Essen gehen

Polnisch, altpolnisch …

An der Weichsel wird gern zwischen altpolnischen und polnischen Restaurants unterschieden. Doch worin liegt der Unterschied? Die altpolnische Küche ist deftiger, fleischlastiger und schwerer, oft stehen Wildgerichte und Ente auf der Speisekarte. Dazu passt die Inneneinrichtung der Restaurants: meist urig mit viel Holz, die Bestellungen nehmen Kellner in Tracht auf. Die anderen polnischen Restaurants hingegen interpretieren die traditionellen Rezepte moderner und leichter.

… oder lieber multikulturell?

Wegen der großen vietnamesischen Gemeinschaft isst man in Warschau so authentisch wie in Fernost. Deshalb findet man im Reiseteil dieses Buches auch asiatische Suppenbars oder Restaurants (unser Favorit: spring roll). Die mittel- und osteuropäische Küche ist in den letzten Jahren mit vielen Migranten und Flüchtlingen nach Warschau gekommen. So kann man im Babooshka oder Skamiejka russisch, im Chinkali georgisch, in der Kamanda Lwowska ukrainisch und im Borpince oder laBOR ungarisch essen. Einen besonderen Stellenwert haben auch die jüdische und die israelische Küche wie im Pod Samsonem, Shipudei Berek, tel-aviv oder BeKef.

Schnell, gut und günstig

Natürlich gibt es auch in Warschau den Trend zu Hamburgern, der Döner ist schon längst an der Weichsel angekommen.

Glücklicherweise sind aber die kantinenartigen Überbleibsel aus der Zeit des Sozialismus noch nicht aus dem gastronomischen Stadtbild verschwunden: In einer Milchbar (bar mleczny) kann man schnell, günstig und meist sogar gut essen (Bar Familijny, Bambino und Bar Ząbkowski).

Mittags bieten aber auch viele der besseren Restaurants einen Lunch für umgerechnet rund 5 € an.

Schnell geht es auch in den unzähligen vietnamesischen Bars (Âu Lạc).

Streetfood für Nachtschwärmer gibt es auf dem Plac Zabaw oder Nocny Market. Wer mutig ist, isst bei Pyzy Flaki Gorące Deftiges wie Kutteln und Klößchen.

Vegetarisches und Veganes

In fast allen Restaurants gibt es traditionelle polnische Gerichte, die bestens ohne Rind, Schwein und Co. auskommen. Wie in einer Metropole nicht anders zu erwarten, gibt es zahllose rein vegetarische Restaurants und Salatbars – und auch Veganer müssen in Warschau nicht verhungern. Unsere Favoriten: die vegetarische Bar Vega mit vielen knackigen Salaten und das Restaurant Veg Deli mit raffinierten Kreationen. Vegetarisches und veganes Streetfood gibt es bei Fit and Green, im ManGo und im kroWARZYWA. Auch in Milchbars und vietnamesischen Restaurants stehen viele fleischlose Gerichte auf der Karte.

5 Tipps für 5 Abende

Atelier Amaro: Der Slow-Food-Verfechter und Liebling des Guide Michelin Wojciech Modest Amaro zaubert mit frischen Zutaten aus der Region verblüffende Gerichte. Auch wenn die Rechnung zu zweit in Euro umgerechnet dreistellig werden wird, ist es sehr viel günstiger als in vergleichbaren Restaurants in Deutschland, Frankreich oder Dänemark.

A nuż widelec: Hier kann man viele leckere Fischgerichte genießen – und das zu annehmbaren Preisen. In schönem Ambiente wird polnische Fusionsküche serviert.

spring roll: Wie erwähnt, gibt es in Warschau viele authentische vietnamesische Restaurants. Dies ist eins der besten: Leckere Frühlingsrollen (nicht frittiert, sondern frisch) und Warschaus bester vietnamesischer Feuertopf (lẩu).

tel-aviv: Die jüdische und die israelische Küche werden in Warschau immer beliebter. Besonders, wenn es so schmeckt wie hier: Hummus, leckere vegetarische, vegane, glutenfreie und laktosefreie Gerichte, aber auch belegte Brote und den ganzen Tag Frühstück – was will man mehr?

Skamiejka: Schön gestaltete Retro-Milchbar mit russischen Gerichten und Snacks. Und mit einer Seele von Gastgeberin.

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