Ausgehen

Lange Nächte

Kurz nach der Wende eröffnete fast täglich ein neuer Club, eine neue Kneipe. Und es gibt sie immer noch, versteckt auf stillgelegten Fabrikgeländen oder gar in sozialistischen Wohnblocks. Mit den Jahren sind es zwar weniger geworden, doch haben die alternativen Nachtschwärmer auf der rechten Weichselseite längst eine neue Heimat gefunden. Rund um das Zentrum jedoch geht der Trend zu exklusiven Cocktailbars und Clubs mit exklusiver Gästeschar und exklusiven Preisen. Hier schluckt man dann eher Whiskey als Wodka, nippt lieber am Schampus, als ein Bier zu kippen. Fazit: Auch das sich stets wandelnde Warschauer Nachtleben spiegelt die kunterbunte Widersprüchlichkeit der Weichselstadt wider.

Wodka rund um die Uhr

Seit einigen Jahren gibt es in Polen einen Trend zu Wodkabars, die oft auch als polnische Tapasbars bezeichnet werden. In der Regel sind diese rund um die Uhr geöffnet, der wódka oder ein kleines Bier kosten umgerechnet 1 €, kleine Snacks wie Würstchen oder bigos gibt es für 2 €. In Warschau lassen sich die meisten auf dem Königstrakt finden, etwa Pijalnia Wódki, ojczysta czysta oder die etwas teurere Bar Warszawa.

Kultur am Abend

Gepflegter geht es natürlich bei einem Abend in den Kultureinrichtungen zu. Philharmonie, Oper und Theater (→ Kulturleben) der polnischen Hauptstadt zählen zur europäischen Spitze. Hervorragenden Jazz gibt’s im Jazzclub 12on14. Nach einem Konzert oder Theaterabend trifft sich die Warschauer Intelligenz dann gern im Café Kulturalna oder barStudio.

Alternatives Nachtleben

Im hippen Praga treffen sich Künstler und Outsider in außergewöhnlichen Bars und verruchten Kneipen, dunklen Hinterhöfen oder ehemaligen Fabriken. Entlang der ul. Ząbkowska lassen sich viele von ihnen finden, wie das W Oparach Absurdu oder Łysy Pingwin. Doch auch links der Weichsel gibt es ähnliche Orte, etwa das Warszawa Powiśle, das Plan B und natürlich die Pawilony.

Unter freiem Himmel

Eine Warnung vorweg: Alkohol darf in Polen nur in Biergärten oder ähnlichen Orten getrunken werden, nicht aber irgendwo sonst unter freiem Himmel (empfindliche Bußgelder!).

Im Sommer gut besucht: die Weichselstrände La Playa, temat:rzeka und Plaża Żoliborz. Nicht weniger beliebt: die Partyschiffe BarKa und Sen Nocy Letniej sowie am Ufer davor die Feierbuden vom Plac Zabaw. Seit 2016 warten auf dem Nocny Market unzählige foodtrucki mit Streetfood. Nicht vergessen sollte man die ausgelassenen Straßenfeste im Sommer (→ Veranstaltungen).

Zum Tanzen

Getanzt wird im Sommer viel auf den oben genannten Partyschiffen. Edel sind hingegen die Clubs in der Ul. Mazowiecka mit einer entsprechend strengen Türpolitik, wie das Enklawa oder Sketch Nite. Um die Ecke ist es in der Klubokawiarnia weniger strikt, aber auch weniger schick. Abtanzen im Kulturpalast? Dafür bietet sich der Club Mirage an. Leicht versifft und verkifft sind die Clubs in der Ul. 11 Listopada 22, wie das Hydrozagadka oder Skład Butelek sowie weiter draußen das Sen Pszczoły. Wen das nicht stört, wird dort ausgelassen feiern können.

5 Tipps für 5 Abende

W Oparach Absurdu: Auf Kinostühlen oder Sofas sitzen, Freejazz hören und sich am alternativen Nachtleben, Konzerten, Ausstellungen, 60er​Jahre​-Kino erfreuen.

Pawilony: Diverse Kneipen und Clubs in Pavillons, die sich in einem Hinterhof verteilen. Schöner Kontrast zum eleganten Königstrakt.

BarKa: Entspannte Clubatmosphäre in lauen Sommernächten auf einer Fähre. Konzerte und DJ-Sets.

12on14: Warschaus bester Jazzclub. Auftritte internationaler und polnischer Stars und Newcomer.

Warszawa Powiśle: Ein alter runder Fahrkartenschalter, ein paar Liegestühle davor und ein Plattenspieler. So einfach wie in Berlin vor ein paar Jahren kann es sein, einen Kultclub zu eröffnen.

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