klas­si­sche Adresse für Cafés mit li­te­ra­ri­scher Vergangenheit und lebendige Jazz-Clubs. Und im Sélect kann man noch auf den Spuren von Hemingway und der Lost Ge­ne­ra­tion wandeln.

Zu den schon fast traditionellen In-Vier­teln ge­hört auch die Bas­til­le, rund um die Rue de Lappe ist von der Designer­bar bis zur Ab­sturzkneipe alles zu fin­den. Als Klas­siker gelten das Ba­lajo und das Pau­se Café. In den letz­ten Jah­ren wurde auch das 11. Ar­ron­dis­se­ment rund um die Rue Ober­kampf neu ent­deckt, wo bis in die frü­hen Mor­gen­stu­n­den coole Ca­fés und Bars wie das Café Charbon ge­öffnet sind, in denen vor­wie­gend ein jun­ges Sze­ne­pub­li­kum bis in die Mor­gen­stun­den feiert. Ein weiterer Hot­spot ist die Ge­gend rund um den Boulevard de Clichy un­terhalb des Mont­martre: Dort findet sich Fri­vo­les à la Moulin Rouge neben tren­digen Dis­kotheken und Bars.

Cabarets

Paris ist nicht nur für seinen Eiffelturm be­rühmt, sondern auch für seine Cabarets, schließlich ist der French Cancan die heimliche Hymne der Stadt. Einen Hauch von tanzender Extra­vaganz erlebt man nicht nur im avant­gar­dis­tischen Crazy Horse, dem le­gen­dä­ren Moulin Rouge oder dem extra­vagan­ten Lido de Paris, wo eine ganze Armee von Tänzerinnen auf der Bühne steht, son­dern auch in den kleineren Cabarets wie dem Paradis Latin oder dem Lapin Agile.

Clubs und Diskotheken

Spätestens ab Mitternacht verlagert sich dann das Nachtleben in die Clubs und Diskotheken. Ein Klassiker ist das 1936 (!) eröffnete Balajo in der Rue de Lap­pe, das ein ganz spezielles Flair be­sitzt. Freunde lateinamerikanischer Mu­sik treffen sich im Barrio Latino, Dis­co­liebhaber feiern im Le Queen auf den Champs-Elysées, cool für heiße Näch­te in das auf einem Seineschiff ein​­gerichtete Le Batofar. In der Rue Ober­kampf lockt das Nouveau Casino mit Konzerten und angesagten DJs. Und wer hinterher noch Lust auf ein deut­sches Bier hat, zieht ins Udo. Dort ste­hen nicht nur Kölsch, Paulaner Hefe-Wei­zen oder Jägermeister auf der Kar­te, sondern auch eine echte Curry­wurst für sehr bezahlbare 4,50 €.

5 Tipps für 5 Abende

Le Perchoir: Auf einer Dachterrasse in Belleville kann man bei einem Cock­tail die Sonne über Paris unter­gehen sehen.

Buddha-Bar: Der Klassiker unter den Res­taurant-Bars. Noch immer wird hier coole Chillout- und Lounge-Mu­sik ge­spielt.

Café Charbon: Seit Jahren ein Klas­si­ker und eine fester Anlaufpunkt in der Rue Oberkampf.

Le Batofar: Die ganze Nacht hin­durch kann man auf einem Seine-Schiff tan­zen.

Caveau de la Huchette: Schon in den 1960er-Jahren wurde in dem Keller im Quartier Latin gejazzt.

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