Orientiert in Wien

Stadtgeschichte kompakt

Die von den bayerischen Babenbergern ein­geleitete Stadtentwicklung begann in der Mitte des 12. Jh. auf dem his­to­ri­schen Boden des römischen Legio­närs­la­gers Vindobona, das zuvor von Kelten be­siedelt gewesen war. Wien avan­cier­te zur Residenzstadt der Habs­burger und Ka­pitale des öster­reichisch-unga­ri­schen Viel­völker­staates. Es wurde, als die Do­nau­monarchie nach dem Ersten Welt­krieg untergegangen war, rot re­gier­te Haupt­stadt und zu­gleich Bun­des­land der Ersten und schließ­lich der nach An­schluss an Nazi-Deutschland, Zwei­tem Welt­krieg und alliierter Besat­zung ge­grün­deten Zweiten Öster­rei­chi­schen Re­pu­b­lik. Seit Auflösung und EU-Ost­er­wei­terung wieder in der Mitte Eu­ropas, hat Wien in Sachen urbaner Le­bens­qua­li­tät welt­weit die Nase vorn und seine Be­völ­kerungs­zahl wahr­schein­lich bis spä­testens 2030 die Zwei­mil­lio­nen­gren­ze erreicht.

Bezirke und Grätz(e)l

Die Stadt ist in 23 Gemeinde­bezirke un­ter­gliedert. Jeder Bezirk hat einen Na­men und eine Num­mer (z. B. Marga­re­ten = 5. Bezirk), wobei die Namen im all­täg­lichen Sprachgebrauch so gut wie nie be­nutzt werden. Wiener empfehlen das net­te Restaurant im 5. (Bezirk) und das in­teressante Museum im 3. und tei­len die Bezirke in kleinere Einheiten ein, die im Volksmund Grätz(e)l ge­nannt wer­den.

Historischer Stadtkern

Der 1. Bezirk, in Worten Innere Stadt, zeigt noch steinerne Spuren seiner an­ti­ken römischen Besiedlung, glänzt aber in erster Linie mit Prachtbauten wie Ste­phans­dom, Hofburg, Staatsoper oder Burg­theater. Die Altstadt ist we­gen ih­res ein­zigartigen architek­to­ni­schen En­semb­les, ihrer schönen Parks und his­to­rischen Kaffeehäuser als UNESCO-Welt­er­be gelistet. Ein­ge­rahmt wird sie vom Do­nau­kanal und der pom­pös be­bau­ten Ring­stra­ße, die in der zwei­ten Hälf­te des 19. Jh. an­stelle der mit­tel­al­ter­lichen Stadt­mau­ern im Halb­kreis um den his­to­ri­schen Stadt­kern ge­legt wurde.

Jenseits von Ring und Donaukanal

Um die namentlich in mehrere Ab­schnit­te wie z. B. Opern- oder Uni­ver­si­täts­ring unterschiedene Ring­straße legt sich mit den Bezirken 3 bis 9 eine Kette mehr­heitlich bürgerlich ge­prägter Stadt­tei­le. Zu denen zählen Land­straße (3.) mit der Schloss- und Parkanlage Bel­ve­de­re, das Univer­sitäts­viertel Al­ser­grund (9.), die all­tags­charmante Josef­stadt (8.), Maria­hilf (6.) und Neu­bau (7.) in­klu­si­ve Naschmarkt bzw. Mu­se­ums­quar­tier, Wie­den (4.) mit dem gas­tro­no­misch re­gen Frei­haus­viertel oder Mar­ga­re­ten (5.), wo eindrucks­vol­le his­torische Ge­mein­de­bauten ste­hen. Jen­seits des Do­nau­ka­nals lockt im 2. Be­zirk (Leo­pold­stadt) das berühmte Rie­sen­rad ins grü­ne Nah­erholungs­ge­biet Pra­ter und dehnt sich der tou­ris­tisch kaum er­wäh­nens­werte 20. Bezirk (Bri­git­tenau) bis ans Ufer der Neuen Do­nau aus.

Auf der Gürtellinie

Um die Bezirke 3 bis 9 spannt sich der mehr­spurige, von Autos, Tram und Me­tro viel befahrene Gürtel, der stre­cken­wei­se von Otto Wagners his­to­rischen Stadt­bahnbögen und -sta­tio­nen ge­krönt wird. Jenseits dieser 13 km lan­gen Haupt­ver­kehrsader, die na­ment­lich in meh­re­re Abschnitte, da­runter z. B. Wäh­ringer, Mariahilfer oder Döb­linger Gür­tel, un­ter­teilt ist, schlie­ßen sich im aus­gehen­den 19. Jh. ge­wachsene In­dus­trie- und Arbeiter­quar­tiere und nach Wien ein­ge­mein­de­te Wein­bau­ern­dör­fer mit vor­neh­men Villenvierteln an.

Hinter der Gürtellinie

Zu den proletarisch und multikulturell ge­prägten Stadtteilen jenseits der Gür­tel­linie gehören der 16. Bezirk (Otta­kring) mit dem lebendig-bunten Brun­nen­vier­tel, das ungeachtet des nagel­neu­en Haupt­bahnhofs (noch) alltags­grau­e Fa­vo­ri­ten (10.) und Sim­mering (11.) mit dem pro­minent belegten Zen­tral­friedhof. Noble Do­mi­zile, allen vo­ran das habs­bur­gi­sche Sommer­schloss Schön­brunn, fin­det man im 13. (Hiet­zing), 18. und 19. Be­zirk (Währing und Döb­ling). In Döb­ling breitet sich oben­drein ein Vor­zei­ge­projekt des sozia­lis­ti­schen Wiener Ge­meindebaus namens Karl-Marx-Hof aus, genießt man in den Heu­rigen von Grin­zing Wein und auf den Wiener Haus­ber­gen Kahlen- und Leo­poldsberg ein tol­les Wienpanorama und Donau­blick.

An der Donau

Im 21. und 22. Bezirk (Florisdorf und Do­naustadt) empfiehlt sich Wien als Stadt am Fluss. Das Ufer der Neuen Do­nau, in der in den 1970er Jahren das Nah­er­ho­lungsgebiet Donauinsel auf­ge­schüt­tet wur­de, wird von Donau­turm, den Büro­tür­men der exterri­to­rialen UNO-City und wei­te­ren himmel­stre­ben­den Hoch­häu­sern ge­säumt. Dage­gen ge­ben sich die Ge­stade der Alten Do­nau, auf der die his­to­rische Frei­bad­in­sel Gän­se­häufel „schwimmt“, noch recht natur­be­lassen und beschau­lich, zu­mal sie mit den feuch­ten Auen der Lobau an Wiens öst­li­cher Stadt­grenze in den Na­tionalpark Do­nauauen über­ge­hen.

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