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St. Petersburg

Ausgehen

Ausgehen

Newskij-Prospekt

Die zentrale Ader der Stadt pulsiert nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Gruppen von Jugendlichen – oft mit einer Bierdose in der Hand – schlendern über den Newskij und durch seine Seitenstraßen, konsultieren ihr Smartphone, um zu erfahren, wer gerade wo ist und wo was abgeht. Paare – die Dame oft mit einem geschenkten Blumenstrauß, den sie dann den ganzen Abend mit sich herumtragen muss – suchen eines der zahllosen Restaurants oder Cafés, Touristen buchen nicht selten einen nächtlichen Boat Trip durch die Kanäle der Stadt, um die berühmten Paläste in ihrer Illumination zu bewundern. Meist erst nach Mitternacht blüht das Leben in den Clubs und Discos auf, am heißesten und auch am lautesten geht es in der Ecke Dumskaja uliza/​Lomonossowa uliza zu, wo trotz der homophoben staatlichen Politik die einheimische LGBT-Community mit der Central Station ein Refugium hat. Einige Clubs verlangen einen bescheidenen Eintritt, für Frauen weniger als für Männer, andere beschränken sich auf eine Gesichtskontrolle, die der Ausländer in der Regel problemlos besteht. Einzig zu den Nightclubs („adult pleasure“), die einsamen Männern erotischen Kitzel versprechen, ist der Eintritt hoch.

Die Quais der Newa

Vor allem in den „Weißen Nächten“, von Anfang Juni bis Mitte Juli, wenn die Sonne, kaum untergegangen, schon wieder aufgeht und die Temperaturen menschenfreundlich sind, flanieren die Petersburger gerne an den Quais der Newa, am liebsten zwischen dem Winterpalast und dem berühmten Denkmal des Ehernen Reiters oder auf der gegenüberliegenden Wassiljewskij-Insel, wo nachts die Ostspitze, die Strelka, mit ihrem angestrahlten Springbrunnen das optische Zentrum ist. Spektakulär wird’s nach ein Uhr früh, dann gehen die ersten von insgesamt 13 Brücken der Stadt hoch. Zwischen der Schlossbrücke und der Blagoweschtschenski-Brücke strömen die Massen zusammen, Touristen zücken die Kamera und posieren für ein Selfie mit dem Hintergrund der beleuchteten, sich öffnenden Brücke. Ragt die Brücke dann zweigeteilt senkrecht in den Petersburger Himmel, setzt sich eine schier endlose Karawane schwerer Schiffe mit dem Ziel Finnischer Meerbusen in Bewegung. Aufgepasst: Bevor die Brücken hochgehen, sich vergewissern, dass man auf der richtigen Flussseite steht, sonst kann der Nachhauseweg umständlich werden.

Wassiljewskij-Insel

Auch die Wassiljewskij-Insel hat ihre abendliche Ausgehmeile, selbst wenn sich diese auf das kurze Stück Fußgängerzone der 6./7. Linie zwischen der Metrostation Wassileostrowskaja und dem Bolschoi-Prospekt beschränkt. Touristen sind eher selten hier, meist sind es Inselbewohner, die zwischen Cafés und Schnellimbissen flanieren und einen Tisch im Freien suchen: sehen und gesehen werden.

5 Tipps für 5 Abende

Zoom: Das Café ist seit Jahren ein Renner beim studentischen Publikum. Tagsüber sieht man Schachspieler, Zeitungsleser, Laptop-Arbeiter oder einfach Leute, die sich zu einem Bier treffen. Ab 19 Uhr ist in der Regel kein Platz mehr zu bekommen. Reservierung geboten, dann kann man hier bis weit in Nacht essen und zechen.

Fish Fabrique Nouvelle: Die Fischfabrik ist ein Zentrum der Gegenkultur und der unangepassten: Underground-Kunst, Graffiti, Galerien und die John-Lennon-Street, wo ein eifriger Sammler im „Temple of Love, Peace and Music“ sein eigenes kleines Lennon-Museum eröffnet hat. Donnerstag bis Samstag werden im Clublokal Konzerte gegeben, dann ist oft kein Durchkommen mehr.

Fidel: Ob’s dem Máximo Líder hier gefallen hätte, weiß man nicht. Jedenfalls wäre der Namensgeber des Clubs besser nicht vor Mitternacht gekommen, denn bis dahin ist im Fidel absolut nichts los, erst gegen 2 Uhr kommt der Laden in Schwung. Dann aber richtig. Wechselnde DJs legen Rock und Techno auf.

Money Honey: Der Club am Rand des seit Jahren vom Abriss bedrohten Apraksin-Markts ist vor allem bei russischen Studentinnen und Studenten beliebt, die hier auf zwei Etagen zu Rockklängen, live oder vom DJ gesteuert durch die Nacht tanzen.

Jazz Philharmonic Hall: Das 1989 vom Petersburger Jazzmusiker Dawid Semjonowitsch Goloschtschokin gegründete Lokal ist die Adresse für den gepflegten klassischen Jazz-Abend. Mit seinen über 70 Jahren bestimmt Goloschtschokin auch heute noch ein Programm, das sich durch hohe Qualität auszeichnet. Gelegentlich tritt der vielseitige Meister auch selbst auf – mit Violine, Saxophon, Vibraphon, am Piano oder am Schlagzeug.

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