Ausgehen

Wo steigt die Party?

Überall. In Prag gibt es keine klas­si­schen Ausgehbezirke wie in anderen eu­ro­päischen Metropolen. Clubs und Bars verteilen sich kreuz und quer über alle zentralen Stadtteile. Ganz klar sind jene im historischen Zentrum oft voller Tou­risten – die im Gegensatz zu den Pra­gern eher trinkfreudig als trinkfest sind … Wer also lieber mit Honza aus Prag als mit John aus Australien an der The­ke stehen will, sollte sich nach Smí­chov, Žižkov, Vršovice oder Holešovice auf­machen, wo sich die lokale Szene trifft und die Locations oft kreativer, al­ter­nativer und individueller gestaltet sind. In den Danceclubs finden die gro­ßen Partys am Wochenende statt, die Pra­ger Sze­ne­kneipen hingegen sind immer fröh­lich-voll. Die Eintrittspreise der Clubs sind vergleichsweise niedrig. Selbst für die schicksten Locations der Stadt muss man selten mehr als 10 € hin­le­gen, manchmal ist der Eintritt frei. Auch die Getränkepreise halten sich im Rah­men.

Danceclubs

Prag ist nicht Berlin oder London, und wirk­lich originelle Clubs sind an einer Hand abzuzählen. Trotzdem, wer nur ein paar Tage oder eine Woche bleibt, wird den Mangel an innovativeren Lo­ca­tions nicht bemerken. Jeder Ge­schmack wird bedient: Es gibt aus­tausch­bare Touristenclubs, Clubs, die Charts hoch und runter spielen, Clubs mit Schwerpunkt auf witzigen 80er-, 90er- oder Nuller-Jahre-Partys (die Tsche­chen lieben sie!) und solche mit wirk­lich innovativer elektronischer Mu­sik. Die DJ-Szene ist rege (DJanes bzw. DJs wie Luc­ca oder Michael Burian sind auch au­ßer­halb Tschech­iens bekannt), zu­dem ste­hen re­lativ oft aus­ländische DJs am Plat­ten­teller – egal, ob in durchge­styl­ten Clubs oder in ein­fa­chen DJ-Knei­pen. Am Wochen­en­de geht die Par­ty in manchen illus­tren After­hour-Clubs bis zum Nach­mittag wei­ter. Klar bei dem güns­tigen Crys­tal Meth vor Ort …

Hand­ge­mach­te Musik

Auf irgendeiner Büh­ne laufen die Ver­stär­ker im­mer heiß: Jazz, Rock, Punk und die un­glaub­lich popu­lä­ren Re­vi­val­band-Kon­zer­te von Abba bis Zappa. Zu den er­folg­reich­sten tsche­chi­schen Rock­bands aller Zeiten ge­hö­ren die Plas­tic People of the Uni­verse ( treten in Tei­len wahr­schein­lich dem­nächst mit Rol­la­to­ren auf). Im wei­tes­ten Sinne dem Punk­rock zu­zuord­nen sind Už jsme doma, Tří sestry, Priessnitz, Wohn­out und Kazety, dem Rock MIG 21, Sun­shine und Vypsaná Fixa. Elektro­sound kommt von Vladi­mír Hirch, atmo­s­phä­ri­scher Pop von Khoiba und New-Age-Rock von Sup­port Lesbiens. Anklänge an tra­di­tionelle Balkanmusik bieten Ahmed má hlad und Neočekávaný dýchánek. Tatabojs präsentiert tsche­chischen Hip-Hop, Švihadlo „Moldau-Reg­gae“. Em­p­feh­lens­wert sind zudem die Auf­tritte der erfolgreichen Song­wri­terin Radůza und der Violinvirtuosin Iva Bittová. Eine der genannten Bands oder Künst­le­r(innen) tritt während Ihres Prag­besuchs ga­ran­tiert irgendwo auf – ein Erlebnis mit viel Lokalkolorit.

Jazz

Vorbei sind die Prager Zeiten, als Jazz noch ein Politikum war, ein anti­kom­mu­nistisches Lebensgefühl darstellte und als subversiv galt. Heute ist Jazz ein­fach nur noch Jazz. Zu den auch in­ter­national bekannten Prager Jazz­grö­ßen gehört der Flötist Jiří Stivín. Auf den Prager Bühnen sieht man ihn bereits seit den 60er-Jahren – mit Aus­nah­me der Jahre nach dem Pra­ger Früh­ling, als er London zu seiner vor­über­gehenden Heimat machte. Einen Stivín-Liveauftritt sollten sich Jazz-Fans nicht entgehen lassen. Ne­ben Stivín touren noch 10–15 ein­hei­mische Com­bos regelmäßig durch die Prager Clubs, zuweilen sorgen inter­nationale Jazz-Musiker für Ab­wechs­lung. Je nach Band und Club kann man mit Ein­tritts­prei­sen von 8 bis 15 € rechnen.

Queer Nightlife

Die Prager Gayszene bietet ein recht breit gefächertes Angebot, das von ge­müt­lichen Kneipen über Dance­clubs bis zu SM-und Cruising-Treffs reicht, in denen sich auch Strich­jun­gen he­rum­treiben. Das Angebot für Lesben ist da­gegen eher bescheiden, viele Gay­clubs und -bars stehen aber auch Frauen offen. Ein „schwules Zentrum“, wo sich die Locations ballen, gibt es an der Moldau nicht. Wer gerne in der Grup­pe ausgeht, kann sich auf www.​pra​gue​gaypubcrawl.com um­sehen.

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