Michael Müller Verlag Logo
mmtravel | WEB-APP
Venedig
Michael Müller Verlag Logo
mmtravel | WEB-APP
Venedig

La Laguna veneta

Wasserlandschaft

Die La­gune von Venedig ist das Ergeb­nis eines dy­na­mi­schen Zusam­men­spiels des Meeres und der Flüs­se aus dem Hinterland. Eini­ge der größten Flüs­se Nord­ita­liens, Po, Etsch (Adige), Bren­ta, Sile und Piave, münden nur we­nige Kilo­me­ter voneinander ent­fernt in die Adria. Die Sedimente, die von den Flüs­sen ins Meer getragen wurden, wur­den von der Strö­mung des Mee­res zu Sand­bän­ken aufgespült – eine Land­schaft in Bewegung. Nur drei Durch­läs­se in den vor­ge­lagerten Neh­rungs­in­seln ver­hin­dern heute, dass sich die La­guna ve­ne­ta zu einem flachen Bin­nen­meer zwi­schen Fest­land und Ad­ria schließt, und ermöglichen der Lagune den Was­ser­austausch. Innerhalb der La­gune haben die Gezei­ten des Meeres und der Zustrom der Flüs­se eine sump­fige Brack­wasser-Landschaft ge­formt – nicht Wasser, nicht Land.

Der Mensch in der Lagune

Mit­ten hinein grün­de­ten Menschen ihre Was­ser­siedlungen und be­gannen mit der Kul­ti­vierung dieser Was­ser­land­schaft, in­dem sie Sa­linen anlegten, Fisch­teiche ein­däm­m­ten und An­bau­flä­chen tro­cken­legten. Durch die Sa­li­nen konnte man sich schon in frühester Zeit selbst mit Salz versorgen und vor allem damit handeln, Fischfang und Fischzucht sowie urbar gemachte An­bauflächen für Gemüse sicherten die Ernährung der Lagunenbewohner. So diente die La­gu­ne den Venezianern seit jeher als Le­bens­grund­lage.

Aber die vielgestaltige Wasser­land­schaft bot den Menschen auch Schutz. Den frü­hen Siedlern war sie ein si­che­rer Rück­zugsort in wirren Zeiten. Und auch für die zur Seemacht erblühte Se­r­e­nissima war ihre Lage in der La­gu­ne über die Jahrhunderte von exis­ten­tiel­ler Be­deutung: Die Lagune war Ve­ne­digs Fes­tung. Das unter der Was­ser­ober­fläche ver­borgene Ge­wirr aus Ka­nälen und Un­tiefen war Venedigs un­ein­nehm­ba­re Fes­tungs­mau­er. Die­se ein­zig­ar­tige Ver­tei­di­gungs­an­lage ha­ben die Ve­ne­zia­ner stets ge­pflegt. Längst wäre die La­gune wohl verlandet, hät­te Ve­nedig nicht schon im 14. Jh. damit be­gon­nen, die ein­mün­den­den Flüs­se um­zu­lei­ten, in der La­gu­ne Was­serwege schiff­bar zu hal­ten und damit die ein­zig­artige La­gu­nen­land­schaft zu er­hal­ten und zu for­men.

Die nördlichen Laguneninseln

Nördlich von Venedig, gegenüber der Fon­damente Nove, liegt die stille Isola di San Michele. Sie ist die stim­mungs­vol­le Friedhofsinsel Venedigs. Von der unweit gelegenen Isola di Murano hat dank ihrer berühmten Glasbläser sicher jeder schon mal etwas gehört. Bis heute bestimmt das alte Glasbläserhandwerk Leben und Alltag der Insel. Auch auf der kleinen Isola di Burano wird altes Kunsthandwerk gehegt: kostbare Spit­zen­stickerei. Berühmt aber ist Burano vor allem für seine fotogenen, knall­bunt leuchtenden Hausfassaden. Die ru­hige Schwesterinsel Mazzorbo da­ge­gen wird vor allem von Gemüsegärten und Weinfeldern geprägt. Älteste Sied­lungsspuren in der Lagune finden sich nördlich von Burano und Mazzorbo. Die Isola di Torcello war vor dem Auf­stieg Venedigs ein blühendes, be­deu­ten­des Zentrum. Überaus sehenswert ist die uralte Basilika, von deren Cam­pa­nile sich ein eindrucksvoller Blick auf die Lagunenlandschaft bietet.

Bis heute eine Klosterinsel ist die ab­geschiedene Isola di San Francesco del Deserto. Die Isola di Sant’Erasmo und die Isola delle Vignole dagegen sind die Gemüseinseln der Lagune. Vor Sant’​Erasmo liegt auch eine der beiden Quarantäneinseln, die man heute be­sichtigen kann: Lazzaretto Nuovo – die andere, Lazzaretto Vecchio, liegt im Süden der Lagune.

Die südlichen Laguneninseln

Zwei schlanke Nehrungsinseln trennen den südlichen Teil der Lagune von der Adria: die unspektakuläre Isola di Pel­les­trina ganz im Süden und na­tür­lich der Lido di Venezia. Der Lido ist nicht nur Venedigs Hausstrand, son­dern auch das Revier des „Goldenen Lö­wen“, der all­jährlich auf dem re­nom­mierten Film­festival von Venedig ver­liehen wird.

Vor dem Lido liegt die Isola di San Laz­zaro degli Armeni, eine weitere Klos­ter­in­sel. Hier leben, beten und arbeiten bis heute armenische Mönche des Ordens der Me­chi­taristen. Nur einen Steinwurf vom Lido entfernt be­findet sich die zwei­te Pestinsel: Lazzaretto Vecchio. Doch mit der Ein­richtung von Laz­za­ret­to Nuovo als Quarantänestation dien­te Lazzaretto Vecchio dazu, Er­krank­te zu isolieren. Sol­che „Inseln des Schmer­zes“, meist ehe­malige Klos­ter­in­seln, gab es mehrere in der südlichen La­gu­ne. Eine da­von, San Servolo, ehe­dem psy­chia­tri­sche Anstalt, erinnert daran und kann heute besichtigt wer­den. Hinzu kom­men eine Handvoll Ho­tel­in­seln (meist Luxussegment) und einige Pri­vat­in­seln.

Back
Cookies help us deliver our services. By using our services, you agree to our use of cookies. Learn more