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St. Petersburg

Orientiert in St. Petersburg

Stadt und Stadtviertel

„Große Seite“ – die Festlandseite

Die von Kanälen durchzogene Fest­land­seite ist das Zentrum der Stadt. Haupt­ader ist der Newskij-Pros­pekt mit sei­nen Prunkbauten, der sich bis zur Ne­wa zieht, wo – archi­tek­to­ni­scher Flucht­punkt des Prospekts – die gol­de­ne Spitze der Admiralität in den Him­mel ragt.

Hier auf dem „Newskij“ kommt alles zu­sammen: auf Stiletten stöckelnde Schön­heiten, Geschäftsleute mit dem Smart­phone am Ohr, Jugend­liche mit Bier­dose in der Hand, kame­ra­behan­gene Touristen. Auf die zentrale Pracht­straße und ihre Sei­ten­straßen kommt man, ob man will oder nicht, immer wieder zurück, weil man in der Re­gel hier seine Unterkunft hat, weil man hier die meisten Restaurants fin­det, weil hier auch nachts viel los ist.

Am unteren Ende des Newskij steht die we­gen ihrer riesigen Kunstsammlung le­gendäre Eremitage. Der Palast ist, zu­sam­men mit dem Schlossplatz, dem grö­ß­ten Platz der Stadt, Petersburgs Foto­motiv Nummer eins.

Doch auch abseits des Newskij gibt es auf der „Großen Seite“ viel zu sehen. Im eher plebejischen Viertel um die Wla­di­mir­kirche kann man anhand der ge­nauen Angaben in Dostojewskijs „Ver­brechen und Strafe“ auf den Spu­ren des nihi­lis­tischen Mörders Ras­kolni­koff wandeln, die Rubin­stein­straße, im sel­ben Viertel gelegen, profiliert sich in jüngs­ter Zeit als Kneipenmeile mit ve­ge­tarischer bis zur fleischreichen ku­ba­ni­schen Küche. Im Viertel um die Isa­aks­kathedrale wie­der­um lebten in Za­ren­zeiten die begü­terten Geschlech­ter. Der Palast der schwer­reichen Jussu­pows gehört heute zu den viel be­such­ten touristischen Attraktionen. Be­schei­dener ist die einstige Residenz der Na­bokows, wo im Erdgeschoss ein klei­nes Museum an Vladimir Nabokov er­in­nert, der hier seine Jugend ver­brach­te und später im amer­i­ka­ni­schen Exil mit sei­nem Ro­man „Lo­li­ta“ Fu­ro­re mach­te.

Was­siljewskij-Insel

Die Wassi­ljews­kij-In­sel ist durch die Bol­schaja Ne­wa (Gro­ße Ne­wa) von der Gro­ßen Seite ge­trennt. Pe­ter I. hat­te sie ur­sprüng­lich als Zen­trum und Re­gie­rungs­sitz der neuen Haupt­stadt vorge­se­hen. Später änderte er seine Pläne, machte die Insel aber imm­erhin zum Standort der Akademie der Wis­senschaft und gründete darüber hi­naus hier mit der „Kunstkamera“ das ers­te Mu­seum Russ­lands.

Heute ist die Insel vor allem am Ne­wa-Ufer ein Blick­fang. Am öst­lichen Ende, der so­ge­nann­ten Strelka, stehen die auf­fälligen Rostra-Säulen, Symbol für die Herr­schaft über das Meer. Von den im­po­san­ten Gebäuden am Quai ist die Kunst­kamera ein Publikumsrenner; sie be­herbergt das Ku­ri­o­si­tä­ten­ka­bi­nett von Peter I., der für seine Samm­lung in ganz Europa Beispiele mensch­li­cher und tierischer Missbildungen zu­sam­me­n­suchte.

Petrograder Insel

Von verschiedenen Armen der Newa um­spült, ist die Petrograder Insel mit ihren stattlichen Wohnhäusern heute ein beliebter Wohnbezirk mit einem re­gen Leben, das sich entlang der bei­den Haupt­achsen abspielt. Ausländer fla­nier­en gelegentlich im Ale­xan­der­gar­ten, machen vielleicht noch einen Spa­zier­gang zur legendären Aurora, dem Pan­zerkreuzer, der einst den Start­schuss zur Stürmung des Win­ter­palasts gab. Massen von Tou­ris­ten hingegen sieht man auf der vor­ge­lagerten Ha­sen­in­sel, auf der die Peter-Paul-Festung steht: Die Kathe­drale mit den Gräbern der Romanow-Za­ren sowie die Tru­bez­koj-Bastion, Ge­fäng­nis der politischen Geg­ner der Roma­nows, sind hier die Haupt­attrak­tio­nen. Die Einheimischen ke­nnen sie längst und nehmen am Strand vor der Festung ein Sonnenbad.

Inseln zur Erholung

Die Inseln Krestowskij, Jelagin und Kamen­nyj, im Nordwesten der Petro­gra­der Insel gelegen und mit dieser und un­ter­einander mit Brücken verbunden, wer­den von Fremden nur selten auf­ge­sucht. Die drei Inseln bieten viel Grün und Er­holung vom Stadtlärm. An der west­li­chen Spitze der Krestowskij-Insel wur­de, noch rechtzeitig zur Fußball-WM 2018, ein neues Stadion fer­tig­ge­stellt. Am ruhigsten ist die Jelagin-Insel, einst Erholungsort für die Za­renfamilie, heu­te ein gepflegter Park und Paradies für Radfahrer, Jogger, Skater und Spa­zier­gänger ohne Hun­de. Letz­tere haben eben­so wenig Zu­tritt auf die Insel wie Autos. Auf der Kamennyj-Insel wie­der­um sichtet der Spazier­gänger ver­steck­te Datschen, auf dem zentralen Kanal pad­deln Kanuten.

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