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Sylt

Orientiert auf Sylt

... der nördlichste Punkt Deutschlands

Weiter nach oben auf der Karte kann man nicht kommen, hinter Sylt ist Deutschland zu Ende. Letzter Ort inklusive letzter Fischbude vor Dänemark ist List. Doch ganz am nördlichsten Punkt ist man da noch nicht, dafür muss man den Ellenbogen ganz hochfahren. An dessen dünenbewehrter Spitze kann man dann den dänischen Nachbarn zuwinken.

... die Insel der Reichen und Schönen

Geprägt wurde dieses Image in den Sechziger-, Siebzigerjahren, als Gunter Sachs, die Bardot und andere Berühmtheiten an der Buhne 16 in Kampen Partys feierten. Ob sie jemals so wild waren, wie kolportiert wird? Wer weiß das schon? Die Wogen haben sich jedenfalls geglättet, wer in Sachen Promi-Sichtung unterwegs ist, wird ein bisschen Geduld mitbringen müssen. Nicht schlecht stehen die Chancen in der Sansibar in Rantum oder auf dem zur „Whiskymeile“ verklärten Strönwai in Kampen.

... kein Ziel für Kunstbeflissene?

Perlen der barocken Baukunst? Fehlanzeige. Wer an kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten interessiert ist, muss sich auf der kleinen Nordseeinsel Sylt naturgemäß bescheiden. Vielleicht hilft es, die Uhr neu zu justieren und viele, viele Jahrhunderte zurückzugehen in die Steinzeit, denn die Insel ist geradezu übersäht mit prähistorischen Gräbern. Die wichtigsten sind der Tipkenhoog in Keitum, der von einem humorvollen Geist bewohnt wird, der benachbarte Harhoog, der für ein Steingrab erstaunlich weit herumgekommen ist, und der Denghoog in Wenningstedt, in den man sogar hineinkrabbeln kann.

... von zwei Meeren geprägt

Das erste heißt Nordsee, das zweite ist das Wattenmeer. Die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen beiden sind eher lose: Ersteres ist weit und offen, manchmal tosend und stürmisch, dann wieder brav und spiegelglatt – eben ein Meer, wie man es sich vorstellt. Letzteres offenbart seine vorrangige Eigenschaft bereits im Namen. Der leitet sich von „waten“ ab, bedeutet also in etwa: „Meer, das sich durchwaten lässt“. Das freilich nur zweimal am Tag für mehrere Stunden, wenn die Gezeiten dafür sorgen, dass weite Teile des Meeresbodens trockenfallen. Übrig bleibt ein Teppich aus Sand, Schlick und Ton, der nicht nur den Füßen schmeichelt, sondern auch allerlei bizarres Meeresgetier zum Vorschein bringt.

Wenn das Wattenmeer wieder vollgelaufen ist, kann man es mancherorts auch hervorragend zum Baden nutzen: etwa ganz im Süden der Insel bei Hörnum, wo es sich als „gezähmtes Meer“ gebärdet und sich insbesondere für Kinder gut eignet. Eines haben Nordsee und Wattenmeer übrigens gemein: die nicht unbedingt tropischen Wassertemperaturen …

... nicht ungefährlich

Der Sylter Gaumengenuss schlechthin ist das Fischbrötchen, es ist geradezu das Grundnahrungsmittel des Strandurlaubers. Gut ist es immer, egal ob es mit Matjes, Aal oder Krabben belegt ist. Dennoch: Das ultimative Geschmackserlebnis stellt sich erst ein, wenn man sein Fischbrötchen nach einem langen Strandspaziergang genießt. Doch Vorsicht! Am Strand hat man natürliche Feinde: hungrige Möwen, die zum Sturzflug ansetzen und dem rechtmäßigen Besitzer das Brötchen samt Fisch aus der Hand schlagen. Ob Matjes, Aal oder Krabben ist auch den Möwen egal.

... eine sagenhafte Insel

Gänzlich von der Insel verschwunden sind jene Wesen, die Sylt noch vor den Friesen, den gewöhnlichen Badegästen und den VIPs bevölkerten: So lebten etwa in der Heide rund um Braderup einst Zwerge, die später einem heimtückischen Attentat mit heißer Grütze zum Opfer fielen. Sogar einen König hatten sie. Der residierte im Denghoog und ernährte sich ganz stilecht von Iltisbraten.

Wo es Zwerge gab, da gab es natürlich auch Riesen. Die waren den Menschen nicht immer wohlgesinnt, eine Zeitlang zogen sie sogar deren Steuern ein. Warum sie von der Insel verschwanden, weiß heute kein Mensch mehr. Im Jahr 2001 jedenfalls sind vier von ihnen wieder aufgetaucht: Ganz in Grün stehen sie vor dem Westerländer Bahnhof und trotzen dort dem Wind.

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