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Abruzzen

Erlebnis Natur

Die Nationalparks

Ein Refugium für Bären und Wölfe, Gämsen und unzählige andere Tiere. In den dichten Wäldern und unzugänglichen Gebirgsregionen haben vom Aussterben bedrohte Arten wieder einen geschützten Lebensraum gefunden. Ganz im Süden liegt der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise mit seinen weiten Buchenwäldern und beschaulichen Dörfern. Wilder zeigt sich der Parco Nazionale della Majella, dominiert vom mächtigen Buckel des gleichnamigen Gebirgszuges. Größter Nationalpark der Region ist der Parco Nazionale Gran Sasso e Monti della Laga, der die wohl spektakulärsten Landschaften zu bieten hat: eine ausgedehnte Hochebene von karger Schönheit, nach dem Stauferkaiser Friedrich II. „Campo Imperatore“ genannt, den gewaltigen Gran Sasso selbst und weiter im Norden die bewaldeten Monti della Laga in tiefer Einsamkeit.

Die Majella ist zudem UNESCO Global Geopark. Die noch recht junge Naturschutzkategorie der UNESCO hat neben Biodiversität und Kulturlandschaft auch das erdgeschichtliche Erbe im Blick.

Und schließlich gibt es noch den Parco Regionale Sirente-Velino rund um die beiden namensgebenden Gipfel sowie zahlreiche kleinere Naturschutzgebiete, im Apennin, im weiten Hügelland und am Küstensaum: Insgesamt stehen über ein Drittel der Region Abruzzen unter Schutz.

Die schönsten Natur-Touren

Campo Imperatore: Von L’Aquila geht es hinauf auf die weite Ebene und weiter zur Bergstation der Seilbahn auf über 2100 Metern. Man versteht, warum diese unwirklich schöne Landschaft auch „Piccolo Tibet“ genannt wird.

Blockhaus: Eine im Sommer beliebte Ausflugsroute führt über den Passo Lanciano im Norden der Majella hinauf zum Blockhaus. Hier öffnet sich ein fantastischer Weitblick über den Süden der Abruzzen bis zur Adriaküste.

Durch die Schlucht und über den Pass: Das so abgelegene wie vielbesuchte und -fotografierte Bergdorf Scanno ist nur auf zwei Wegen zu erreichen, entweder durch die spektakuläre Sagittario-Schlucht oder von Süden aus dem Herzen des Abruzzen-Nationalparks über den Passo Godi.

​Über die Hochebene in die Fuciner Ebene: Angesichts der atemberaubend schönen Nationalparks steht das Hochland um Monte Velino und Monte Sirente im gleichnamigen Parco Regionale ein wenig im Abseits. Doch auch diese Landschaft ist beeindruckend. Fährt man von L’Aquila gen Süden öffnet sich irgendwann ein denkbar harscher landschaftlicher Kontrast: die brettflache Fuciner Ebene – einstmals Italiens drittgrößter See, heute ein gigantischer Gemüsegarten.

Costa dei Trabocchi: Die südliche Küste der Abruzzen ist überraschend abwechslungsreich – kleine Buchten und schroffe Felsen, dazwischen die Trabocchi – und am besten auf der Fahrradpiste am Meer zu „erfahren“.

Die Unterwelt

Eine eigene Welt, kühl und geheimnisvoll, offenbart sich unter Tage. Wasser und Verwitterung haben weitverzweigte, unterirdische Karstlandschaften in die Berge gegraben.

Grotta del Cavallone: An der Ostflanke der Majella gelegen, ist schon der Zugang via Seilbahn und über zahllose Stufen eindrucksvoll. Im Inneren der Höhle wird es spektakulär: Hier haben die Jahrtausende Tropfen für Tropfen bizarr schöne Tropfsteinpanoramen modelliert.

Grotte di Stiffe: Eine faszinierende, wasserreiche Tropfsteinhöhlen-Unterwelt verbirgt sich am Rand des Aterno-Tals.

Zwischen Bergen und Meer: das Hügelland

Von den Gebirgsstöcken des Gran Sasso und der Majella rollen die Hügel wie Wellen zur Adria. Seit Menschengedenken wird das Land kultiviert, an den sanften Hängen erstreckt sich ein schier endloses Mosaik aus Weinbergen und Olivenhainen, dazwischen Wiesen, Felder und Obstbäume. Die intensive Kultivierung über Jahrhunderte hat aber ihren Preis: An steileren Hängen entstanden durch Erosion vielerorts bizarre Furchen – eine Landschaft wie aus einer anderen Welt. In diesen kargen, schartigen Calanchi entstand ein schützenswerter Lebensraum. So steht eine der eindrucksvollsten Erosionsformationen bei Atri dank des Riserva Naturale Regionale Calanchi di Atri (Oasi WWF) unter Schutz.

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