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Umbrien

Erlebnis Kultur

Der schönste Platz in Umbrien

Die Piazza del Popolo von Todi, eingerahmt von drei Palästen und der Kathedrale, ist so harmonisch wie filmreif. 1963 schritt Elizabeth Taylor als Kleopatra die Freitreppe des Palazzo del Popolo herunter. Dreißig Jahre später erklärte ein amerikanisches Magazin Todi zur lebenswertesten Stadt Italiens. Die Immobilienpreise stiegen.

Das kleinste Theater der Welt

Im Dörfchen Montecastello di Vibio leisteten sich wohlhabende Bürger im 19. Jahrhundert ihr eigenes, kleines Theater: 37 samtbezogene Sessel im Parkett, 62 weitere Plätze in den zweistöckigen Logen, ein bemalter Bühnenvorhang, Künstlergarderobe und sogar ein Theatercafé. Das „Teatro della Concordia“, eine veritable Mini-Scala, bezeichnet sich als „das kleinste Theater der Welt“. Das ist durchaus möglich, jedenfalls ist es ein Juwel. 1945 trat die damals 18-jährige Gina Lollobrigida hier auf. Nach langjähriger Schließung und Restaurierung wird es heute wieder bespielt.

Wein unterm Schildkrötenpanzer

Unweit des malerischen Städtchens Bevagna liegt mitten in der Landschaft – erkenntlich an einem roten Turm – die Tenuta Castelbuono, auch als „Cantina Ferrari“ oder „Carapace“ (Rückenpanzer) bekannt. Unter der eleganten Architektur, die wie ein gigantischer Schildkrötenpanzer auf der Wiese steht, können hervorragende Weine aus dem nahen Montefalco verkostet werden.

Utopie in Stein

Tomaso Buzzi (1900–1981), ein eigenwilliger Architekt, kaufte 1957 ein altes Franziskanerkloster, rund 25 km von Città della Pieve entfernt, um hier in abgeschiedener Lage seine Utopie zu verwirklichen. Seine „città ideale“ – ein Ensemble von Tempeln und Türmen, Figuren und Theaterbühnen – steckt voller Rätsel, die schwer zu entschlüsseln sind. Die Lektüre der „Hypnerotomachia Poliphili“, eines Romans aus der Renaissance, könnte vielleicht weiterhelfen. Aber auch ohne Vorkenntnisse ist der Spaziergang durch die wunderliche Architektur anregend.

Kunst und Kachel

Das Städtchen Deruta ist ein Zentrum der Keramikkunst. Zahlreiche Läden im Centro storico verkaufen, was in den Ateliers oder unten in den Fabriken an der Straße produziert wird. Das Keramikmuseum zeigt einige besonders exquisite Stücke. 3 km südlich des Orts steht das „Santuario Madonna dei Bagni“ mit rund 700 Votivkacheln. Was man sonst alles noch aus der Tonerde, die meist aus dem oberen Tibertal kommt, machen kann, zeigt am besten ein Fabrikbesuch in Deruta.

Mumien in der Krypta

Das Valnerina-Dörfchen Ferentillo wartet in der Kirche Stefano mit einem spektakulären Fund auf. Vermutlich dank der chemischen Zusammensetzung der porösen Erde wurden die in der Krypta beerdigten Toten perfekt mumifiziert. Einer steckt noch in seiner bäuerlichen Kleidung, bei zwei anderen soll es sich um chinesische Pilger handeln, die auf dem Weg nach Rom in Ferentillo starben. Das kann man als Spekulation abtun, aber die beiden sehen tatsächlich verdächtig chinesisch aus.

Fauchende Feuer

Nicht mehr in Umbrien, aber gleich hinter der Grenze liegt das Dörfchen Civitella d’Agliano, in dessen Nähe der Schweizer Bildhauer Paul Wiedmer mit „La Serpara“ eine verspielte Welt eingerichtet hat, eine Symbiose von Natur und Kultur. Auf dem Gelände, das er wie einen botanischen Garten unterhält, sind Skulpturen vor allem italienischer, deutscher und schweizerischer Künstler zu sehen, jährlich kommen neue hinzu. Petra Fiebig und Uwe Schloen haben im Wrack eines Cinquecento das „Albergo Goldoni“ eröffnet. Gegen die Raser unter den Fischen im Bach des Geländes hat Samuele Vesuvio Radarfallen aufgebaut. Paul Wiedmers eigene Werke fauchen und speien Feuer.

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