Michael Müller Verlag Logo
mmtravel | WEB-APP
St. Petersburg
Michael Müller Verlag Logo
mmtravel | WEB-APP
St. Petersburg

Ausgehen

Newskij-Prospekt

Die zentrale Ader der Stadt pulsiert nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Gruppen von Jugendlichen – oft mit einer Bierdose in der Hand – schlen­dern über den Newskij und durch seine Seitenstraßen, konsul­tie­ren ihr Smart­phone, um zu erfahren, wer gerade wo ist und wo was abgeht. Paare – die Dame oft mit einem ge­schenk­ten Blu­menstrauß, den sie dann den ganzen Abend mit sich herum­tra­gen muss – suchen eines der zahllosen Res­taurants oder Cafés, Touristen bu­chen nicht sel­ten einen nächtlichen Boat Trip durch die Kanäle der Stadt, um die berühmten Paläste in ihrer Illu­mi­na­tion zu be­wun­dern. Meist erst nach Mitternacht blüht das Leben in den Clubs und Discos auf, am heißes­ten und am lautesten geht es in der Ecke Dumskaja uliza/Lomo­nos­so­wa uliza zu, wo trotz der ho­mo­pho­ben staat­lichen Politik die ein­hei­mi­sche LGBT-Community mit der Central Sta­tion ein Refugium hat. Eini­ge Clubs ver­langen einen be­schei­denen Ein­tritt, für Frauen weniger als für Män­ner, an­dere beschränken sich auf eine Ge­sichts­kontrolle, die der Aus­län­der in der Regel problemlos besteht. Ein­zig zu den Nightclubs („adult pleasure“), die ein­samen Männern ero­ti­schen Kitzel ver­sprechen, ist der Ein­tritt hoch.

Die Quais der Newa

Vor allem in den Weißen Nächten, von An­fang Juni bis Mitte Juli, wenn die Sonne, kaum untergegangen, schon wie­d­er aufgeht und die Temperaturen men­schenfreundlich sind, flanieren die Pe­tersburger gern an den Quais der Ne­wa, am liebsten zwischen dem Win­ter­pa­last und dem berühmten Denkmal des Ehernen Reiters oder am Ufer der ge­gen­über­liegenden Wassiljewskij-In­sel, wo nachts die Ostspitze, die Strel­ka, mit ihrem angestrahlten Spring­brun­nen das op­ti­sche Zen­trum ist.

Spektakulär wird’s nach ein Uhr früh, dann gehen die ers­ten von ins­ge­samt 13 Brücken der Stadt hoch. Zwi­schen der Schloss­brü­c­ke und der Bla­go­wesch­tschen­s­ki-Brücke strö­men die Mas­sen zu­sam­men, Tou­ris­ten zücken die Ka­mera und po­sie­ren für ein Selfie mit dem Hin­ter­grund der be­leuch­te­ten, sich öff­nenden Brücke. Ragt die Brü­cke dann zwei­ge­teilt senk­recht in den Him­mel, setzt sich eine schier endlose Ka­ra­wane schwe­rer Schif­fe mit dem Ziel Fin­ni­scher Meer­busen in Bewe­gung. Auf­ge­passt: Bevor die Brücken hoch­ge­hen, sich ver­ge­wissern, dass man auf der rich­tigen Flussseite steht, sonst kann der Nach­hau­seweg um­ständlich wer­den.

Wassiljewskij-Insel

Auch die Wassiljewskij-Insel hat ihre abendliche Ausgehmeile, selbst wenn sich diese auf das kurze Stück Fuß­gänger­zone der 6./7. Linie zwischen der Metrostation Wassileostrowskaja und dem Bolschoi-Prospekt beschränkt. Tou­risten sind selten hier, meist sind es Inselbewohner, die zwischen Cafés und Schnellimbissen flanieren und einen Tisch im Freien suchen: sehen und gesehen werden.

5 Tipps für 5 Abende

Zoom: Das Café ist seit Jahren ein Renner beim studentischen Publikum. Tagsüber sieht man Schachspieler, Zei­tungs­leser, Laptop-Arbeiter oder ein­fach Leute, die sich zu einem Bier tref­fen. Ab 19 Uhr ist in der Regel kein Platz mehr zu bekommen. Reser­vie­rung geboten, dann kann man hier bis weit in Nacht essen und zechen.

Fidel: Ob’s dem Máximo Líder hier ge­fallen hätte, weiß man nicht. Jeden­falls wäre der Namensgeber des Clubs besser nicht vor Mitternacht gekom­men, denn bis dahin ist im Fidel ab­so­lut nichts los, erst gegen 2 Uhr kommt der Laden in Schwung. Dann aber richtig. Wechselnde DJs legen Rock und Tech­no auf.

Money Honey: Der Club am Rand des seit Jahren vom Abriss bedrohten Aprak­sin-Markts ist vor allem bei rus­si­schen Studentinnen und Studenten beliebt, die hier auf zwei Etagen zu Rock­klängen, live oder vom DJ ge­steu­ert durch die Nacht tanzen.

Jazz Philharmonic Hall: Das 1989 vom Petersburger Jazzmusiker Dawid Sem­jo­nowitsch Goloschtschokin gegrün­de­te Lokal ist die Adresse für den gepflegten klassischen Jazz-Abend. Mit seinen über 70 Jahren bestimmt Golosch­tscho­kin auch heute noch ein Programm, das sich durch hohe Qualität auszeichnet. Ge­le­gent­lich tritt der Meister auch selbst auf – mit Violine, Saxo­phon, Vibraphon, am Piano oder am Schlag­zeug.

Back
Cookies help us deliver our services. By using our services, you agree to our use of cookies. Learn more